Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 34 (25.8.1846)
- Date
- 1846-08-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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hässlichen Opevatisuen nicht mind» durch seine körperliche auf die körperliche Beschaffenheit des Kranken einwirken kann) beweist das nicht zur Genüge, daß von einer allgemeinen Schädlichkeit der eigentlichen '2'22 nicht wol die Rede sein kann? Und jetzt, nachdem die Frage einmal angeregt, und mit vorbedachter Beflissenheit an die OeffentliHkeit gedrängt wird, wo man überall mit Medicinal - Collegien , GesundheitS- Rärhen rc. drohet, wo hätte als Folge jener Denunciarion ein christl. Gelehrter von Namen sich gegen die TL'üO, deren Wesen man ihm auf's Schwärzeste und Nachtheiligste darzustellen bemühet war, ausge^ sprachen? Welcher Professor an irgend einem chirurgischen Klinikum hätte bei irgend einer Veranlassung sich öffentlich gegen Vornahme dieser Operation erklärt? Die Medicin ist eine Wissenschaft, die zuvörderst der Tharsachen bedarf, und dann diesen Stoff durch das Medium der rationellen Auffassung, physiologischer und andere Hülfswissenfchaften, zur Kunst der Gesundheits- und Lebenserhaltung verarbeitet- Wo sind aber jene Thatsachen, die auf unfern Fall angewandt, die Grund- Basis der ganzen Schädlichkeits-Annahme bilden sollten? Man beruft sich auf einzelne Fälle, deren Vollgültigkeit nie bewiesen worden ist bewiesen werden kann, deren Nachrheil, wie wir gerne zeigen werden*), gänzlich zu beseitigen ist, die immer als einzelne Fälle und Ausnahmen darstehen, und welche, wie bekanntlich, in der Medicin am Allerwenigsten als maaßgebend betrachtet werden können. Aber warum vergißt man, zu erwähnen, wie seit Tausenden von Jahren bei Millionen jüdischer Kinder vorgenommen, ohne ,e den geringsten Nachtheil bemerkt zu haben? Warum achtet man nicht des Zeugnisses alter erfahrener die zumal in großen Gemeinden Tausende von Kindern beschnitten, ohne je in ihrer Praxis einen Fall erlebt zu haben, wo positiv durch die dem Leben oder nur der Gesundheit des Kindes wirklicher Schaden erwachsen sei? Alle und jede Competenz wird man diesen erfahrenen Männern doch wahrhaft nicht abstreiren wollen, im Gegenrheil läßt es sich viel eher an nehmen, daß Aerzte, sobald sie einmal von einer vorgefaßten Meinung befangen, einer fixen Idee verfallen, gänzlich unfähig sind, eine gehörige Diagonese vorzunehmen, daher Falle mit jener vorgefaßten Meinung in Connex bringen, die nichts *) Und wir bereits gezeict haben. D. Ned. weniger, als SaS sind. Wie-käme es auch sonst, daß jene statistischen MorkalitätS-Tabelleu, dieso lange schon überall unter Aufsicht des Staates von medicinischen Behörden oder Privaten ausgenommen, noch nie des Resultates gedacht hätten, daß unter jüdischen Knaben etwa eine größere Mortalität herrsche, als unter jüdischen Mädchen und christlichen Knaben? Nichts von Allem , ein gleiches Gesundheits-, ein gleiches SterblichkeitsVerhälrniß waltet ob, dis Gefahr existirt nur in der Destruckions - Wukh einiger jungen jüdischen Aerzte. Freilich ist man jetzt gewöhnt, des Verdienstes der Alten zu spotten und es zu bekritteln, und Hippokrar-s, Galenus und Lelsus würden in den Augen unserer jungen Krafc-GenieS kaum noch Gnade finden. Aber nichts desto weniger wollen wir noch, Beispiels halber schließlich unsers Maimoniües gedenken. Was nützt es ihm, dem hochbegabten, tiefblickenden Naturforscher, dem geistreichen Denker, dem kein Wissen ohne strenge philosophisch - kritische Prüfung galt, was nühc es dem Leibarzt des Sultans Saladin, zu einer Zeit, wo die galenisch-arabische Medicin in Spanien und im Morgenland ihren Höhepunkt erreicht, daß er ausdrücklich im Geiste der und der behauptet, die riL'LQ sei unbedingt näkhig, um Gefahr vorzubeugen; wird er doch dafür von praktischen Wundärzten und modernen Aeskulap-Jüngern derb abgekanzelr, upd ihm gesagt, er habe sich nicht auf den Höhepunkt der. Me? dicin erheben können, denn damals gab eö noch kein — modernes Judenkhum. Ein Lorbeer für diese Kritik.— Doch gehen wir jetzt auf die einzelnen, gegen die Vollführung der 'L'22 vorgebrachten Einwände etwas näher ein. Hier wird vorzüglich geltend gemacht, daß durch das Aussaugen der Wunde von Seiten kranker leicht eine Ansteckung für das Kind, seltener umgekehrt, eintreren' könne, um so mehr, da man jetzt immer häufiger darauf hinwirke, die Deschneidung durch ärztliche Personen vornehmen zu lassen, bei deren Lebensweise solcher Befürchtung um so mehr Raum zu geben sei. Wir müssen den ganzen Einwand entschieden znweisen. Vor Allem haben wir mir vereinten Kräften dahin zu wirken, daß die Beschneidung nicht in die Hände der Aerzte gerarhe, und zwar nicht etwa, weil wir jene Befürchtungen, die ein Arzt selbst gegen seine Mikcollegen vorgebrachk, im Allgemeinen von dem ganzen Stande hegen, sondern, weil die Deschneidung ihrer hohen Wichtigkeit und Bedeutsamkeit im Judenthume wegen, nicht zu einem Akte operativer