Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 34 (25.8.1846)
- Date
- 1846-08-25
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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sprechend ist diese Frage bisher sowol von medicinischen als theologischen Schriftstellern behandelt, worden, und wollen wir zu einem gediegenen, 'entschiedenen Resultate gelangen, müssen wir aus die Argumente beider eingehen. Darüber kann gleich von vorne herein kein Zweifel obwalren, daß die angegebene medicinische Schädlichkeit der l12'2Q nicht sowol dem Fortschritte der Medicin, als vielmehr den Zerstörungsbestrebungen im Zudenthnme ihr Entstehen zu verdanken har. Denn wie wäre es sonst denkbar, daß diese angeblichen Nachrheile bei einem Akte, der so häufig und überall verkömmt, bis dahin dem Auge sammrlicher medicinischer Schriftsteller entgangen, so lange unentschleiert geblieben wären, bis cs vem Scharfsinne moderner Theologen und aufgeklärter , junger jüdischer Aerzre gelungen,' dieses gräßliche, bis dahin in Dunkelheit umherschleichende Gift ans Tageslicht zu fördern? Alle medicinischen Schriftsteller hätten bis dahin geschwiegen? höre ich Sie lächelnd mich bemitleiden. Gestrenge Herren! nur nicht allzurasch. Ich habe sie z. B. gelesen, jene Anklage Rust's gegen das Gefährliche einzelner Theile der Beschneidung, und vorzüglich jenen höchst betrübenden Fall zu Krakau im zweiten Theile seiner Helkologie. Aber meine Herren! da sehen wir recht den Unterschied zwischen einem christlichen weltberühmten Chirurgen und den modernen jüdischen Aufklärungs-Doctoren. Nachdem Rust jener höchst traurigen Mittheilung erwähnt, wo nach seiner Angabe durch die Schuld eines s'^,"NQ viele Kinder einer bösen Krankheit verfallen, nachdem er in gerechtem Eifer gegen solchen Mißbrauch sich erhebt, schließt er seinen Bericht mit folgenden Worten: „jüdische Phisici sollten daher eine besondere Aufmerksamkeit auf diese Blutsauger richten." Und als derselbe Verfasser in seinem Handbuch der Chirurgie bei Erwähnung desselben Gegenstandes der angeregten Intervention der Staatsbehörden hinsichtlich der gefährlichen Procedur gedenkt, äußert er sich am Schlüsse seines Artikels : „darin stimmen wir jedoch vollkommen bei,— da der Negierung das Recht nicht zustehet, Gebräuche, die von irgend einem Menschen als Heilig verehrt werden, sobald dieselben nicht mehr mit den allgemeinen Menschenrechten im Widerspruch stehen, als die Beschneidung — daß zur Vermeidung möglicher Nachtheile die Staatsbehörden darüber wachen sollten, daß die Operation nur in Gegenwart eines Sachverständigen und von solchen Personen verrichtet würde, welche darüber kunstmäßig unterrichtet, geprüft und bestätigt worden sind, daß der OperatkonSapparat öfters untersucht, und daß bei etwa eimrerenden Übeln Zufällen sogleich ärztliche Hülfe in Anspruch genommen, und nicht etwa das Unglück verheimlicht werde " — So der erste Mcdicinal - Beamte des gesammren preußischen Staates, Präsident aller Civil- und Militär-Medicinal- Angelegenheiten, der weltberühmte Rust. Haben Sie seine Vorschläge gehört. Sie, Bergson, Collin, Salomon jun.? und wie sie sonst noch heißen mögen, jene Weltbeglücker alle. Ihm sind die Nachcheile der'2'2O, die er natürlich vom christl. Standpunkte aus auffaßt, bekannt; will er sie deshalb abgeschafft haben? Nein, sie soll und muß beibehalren, aber im Interesse des allgemeinen Wohls beaufsichtigt werden. Von „Abbringen und Untersagen" ist da keine Rede, dafür ist er freilich kein — moderner jüdischer Aeskulap-Zünger. Sie sehen, meine Herren Docroren, jenes Faccum bc-. weist nichts für Sie , wol aber sehr viel für uns. Aber noch von einem andern Gesichtspunkte wäre dieses der Fall. Denn wenn die a llgemeine Schädlichkeit der'2'2Q durchaus anerkannt wäre, dann bedürfte es wahrlich nicht der Aufzahlung dieser einzelnen Fälle als Merkwürdigkeit, und grade weil die so schädlich einwirkende Ursache angegeben, (die indeß hier kaum in Erwähnung kommen, da man sich einerseits durch gehörige Untersuchung und Vorsicht bei der Anstellung der dagegen sichern*), andererseits der Arzr, in mannigfachen vorzüglich chirurgischen und geburrs- *) Hier in Altona bestand schon seit langer Zeit eine von den Behörden eingesetzte Beschneidungs-Commission, bestehend aus dem Oberrabbinen, dem.ersten der hiesigen und Or. Stcinheim, als medicinifchem Mitgliede. Aufgabe dieser Commission ist es, sowol neuegehörig zu prüfrn, ob die Einwilligung jener Commission einen N'II vornehmen darf, wie auch jede einzelne Beschneidung, soweit als thunlich, zu überwachen. Wie kam es, daß Steinheim, eine medicinische war. wie kam es, daß Steinheim, in dessen Gegenwart mehr als Tausende von Malen die hier vorgenommen wurde, nie ein medicinisches Bedenken dagegen zn äußern hatte? War es Pflichtvergessenheit oder war auch er nicht tief genug in die Geheimnisse der allerneucsten Medicin eingedrungen? Hat Steinheim's Nachfolger, der tüchtige vr. Samson sich bereits veranlaßt gesehen, eine Einwendung gegen die Vornahme jener