Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 32 (11.8.1846)
- Date
- 1846-08-11
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Dem Prjefe / der. portugiesischen Nsibbinen zu 'H'xr»,. entnehmen wir folgendes,: - . ...... .„WirwLlleu es verbuchen: Euch das fürchter licht Unglück, das unS betroffen, so gut alS möglich zu schildern, .Schon seit langex Zeit har? es nicht geregM, M dasi Asses auf dem Feldq ,verdorrt und vertrockcnt ist,, dazu kaut noch , eine eytsetzliche Plagc^>eiy^.MfS verheerendes und -verzehrendes Heuschre^keühM^überzpg das Lgnd, fraß alles ^Grstne.^uf chcm/Felde, und ließ auch nicht ein Blatt aHf. dM .Bäumen, so daß nun .eine große HungersnoH mit all' ihrenSchreKtissem-und Gefahren über uns, hereingebrochen^ist. Vche den Augen, die dies. sehen müssen und nicht helfen können! , S ch o u Viele sind d e m l H u n gertvde erlegen! Wir wissen nicht,, wohin wir uns welchen sollen, von woher wir Hülfe erwarten sollen, wann dies Elend enden wird,, denn schon haben wir Waizenerndte, und dennoch ist das Maaß Warzen nicht einmal für 15 ^->5 zu haben! Dazu kömmt ngch . ein anderes Uebel, die Unsicherheit der Landstraßen, so daß Jeder, der die Stadt zu verlassen wagt, der größten Lebensgefahr ausgesetzt ist. Wir wissen nicht wohin dies noch führen, und wann das Ende unseres Elend's erreicht, sefn wird^ unsere einzige Hoffnung ist, nächst Gott, auf das Mitleiden unserer Brüder im Eril gestützt; mögen diese sich unserer erbarmen und unsere inständige Bitte erhören, daß nämlich in jeder Stadt eine außerordentliche Sammlung milder Gaben veranstaltet werde, um den Hunger unserer armen, nach Brod schreienden Brüder zu stillen, und sie dadurch von dem schrecklichen Hungertode zu erretten, dem sie sonst fast gewiß zur Beute werden. Wir glauben uns nicht zu täuschen, wenn wir hoffen, daß ein Jeder unserer, durch Mildthätigkeit so ausgezeichneten Brüder, der von unserem Elende Kenntniß erhält, sein Möglichstes dazu beitragen wird, dasselbe zu lindern und uns zu unterstützen, und bitten wir daher diese unsere Worte sobald als möglich zu veröffentlichen, —" .-.2 p'2 Auf ähnliche Weise sprechen sich die portugiesischen Nabbiueu zu ^22 aus, indem sie die herrschende Noth mit denselben Farben schildern; wir entnehmen ihrem Briefe nur folgende Worte: ...... „Eine, ähnliche Hungersnot!) können sich die ältesten Heute im Lflnde nicht erinnern; das Elend und j diedadurch entstandene Verwirrung sind ,groß im Lande. Wir haben zwar im Laufe des vergangenen Sommers für 8000 Wchzcn cingckaufr. um diese den Armen und Dürftigen zu . vertheilen, denn in der jetzigen Jahreszeit kann man etwas, Nährendes weder wohlfeil noch theuer kaufen; allein wir sehen es jetzt ein, daß dies, nicht einmal für den vierten ächeil der nach Bros schreienden Menge hinreichend ist. Wenn wir mir Geld versehen wären, so hätten wir von Egypten aus uns mit Waizen versehen können, allein wir sind von allen Geldmitteln entblöst u. s. w. l'-NI tl.'L' 7-72 Bruchstücke aus dem Briefe der Näbbineu ' der O'L^-,2 iu 'n 21' 2'7L'^' ^'2 . ' pp.-> N22 2 ^2 2^ Dieses. Schreiben hat den Zweck, Euch von dem uns betroffenen Unglücke zu unterrichten, und das über unS gekommene Elend, so viel es unsere schwache Feder vermagzu schildern. Der Frühregen sowohl als. auch der so nöttsige Spätregen sind im vergangenen Jahre gänzlich ausgeblieben, so daß alle Gewächse mißratheu sind; um unser Unglück vollkommen zu machen, wurden wir von einem Heuschrcckenheer heimgesucht, das den Ueberrcst verzehrte. Dies verursachte, daß die Getraidepreise ungeheuer steigen, so daß sie das Vielfache des gewöhnlichen Preises erreicht haben, und dadurch eine förmliche Hungersnot h über uns gekommen ist; sogar das Wasser müssen wir kaufen, denn die Eisternen in unserer heil. Stadt sind ausgctrocknet; in diesem Monat jedoch hat uns Gott mit Negen bedacht. — Kaum glaublich ist das Elend unserer armen Brüder, nicht zu beschreiben die Angst und die Schmach denen sie stets ausgesetzt sind, der Kummer, der sie verzehrt, wenn ihre Kinder nach Brod wimmern, und sie ihnen kein's reichen können; ja »das Elend ist so sehr gestiegen, daß, wie wir aus den Briefen unserer frommen -Brüder aus der Umgegend entnommen haben, viele dem Hungertodc erlegen sind. Was soll ans nns werden und