Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 32 (11.8.1846)
- Date
- 1846-08-11
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zu 32 des treuen Zions-Wächters. Geliebte, mildthärige Brüder in Israel! Es sind uns Briefe aus dem heiligen Lande zugegangen, welche übereinstimmend das dort herrschende Elend, verursacht durch eine schreckliche durch Mißwachs entstandene HungcrSnolh, mit den grellsten Farben schildern, und schnelle Hülfe erbitten Dieselben wörtlich hier zu geben würde zu weitläufig sein, wir beschränken uns daher darauf Euch, liebe Brüder, kurze Auszuge aus denselben mitzutheilen, worauf wir die weiter unren an Euch gerichtete Bitte stützen. -N«-z»g' entnommen dem Briefe -es Qber. rabbinen -er heil. Stadt Jerusalem, 2"N ">21 slL'X"! 2"2^51 ''72>"!2' 2 ^22 212 N'l il'2 §§isset, daß wir nns in großer Noch besinden. Schon acht Monate lang werden wir von der brennendsten Hitze gequält, und es ist mir unmöglich, die dadurch entstandene fürchterliche Hungersnotb, die ihres Gleichen fast noch nie gehabt, länger mit anzusehen. Brod ist im ganzen Lande nicht mehr zu haben, aber Alles schreit danach; alle Bäche sind versiegt, sogar der ist immer noch wasserarm. Dasselbe berichten uns unsere Boten aus allen Gegenden des heil. Landesindem, sic besonders von der anhaltenden Dürre die ergreifendsten Schilderungen machen. Der Brodmangel ist so sehr gestiegen, daß viele sogar ihre Kleider verkaufen mußten, um Lebensmittel einzukaufen, ihren Hunger zu stillen, und ihre nach Brod schreienden Kinder zu befriedigen. Diese fürchterliche Noth zwang uns endlich dazu unserer alten Schuldenlast eine neue hinzuzufügen. Wir machten nämlich eine Anleihe, von den Mächtigen und Reichen des Landes, von 80,000 wofür wir gewisse Zinsen zu bezahlen haben; für dieses Geld nun haben wir Waizen eingekauft, um damit die Stadt zu versorgen und zu erhalten. Zugleich sind wir übereingekommen, es sogleich in ganz Israel bekannt zu machen, welch' große Noth über uns gekommen. Ln welcher Lebensgefahr wir geschwebt, und daß dies allein nur uns dazu bewegen, diese außerordentlich große Summe zu leiden; daß wir ferner alsbald Brod und Reis vertheilten, und den sehr Dürftigen dies wöchentlich zweimal, bis zur kommenden Erndte, verabfolgen lassen. Vielleicht erbarmt sich Gott über uns und neigt das Herz unserer Brüder uns zu, unsere Schulden zu bezahlen und uns dadurch zu erhalten. Ich » habe hier nur in kurzen Worten dies neue, über uns hcreingebrochene Drangsal, mitgetheilt ohne der Bedrängniß und Noth zu gedenken, die schon seit lange auf uns lastet, und die zu beschreiben der Raum mir nicht gestattet. Täglich wird unser Elend drückender, täglich nimmt unsere Noth überhand, was tkeils durch immer fühlbareren Geldmangel verursacht wird, thcils aber auch durch die Missionäre, welche uns in jeder Beziehung Hindcrniss ein den Weg zu legen suchen, uns überall entgegen arbeiten, welche die herrschende Hungcrsnoth benutzen, um unsere armen, vor Hunger halb verschmachteten Brüder, die nur noch lebende Skelette sind, durch ein Srnck Brod in ihre Netze zu locken welche mit Freuden diese, sowie jede andere Gelegenheit ergreifen, um Proselyten zu machen, und leider sind ww zu schwach nns diesem unheilvollen Treiben entgegen zu stellen, sie bei den Gerichten zu verklagen. Ich glaube, durch Obiges zur Genüge dargelegt zu haben, daß unser Elend grenzenlos ist, und der schnellsten Hülfe bedarf; da dies aber uns durch eigene Mittel unmöglich ist, da es uns an Allem gebricht, wie Ihr bereits wisset, so ist unsere einzige Hoffnung auf Euch gebaut. Ich bitte Euch daher im Namen meiner leidenden Bruder, Euch unserer zu erbarmen, unsere große Noth unfern mildthätigen Brüdern im Auslande bekannt zu machen, und eine außerordentliche Sammlung milder Beiträge zu veranstalten, wofür wir Waizen einzukaufcn gedenken. — Möge Gott der Allgütige seinen entbrannten Zorn von uns abwenden, und uns in diesem, so wie in allen folgenden Jahren die Fülle seines Segens Zuströmen lassen u. s. w. .2"2 2.222Ü O"l1 (OlklM