Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 32 (11.8.1846)
- Date
- 1846-08-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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„Das Glück, sagt Locke, daß der Mensch in dieser Welt genießen kann, reducirr fich darauf, daß man einen richtig und gerade denkenden Geist und einen gut dispoyirtem Körper habe« Diese bciden Vorrheilc umfassen alle andern, und man kann sagen, wer beide besitzt, dem bleibt wenig zu wünschen mehr übrrg. Die Hauptursgche der Glückseligkeit oder des Elendes der Menschheit' entspringt aus der Bildung oder Verdi düng derselben// .Sowie demnach die Bildung des soaar die erste Dcdinqung, die wir zunächst bei der Erziehung des Kindes im elterlichen Hause zu berückstchriacn haben, indem ja auch in den ersten Zähren der Kindheit das Sinnenleben worherrschr. Denn daß c-ne kräftige Constitution des Körpers, der abgehärtet ist zu Arbeiten und Mühen, auch fähiger macht zu geistigen Bestrebungen, dem Menschen überhaupt von großem unberechenbarem Nutzen sei, bedarf keines Beweises; ste bewirkt Heiterkeit, Jovialität, befördert die leichtere Ausübung der religiösen und moralischen Pflichten. MaimvnidcS gibr schöne Ideen hierüber, im menen Abschnitt seiner Hilchorh Deoch § 1., woraus ich Dir hier die neue Uebersetznng nach Soloweiczyk anführe' Es heißt dort: Weil nun Erhaltung der körperlichen Gesundheit und Starke für ein Wandeln auf Gottes Wegen betrachtet wirdindem es unmöglich ist bei krankem Leibe etwas von der Erkenntnis; Gottes zu begreifen und zu verstehen, darum muß sich der Mensch von dem Körper nachtheiligen Dingen fern halten, wohl aber solche, die ihn stärken und erkrafrigen, beobachten." — Verzärtelung und Alks was dieselbe herbctführen kann, werde entfernt, gymnastische Uebungen regelmäßig vorgenommen und als vorzüglich zur Stärkung des Körpers beitragend heben wir, da der Talmud dessen in Kiddnschin 30 b erwähnt, das Schwimmen hervor. Wie viel Gewicht auf diese Uebung im Alterrhum überhaupt gelegt wurde, sehen wir darin, daß, wenn die Römer einen schlecht erzogenen Menschen bezeichneten, sie sagten: neu liier ns ckickieit, nee »sture, ebenso die Griechen, wenn merkend, daß die. bessern Lehrbücher der Pädagogik dies vollständig ausführcn, und MaimoindeS in dieser Beziehung in dem bezeichneten Abschnitt herrliche diätetische Regeln zur Benutzung und Ausführung barbieret, und versuchen nun Einiges die religiös-moralische Bildung des Schülers, im häuslichen Kreiie betreffend zu behandeln. Zch kann Dir hier nicht Alles angeben, was im häuslichen Kreise auch als Vorbereitung kür den zukünftigen Unrerrieyt des Kindes rn der öffentliche.» Schule zu geben ist, sondern ich will hier nur bezeichnen, wie die Eltern auf das Kind einzuwirken haben, in Rücksicht auf die religiös-gemürhliche Rrct - rung Zn den ersten Zähren und im elterlichen Hause wird der Grund gelegt, der unfern jungen Zögling einst zü seinem Glücke befördern, ihm ein schönes Dasein verleihen soll. Zu der frühen Zugend sind die ersten Eindrücke von großer Wirkung, von bedeutenden Folgen; sind nun die Lehren und Beispiele, die daS Kind vor sich sicher, dir cs nachahmen, beobachten, befolgen soll, heilsam, ersprießlich, dem Böden der ächten und wahren Religion entkeimt, den Lehren gediegener Moral entnommen, dann sind wir zu de» schönsten Hoffnungen berechtigt, mit frohem Blick schauen wir. schauet der Zögling in die Zukunft. Sollte aber das Gegenrheil Statt gefunden haben, wurde ihm statt süßer, wohlschmeckender Frucht, nur herbe, bittere dargeboren, ist Zrreligion, Zmpietät im Hause herrschend, lodert die Flamme der Zwietracht sowre anderer Laster und Sünden m der Wohnung, dann ist es um die Unschuld des Kindes geschehen, immer tiefer wird eö versenkt in den Pfuhl des Verderbens davon kein Aufkommen mehr ist, und mögen dann die Schulen noch so gut, der Lehrer noch so religiös sein, nie wird er wieder einen erfreulichen Pfad finden, einen Tugendwetz, worauf der Schüler wieder mir Erfolg geleiter werden könnte! Wir wünschen mit allen edlen Menschenfreunden, daß die lctzrangegeber'.e Richtung immer mehr ihren werde das der religiösen und wahren Richtung hingegen seine Grenzen erweitere, nach allen Seiten und allen Sphären des Lebens hin, Geltung, Ausbreitung und Herrschaft gewinne. Gottesfurcht und Menschenliebe sind die Säulen, die Grundpfeiler, worauf die häusliche Erziehung be-