Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 30 (28.7.1846)
- Date
- 1846-07-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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giebr. Betrachten wir noch genauer die Sache, so nehmen wir wahr, daß, beschäftigt sich auch so Mancher mir jenen drei Fragen: Was er mußte? WaS er soll? Was er kann? doch sich Wenige finden, die alle drei zugleich und genügend beantworten, und nach ihren vorgeschriebenen Regeln hand-lten. — Ein jeder wählt sich seine Frage, ein jeder legt sich seine Pflicht auf, die zu erfüllen ihm am leichtesten und vortheilhasresten ist. Zn vier Theilen ist Israels Lager gerheilt, und die mit ungleichen Gesinnungen, ungleichen Grundsätzen und ungleichen Absichten, rreren vor uns auf, und die Kinder des schönen Glaubens, früher so einig und friedfertig, sind jetzt so ungleich von einander getrennt, und nicht mehr schlagt nur die eine Ader für Murter-Neligion, sondern das Blut ist gefälscht und verkannt wird auch sie. — Da sieht der der treue, von Pflichtgefühl beseelte, den wahren Weg des Glaubens wandelnde, für Gott und Religion begeisterte Weise, und entspricht dem was er muß- Ihm gegenüber der der fanatische, Gesetz und Schranken niederrcißende, Religion und Gorc verleugnende Sohn des verderbten Zeitgeistes, und dieser gehr ans vom Gesichtspunkte seines Willens, und was seiner herrischen Comodität nicht angemessen ist, dem entsagt er seine Freundschaft» und verstößt es von sich. Da stehr drittens der ll?', der Indifferente, Neuiralblcibcnde, um das Wohl seiner Religion, und seiner Mirbrüder wenig bekümmerte, und um allen Vorwurf von sich zu wenden, giebr er vor, er sei ja zu ohnmächtig, habe nicht die Kraft, um in der stürmischen Zeit mitzukämpfen. Ihr gegenüber steht endlich viertens der VlXL''? INI' D'XL?, die Unmündigen unter uns, die nicht wissen, wer denn eigentlich Recht hat. welcher Meinung und welcher Stimme fie Gehör leisten sollen, und welchen Weg sie einzuschlagen haben. ^Fortsetzung folgt.) Skizzen einer Rede des Herrn Rabbiners Lipschütz (Fortsetzung.) Endlich wird noch ein drittes Princip, gleichfalls eine Folge der frühern, ausgestellt, daß, nämlich, wie die Natur bei den von ihr vorgcftdriebenen Lebensfuncrionen, beobachtet — Überschreitung dieser Linft ist Krankheit — ebenso hat Thora die Aufgabe, ein Gesetz deS Gleichmaaßes und dev Harmonie zwischen Seel' und Körper hinznstellett, daS weder auf dem Boden des Körpers, noch auf dem des Geistes ganz stehet, sondern ans einem haarfeinen Mittelpunkt zwischen Geist und Körper, beider Interessen, Heil und Nutzen gepen einander abwiegend, so daß der Seele, als Hauprwesen Genüge geleistet wird, durch Beschränkung der Genüsse, wo es nSchig ist, dem Körper als nvkhwendigen Gehülfen aber auch das Seinlge nicht entzogen wird.») Redner deutet damit die Talmudstelle (Succa 53 a) wo von Rabban Simon den Gamliel erzählt wird, daß er beim Feste des Wasserschöpfens acht brennende Fackeln in die Höhe warf und auf seiner Hand balanciren ließ: Dieß, meint Redner sei kein bloßes Kunststück, sondern ein tiefer Wink für das Wesen der Thora gewesen, die gleichfalls die flammenden Fackeln der Seelen- und Kärperkrafte in die Höhe wirft, und sie gleichsam batantiren läßt auf ihren göttlichen Fingerspitzen, baß kem< Fackel gelöscht zur Erde fällt. Redner spricht sich noch über den Aufschluß, den alle drei obige Principien'zusammengenommen, über das ganze Thorasystem geben, aus, zeigt dann, wie passend das Organ, das Prophetenthum und der Träger, Israel, zur Thora gewählt worden, und schließt diesen Theil mit folgenden Worten: „Ich weiß, die Ietzr- „zeit spricht mir in diesem zweiten Glaubenssatze „noch heftiger, als im ersten entgegen, sie stopft sich „die Ohren zu, jene Principien zu vernehmen, mag „sie nicht hören, scheltet sie vielleicht sinnlos, oder gar „spitzfindig, aber das kümmert mich »veniaer, ich wollte „ja nur sagen, wozu sich das Zudenthum bekennt, „welches sein Glaubenssystem über das geossenbarre „Gebot ist, wie eS in der Thal existirt, nicht, wie es „diesem und jenem beliebt, und so stehen wir getrost, ,,unfern Trost in folgender Allegorie des Talmuds „(Baba Bathra 74 2 und b) findet: Einmal sei „nämlich ein Rabbi zu Schiffe gefahren. Da blickte „er durch die klare spiegelnde Flurh und sah unten „auf dem Meeresboden ein Kästchen von blitzender Di-. „amanken stehen, ein geschickter Schwimmer ließ sich *) Vergleiche CoSri Dialog II, 50 und schönste Stelle in Dial. Hl, 2 — 6, außerdem noch Sncca 32 K: >2) "2X