Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 30 (28.7.1846)
- Date
- 1846-07-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Zudenthums wahrhaft wirken, zur wahren Begründung und rüstigen Beförderung unserer heiligen Interessen, die jetzt so kräftigen Schutzes bedürfen, kann sich em/chließen acht rcligiösenMännern, muthiyen Kämpfern, die sich ln den Riß der Zeit stellen, dön die Zerstörer des Glaubens veranlaßt, tapfern Widerstand leisten jedem Angriff der Feinde; Männer die in die Wunden Balsam zu träufeln vermögen, welche die kleinen Füchse, d«e Weinbergsverderber, her Religion geschlagen. Bei Zeiten müssen demnach Mittel angewandt werden, um große Gefahren zu beseitigen, jenem verderblichen Treiben Einhalt zu rhun, den unlauteren Schlamm mit sich führenden Strom zu dünnen, den alten reinen Quell der Religion, den Born des Heils wieder her zu stellen, dem nur lauteres, klares Wasser entströmet, Labung und Erfrischung spendend den Genießenden. Welche Mängel und Leiden die jetzige Zeit bei herrschen, woher sie vorzugsweise entspringen und wie man mit Erfolg denselben entgegenarHeiten kann, das zu zeigen, will ich, mein lieber Schimeon, Deiner Aufforderung Genüge leistend, in einigen Briefen an Dich versuchen, da Du, wie bereits bemerkt, im Glauben Israels beharrst, wie unsre Altvordern ihn lehrten, in welchem wandelnd wir unsere Beglückung, Festigkeit und Zufriedenheit finden, und da Du, auch die Lehren, welche hierin dargethan werden sollen, beherzigen wirst. Dein Freund Asarja. Pflichten -er Gegenwart für den orthodoxen Inden von David Leopold Straffer. Es ist ein Punkt, der so vielfach und schon so /.mge bestritten worden, und noch isi's nicht zu Ende gekommen» noch ist dieser der Zankapfel, warum und worüber gestritten, und gerechtet wird. Und forschen wir nach diesem Punkte, so ist's der, welcher uns eigentlich schon längst hätte klar werden sollen, denn es ist die Frage über den gehörigen Stand, welchen der orthodoxe Jude der Gegenwart einzunehmen har, um seine Würde zu behaupten, und den Anforderungen und dem Pflichtgefühle der Zctzzeir nach möglichsten Kräften zu entsprechen. — Es ist diese Frage die Achse, um. welche sich alle Andern drehen, sie ist der Brennpunkt, wohin alle Lichter unserer gelehrten Welt ihre Strahlen werfen, und doch ist noch keine Deutlichkeit da, noch ist kein solches Licht hervorgegangen, welches dem unerfahrenen Israeliten zur leuchtenden, durch den dunkeln und unsicher» Weg des Lebens und den täuschenden Wirren der Gegenwart sicher leitende, Fackel diene. Es wird nur noch arger der Streit, noch verwirrter der zu lösende Knoten, und wo früher nur eine Meinung obwaltete, da sind jetzt,Hunderts so ungleich, so verschiedenartig als wäre der Gegenstand ihres Streitens gar nicht derselbe. Und darum wäre es an der Zeit die Mittel zu treffen, um diesen Unheil abzuhelfen, und die Kruste der Gleichgültigkeit von dem Herzen des orthodoxen Juden zu lösen. —- Und es zerfällt dieser Punkt in den Fragen: Wie haben wir uns denn in dem Sturme der Gegenwart zu verhalten? Was müssen wir? Was sollen wir? Was können wir? Sind das nicht Fragen die ein jeder Mensch, so er nur irgend einen Beruf oder iran sich rhun muß, um seinen erwähnten Standpunkt, und seine übernommene Aufgabe gehörig zu lösen, und von den peinigenden Gewissensbissen verabsäumter Pflicht nicht gefoltert zu werden? Ist es nicht das erste Dedürfniß einer zu unternehmenden Reise, zu wissen den Ort der Bestimmung. den Zweck und den Weg der. Reise? Erfordert es nicht die Sraatsklugheit, so zwei feindliche Mächte die Krieg einander ankündigen, zu kennen das erwählte Schlachtfeld, die Ursache und den Zweck des Streits während ihrer ganzen feindlichen Stellung genau vor Augen zu haben? Und werfen wir einen forschenden Blick auf den orthodoxen Juden, wie benimmt er sich in Bezug der Lösung dieser seinem Standpunkte und seiner Bestimmung als Basis unterliegenden Fragen? Wie entspricht er seiner dreifachen Aufgabe, welche besteht: im Kampfe mir sich, Kampfe für sich und Kampfe für seine Religion? Was rhun wir, um uns vor dem inner» Feind zu sichern? Welche Mittel ergreifen wir, um vor dem äußern Feind uns sicher zu stellen? Was brauchen wir, um die Religion von ihres Feindes Hand zu retten? Und mit beschämtem Antlitze müssen wir eingestehen, daß wir nicht nach Pflicht und Klugheit handeln, daß schmählicher Zndifferenrismus, netz aller mehr und mehr eindrin-