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Der treue Zionswächter · 1846-07-14 · 28 (14.7.1846) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
28 (14.7.1846)
Date
1846-07-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Ministers vom 18. November mit dem ehrenvollen Aufträge betrauet worden, der algierischen Verwaltung mit seiner Einsicht und seiner Erfahrung zur Hand zu gehen und die geeignetesten Maaßnahmen zu treffen, um die Ausführung der Verordnung vom v. November erleichtern und die kirchlichen Behörden und Schulen für die Juden im franz. Afrika nach liberalen Grundsätzen entrichten zu helfen. Ueber den Werth jüdisch-religiöser Schriften. Es hat noch keine Zeit gegeben, die so allseitig als die unsre für die Vermittlung alles Getrennten und Entfernten gewirkt hat. Entfernungen des Orts vermindern sich durch die rastloS bewegende Gewalt des nach Ungebundenhcit ringenden Dampfes; die Vergangenheit wird durch Auffindung und Verbreitung ihrer Productionen uns lebendig vergegenwärtigt; und wer weiß nicht, wie man in manchen Kreisen mit Sturmschritt, das was man als Ziel der Menschheit im Auge hat, zu ereilen strebt, wie man Versuche macht die Zukunft, wie mit Zanbergewalt in die beengte und beschränkte Gegenwart zu bannen. Mit uncrmüdctem Eifer endlich wird daran gearbeitet das trennende Hinderniß der Sprachvcrschicdcnheit, das ein Volk von den Gciftcsproducten anderer Völker der Jetzt- und Vorzeit fern hält, durch Übersetzungen aus dem Wege zu räumen. Diese letztere Thätigkeit wollen wir in Bezug ihrer Wirkungen auf dem Gebiete deS Juöenthums etwas genauer ins Auge fassen- Abgesehen von den gewöhnlichen, durch die Verschiedenheit der Sprachen erzeugten, im Allgemeinen unschädlichen Collisioncn, können alle Übertragungen innerhalb sonstiger Gebiete des Denkens, selbst wenn sie aus dem Zusammenhänge Gelöstes bieten, miclit leicht für unzweckmäßig oder gar zweckwidrig erklärt werden, da sie dann entweder Gegenstände behandeln, deren Elemente gewöhnlich Anschauungen, und im Bewußtsein der Menge lebendige Vorstellungen bilden, oder solche, die, wie fast sämmtliche Antiquitäten, ohne Interesse des größer» Publikums der richtigen Auffassung und genauen Prüfung Sachgelehrter auheimfallen, und wegen ihres anscheinenend losen Zusammenhanges mit der Gegenwart ohne wirklichen Einfluß auf die Gestaltung dev Verhältnisse derselben für die Gesammtheir bleiben; Gegenstände, wo fast durchgängig dem Buchstaben seine ganze Bedeutung nur im Worte, dessen Theil es ist, und diesem wieder sein ganzer Werrh nur im Verhältniß zum Satze gegeben wird, dessen Inhalt als Production des menschlichen Geistes auch der Reproduction durch denselben fähig ist. Bei Übersetzung jüdisch-religiöser Schriften — die ethischen und philosophischen kaum ausgenommen — fehlen alle diese Bedingungen. Nicht allein die Verhältnisse unter denen sich das Vorliegende in stetiger lebendiger Entwickelung gestaltete, sondern auch die dem Ganzen zn Grunde liegenden religiösen Anschauungen, sind der außerjüdischen Welt gänzlich unbekannt geblieben, und innnerhalb des ihnen ursprünglich zugehörigen Kreises leider so matt geworden, daß es ihnen an Lebendigkeit und Kraft gebricht, richtige Fortbildungen zu prodnciren. Noch mehr! Während in den Gebieten des nunmehr Hingeschiedenen außerjüdischen Alrertbnms höchstens ruhmsüchtiger Unverstand sich breit zu machen pflegt, wird unsre jetzt noch lebensvolle, nrkräftige Antiquität inmitten einer immer wechselnden Gegenwart Nebst der Verkehrtheit des Unverstandes auch der entstellenden, die Gesichtspunkte verrückender Böswilligkeit zur Beute. Die Beziehungen, in die fast Jeder zum Judenthnme gesetzt ist, machen es einerseits znm Gegenstände allgemeinen Interesses, während sie andrerseits die aus vvrnrtheilsfrcier Forschung hcrvorgehende wahre Kenntniß desselben hindern. — Wenn nun dieser doppelte Uebelsrand, die Theilnahme eines größer» Publicums trotz seiner völligen Ignoranz und seines theilweisen Vorurtheils, die Übertragung der Erzeugnisse jüdischen Geistes in ein andres gänzlich fremdes Sprachgebiet nicht wünschenswerth und rathsam macht, so wird sie — und dies ist unsrer Ansicht nach entscheidend — völlig unmöglich gemacht durch den wesentlichen Werth der hebr. Sprache in Productionen des >ächt jüdischen Geistes. In der auf.unmittelbarcm'Befehl Gottes niedergeschriebeneu hat jedes Wort, ja der einzelne Buchstabe, selbst wo er ohne sprachlichen Einfluß auf den einfachen, schlichtem Wortsinn des Ganzen bleibt, das

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