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Der treue Zionswächter · 1846-07-14 · 28 (14.7.1846) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
28 (14.7.1846)
Date
1846-07-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Orarr zählt 11 Synagogen, von denen uuf 1 der. .Gemeinde gehört.^,. Ponll -1,.;.Co.Mantine, 8, welche gemeinschaftliches Eigentum her, .Gemeinde uud verschiedener-Privatleutc sind; Blidah besaß früher -1 Synagogen, von denen :j duxch das Erdbeben von 1825 zerstört worden sind,. Die Ausbeutung der Privat-Synagogcn durch ihre Besitzer, der Mangel au Verbindung zwischen den Synagogen zu Algier, .Dran und Eonstanrine und der Mangel aller Bürgschaft bei den Ernennungen der Rabbineu mußten natürlich eine grenzenlose Unordnung erzeugen. Es war also eins der dringendsten Bedürfnisse, sowohl für, die Verwaltung als für den Cultus eine Einheit der Behandlung zu schaffen, welche den ersten: ihre Wirksamkeit, und diesem die Würde und die Regelmäßigkeit geben soll, die ihnen bisher noch fehlten. Beides ist durch die Verordnung vom 9. November geschehen. Was die einheimischen israelitischen Schulen anlangt, so haben die Herren Altaras und Cohen sic in ihrer Denkschrift folgendermaßen geschildert. Man denke sich enge Zimmer, in welchen eine Menge schmutziger und zerlumpter Kinder zusammengcdrängt sind, deren ungesunde Ausdünstungen die Luft verpesten und deren Schmutz ansteckende Krankheiten erzeugt. Die Kinder, auf schmalen Bänken um ihren Lehrer kauernd, der selber in morgenländischcr Weise dasitzr, geben ihrem Körper eine unnatürliche wackelnde Bewegung. Der Lehrer liest mit näselnder Stimme einen Vers ab, den alle Kinder auf einmal in nicht zu melodischer Weise nachfchrcien. Inmitten des Unterrichts laufen die Schüler ohne Ordnung und mit großem Geräusch hinaus und herein, cS entstehen Streitigkeiten und der Lehrer, dem cs an allem moralischen Ansehen fehlt, hat kein anderes Mittel um die Eintracht wiedcrhcrzustellcn oder um zu strafen, als die kräftige Handlmbung des Ochsenziemers Das Material dieser Schule besteht in einigen zerrissenen Bibeln und einigen talmudischen und rabbinischcn Werken. Von den Schülern hat jeder eine Schilfrehrfeder, womit sic einen hebräischen Buchstaben binmalen. Der Gesammt-Unterricht erstreckt sich auf das Studium der religiösen Sprache; und die Schulaufgabe ist gelöst, wenn der Schüler im Stande ist, die theologischen Werke zu lesen und theilweise zu verstehen- Algier zählte im Jahre 1842, 12 solcher Schulen mit 385 Kindern. Schon, vor dem Erscheinen der letzten königl. Verordnung hatte sich die französische Verwaltung damit beschäftigt die guten Anlagen der israelitischen Jugend durch Unterricht zu bilden. Selbst unter den Lumpen des größten Elends gewahrte man bei diesen Kindern Spuren der bedeutendsten Fähigkeiten. Ihre hohe und breite Stirn, das Feuer ihrer Angen, das lebhafte Spiel ihrer Physiognomie, Alles kündigt eine Fassungskraft und einen Scharfsinn an, die nur der Entwickelung bedürfen. In Algier ist eine franz. Schule für die Juden im Mittelpunkt der Stadt errichtet worden; sie steht unter der Leitung des Herrn Weil, dessen Eifer befriedigende Ergebnisse erzielt hat. Einer andern Schute für Mädchen steht Demoiselle Hartoch,'eine sehr gebildete franz. Jüdin, vor. Die Zöglinge in beiden Anstalten machen täglich neue Fortschritte; bei der letzten Wiederöffnung betrug ihre Anzahl 80 in der Iten und 50 in der 2tcn Classe. Vor den Ferien fand in der Synagoge der Scipio-Straße eine Prämien-Verthcilnng' an die Zöglinge der für die einheimischen Israeliten gegründeten Schulen statt, welcher die angesehensten Mitglieder der Verwaltung, des öffentlichen Unterrichts , der Gerichtsbehörden nnd des Advokatenstandes beiwohnten. Den Vorsitz führte ein gelehrter, eigentlich aus Ungarn stammender Orientalist, Hr. Albert. Cohn, der Algerien besuchte, um an dem Werke der Bildung seiner Glaubensgenossen arbeiten zu helfen, und in ei,rer feurigen Rede, die er zuerst französisch sprach und dann hebräisch und arabisch wiederholte, alle Wohlthaten anfzählte, welche, die Israeliten Frankreich zu verdanken haben, seine jungen Zuhörer ermahnend, sich derselben würdig zu zeigen. Sodann vertheilte er an die 5 besten Zöglinge jeder Schute Sparkassenbücher, mittelst deren sie mit 15 oder 20 Jahren ein kleines Vermögen werden erbeben können. Herr Albert Cohn ist bereits wieder nach Paris zurückgekekrt, und gedenkt in Kurzem in einer eigenen Schrift die Beobachtungen, welche er auf seirwr mehrmonatlichen Reife über den gegenwärtigen Zisirand der Inden in Algerien gemacht, zu veröffentlichen. Herr I. I. Altaras ist durch Entscheid des Kriegs-

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