Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 27 (7.7.1846)
- Date
- 1846-07-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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»M 231 HZ» worren zugeschnikrener sei, sondern ein die Seele durch, dringender und frei sich entwickelnder. Die Schüler und Schülerinnen waren in ihrem Innern davon ergriffen. und ihr Herz antwortete mic ihrem Munde. Dabei war der Unterricht so moralisch erhebend, und Das ganze innere und äußere Leben des Israeliten in seiner innigsten Göttlichkeit veranschaulichend, daß auch das chrisil Auditorium demselben mir sichtbarer Theilr nähme folgte, und Referent hörre, wie ein hochgestellter Beamte gegen den Herrn Oberrabbinen den Wunsch äußerte: Möchten doch alle Verächter der jüdischen Religion hier anwesend sein, um zu vernehmen, welche erhabene Lehrer, sie enthält, und wie sie der Jugend gewinnen. Auch im Uebersetzen des Hebräischen zeigte» die Kinder gleiche Fertigkeit, besonders dre Knaben der ersten Klasse zeichneten sich darin aus, daß sie den größten Theil der heil- Schrift frei übersetzten. Auch hierin, wie fast in allen Lehrfächern wetteifern die Mädchen mir den Knaben. Ersiere wissen nicht nur das ganze Gebetbuch, mir Einschluß der '^2so wie die Knaben zu übersetzen, .sondern auch noch mehrere Kapitel der heiligen Schrift. Dieser Prüfung folgte dann noch in den Vor- und Nachmllragssiunden die Prüfung in deutscher Sprache, ersten Klassen eine Vielseitigkeit und Fertigkeit entwickelten, die Alles in Erstaunen setzten. So z. B. wurden selbst von Mädchen schwere Aufgaben von Wechselrechnungen aus dem Kopfe gerechnet, und siers richtig gelöst. Auch die Schriften waren sehr ansprechend. Der Vormittag des 9 war der Prüfung in 812) einigen fünfzig und hebräischer Gramattk gewidmet, und es bewährte sich auch hierbei die Umsicht und Gründlichkeit des Unterrichts- Die Nachmittagsprüfung endlich bildere den Schluß des Ganzen (Beschluß folgt.) P r e u si e n. Brieg, (in Schlesien). Pa an die künftige Rabbiner-Versammlung in Breslau so vielseitige Anträge gemacht worden, so möchte wohl folgender, den ich höchst zweckmäßig und nvrhwendig für junge Eandidaren der Reform finde, nicht unstarrhaft sein. Bekanntlich müssen diese jungen Herrn bei Bewerbung um eine Nabbinerstelle sich in den Mantel der Frömmigkeit hüllen, um dieselbe zu bekommen, und Zeugnisse eines alten Rabbiners sind hierzu nicht selten unentbehrlich, da deren Autoritär doch noch dann und wann anerkannt wird- Doch, wie sind diese nün zu erlangen? Unsere frommen Rabbiner lassen sich l» doch auch kernen blauen Dunst mehr vormachen. Ern Candidar in D. har ein Mittel hierzu erfunden. Er wollte seine Befähigung als Rabbiner hier nacvweisen, und brachte zu diesem Behufs ein Zeugniß von dem sei. Herrn Rabbiner zu Kempen bei. Glückltcherwerie Dokumentes, und das Eandidärchen bekam eine ganz lange Nase und keine Rabbmersielle. Doch solche Entdeckungen werden ja von den Frommen nicht immer gemacht, und es ergeht hiermit der Antrag an die 3ce Rabbiner-Versammlung in Breslau: „Man möge eine Fabrik errichten lassen, wo Zeugnisse alter Nabbinen fabricirt werden, um den satzes erfreuen, und eS wäre dabei, da die Rabbiner- Versammlung doch so sehr nach Reformen strebt, zugleich ein Gebot anriquirr, nämlich: Du sollst kein falsches Zeugniß ablegen. GroscherMtljum Laden. Mannheim, 28 Mai. Heure wurde dos Ergebniß der Ergäuzungswahl für drei ausgetretene Mitglieder unseres hiesigen Synagegenraths bekannt. Wenn zwar diese Sache an sich wenig bedeutend rsi, um öffentlich besprochen zu werden, so ist doch der Kampf der religiösen Prinzipien, welcher bei bie>er Wahl besondere vorherrschend war, von so hoher Wichtigkeit, daß es öffentliche Blätter nicht verschmähen dürfen, als Beitrag zur TageSgeschichre Notiz davon zu nehmen. Seit einiger Zeit nämlich hat sich hier sowie in einigen andern Städten des Landes ein Neformverein gebildet, dessen Streben dahin geht, unfern Glauben zu modernisiren und theilweise zu untergraben, wovon die Aeußerungen und Beschlüsse in den schon einige Mal und jüngst erst in Heidelberg abgehalrenen Versammlungen den sprechendsten Beweis geben.