Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 27 (7.7.1846)
- Date
- 1846-07-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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<E 228' Mv' auf die Familie und den öffentlichen. Unterricht bezogen. Unter der Herrschaft. der.Dey's, diente der Mekdam, rdem. man 'Pen Titel .9 König der . Juden gabals Äermmler zwischen seinen Glaubensgenossen und der Regierung. Er. verwaltete allein die Einkünfte der Gesammcheit, ernannte die, Beamten oder setzte sse ab, verfügte die Vollziehung der rabbinischen Urtheile und konnte selbst aus eigener Machtvollkommenheit. Lerurtheilungen bis zur Gefängnißstrafe, zur Ba.stonade oder einer willkürlichen Geldbuße verhängen, Das Beth-Din hatte seinerseits eine völlig unbeschränkte Bcfugniß. ES richtete ganz und ausschließlich nach, den mosaischen Gesetzen und ließ alle seine Entscheidungen mit der größten Strenge ausfuhren. Zwar konnte die vollziehende Gewalt, mit welcher der Mekdam bekleidet war, seine Urrheile mildern- -doch hatte es immer das Recht den Verurtheilteu -sofort die 39 Schlage geben zu lassen. . ' .(Beschluß folg!.) Skizzen einer Rede des Herrn Rabbiners Lipschütz. (Fortsetzung.) . Nach Aufstellung dieser dreien Hauptglaubenssähe. gehet Redner zu einer nähern Erläuterung derselben über, )eden der dreien zu einem besonder» Theile seiner Rede machend. Er sagt im ersten Theile über den Glaube« an das Dasein Gottes, daß diese Wahrdcn Mcnschcngeist höchst leicht zufindende und ihm mächtig in die Augen leuchtende sei, ein Brillant gleichsam, der. wohin der Geist sich wendet, ihm wie vor der Nase lieat — er betrachte die Pflanze, betrachte Tag und Nachr, betrachte seinen eigenen Körperbau, schaue in den liefen Gang seines Schicksals, oder in den noch liefern ganzer Völker, darauf auch jene sinnreichen Midraschworre hindeuren: "21 LMh die Erd', die Morgenrörhe und die Sonne u. s. w. haben Flügel — Flügel für den sic betrachtenden Men^chengeist, um ihn zur Bewunderung seines Gottes hinaufzutragen. „Aber den- „noch — fährt Redner fort, — ich weiß nicht war- „,'w, ob eS war d-e kühne Kraft-de'5 Menschenqeiffrs, „her immer nur weit hinaus sichet-' und dadurch das „Nahe übersiehet, öder ob es war Schwäche und Kurz- „sichtigkeis, man fand den Edelstein'' des GottesdäseiNs. „der wie ein Thankrvpfen an jedem Rosenblatte der „Scköpfüng hängt, nicht." — Ri^ner denrer damit das herrliche Psalmlied (Ps. 19), wo practisch-schön dieser auffallende Widerspruch der n'att'irlichen Leichttakeir der Erkennrniß Gottes an fick, und ihrem dennoch bis zur Thora, Dunkeldlekben für'den Menschen, in den Worten ausgedrückt wird: Ein Tag strömt dem andern die Lehre zu. eine Nacht offenbart der andern die Kunde, eS ist aber als gebe es keine Lehre, als ertönten keine Worte j'tt) (y'-2-r s'Xi IMdr ihre Stimme wird — vom Menschengeiste — nicht gehört, obgleich über die ganze Erde ihr Saitenspiel erklingt, und bis an des Weltalls Granze ihr Wort hallt. Das zeigt Redner kurz in der ganzen Gottesbegriffsgeschichke des HeidenthumS nach, deren Hauplphasen auf drei sich zurückführen lassen : Fesigebundensein an der Oberfläche sinnlicher Erscheinungen, nichts Geistiges dahinter ahnend und daher Anbetung deS groben Sinnlichen selbst; — Aufsuchung einer Hähern geistigen Kraft hinrer jedem Sinnlichen aber auch versinkend in ein Gewühl geahnter, vergötterter Kräfte; — endlich Emporsteigen zu einer Einheit, einer allregierenden Hauprkraft, zu welcher Höhe im Heidenthumc nur die Wenigstendie Philosophen, sich aufschwangen, sie beteten zwar nur Einen Gott .an jedoch dieser ihr Gott, war ein Beschrankter, m i t und i n der Natur existirender, vom Naturgesetz selbst Gebundener. Thora zuerst lüftete den übers Universum verbreiteren Schleier, und ließ aller Welt — nicht bloß für Philosophen — ein Strahl daraus zur reckten Gotteserkennrniß entfliegen, sie sagt auf ihres Buches erstem Blatte: Zm Anfang erschuf Gott Himmel und Erde. Nun that alles die Augen auf, daß man nicht mehr weder zu kurz noch sich blind in die Tiefe sah, sondern das Neckte, das Geradeste fand. Von dieser Stufe führt Thora zu einer Höhern, zur Erkennmiß Gottes nicht bloß in, sondern über der Narur, wie Gott das Naturgesetz giebt und wieder löst, wo eS das Heil der Menschheit fordert, das kündigt der Beginn der Zehugebote an. Zeh bin der Herr, dein Gott (Herr der ganzen Natur; aber auch besonders dein Gott durch die dir erwiesene Thaten wider die Natur) der dich