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Der treue Zionswächter · 1846-06-30 · 26 (30.6.1846) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
26 (30.6.1846)
Date
1846-06-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Reformen vor, indem eS Ceremonien, welche es abgcschaffr haben will, herabwürdigt, und wiederum diejenigen aufführt, welche es, als zur Erhebung des Gottesdienstes, und um ihn dem Geiste unserer Zeit und unseres Vaterlandes anzupassen als unumgänglich norhwendig einzuführen gedenkt; was zu glauben berechtigt, daß dre Reformen schon fest beschlossen sind, und daß der Beitritt zu den Meinungen des Cenrral- Consistorium's die Bedingung sine yua non zur Ernennung zum Amte deS Groß-Nabdinen ist. Die sich zu dieser erhabenen Funktion Meldenden sind demnach in die traurige Alternative versetzt, zwischen ihrer Existenz und ihrem Gewissen zu wählen, welchem letzteren sie Stillschweigen gebieten müssen, wenn sie sich als zulässig erklärt sehen wollen. Indem man so die Candidaten in eine kritische Lage versetzt und indem man Reformen hervorruft, har sich außerdem das Cenrral-Consistorium eine Macht angemaßt, welche ihm nicht zukömmt, und zugleich die Religion der Gefahr ausgesetzr, in die Hände eines Mannes za fallen, der sich kein Gewissen daraus macht, sie für Gold und Ehrenbezeugungen zu verkaufen. Dies ist» was die Unterzeichneten, noch fest hangend an der Religion ihrer Väter, nicht stillschweigend ertragen könnensie prorcstiren daher, mir aller Kraft ihrer Seele, gegen diesen Mißbrauch der Gewalt, welcher ihnen höchst gefährlich erscheint. Die Unterzeichneten wollen hier nicht mit dem Cenrral-ssonsistorium einen Streit über die, von ihm vorgescklagenen Reformen, anfangen; aber gestützt auf dre Autoritär von mehr als dreihundert der würdigsten Nabbinen Europa's, worunter sich auch eine große Anzahl der französischen Nabbinen befinden, erklären sie, daß sie sich jeder Neuerung, welche man im Zudenrhume einzuführen gedenkt, förmlich widersetzen werden. Sie hoffen, daß das Central-ronsistorium keinen Anlaß zu einer Trennung in unserer Religion wird geben wollen; daß eS uns diese uns so theure Gewissensfreiheit, welche wir erst nach Jahrhunderte lang dauernden Verfolgungen erlangt haben, und für die Alles zu opfern wir den Muth in uns fühlen, nicht rauben wollen wird, und sind fest entschlossen, dem Glauben unserer Väter stets treu zu bleiben. Was unsere Vorfahren ungeachtet ihrer Verfolger in Jahrhunderten der Intoleranz und der Barbarei zu behaupten gewußt haben, werden wir uns von unfern Glaubensgenossen in einem Zeitalter der Freiheit und der Gleichheit nicht nehmen lassen. Die Unterzeichneten wünschen sich mir dem Eentral-Consistorium, Glück dazu, unter einer weisen und aufgeklärten Regierung zu leben; sie wissen, was sie diesem erhabenen Monarchen schuldig sind, der nur den Thron bestieg, um das Glück sämmtlicher Franzosen, ohne Unterschied des Glaubens, zu begründen, und der schon bei mancher Gelegenheit die lebhafteste Simpathie für die Israeliten bezeugt bar. Ebenso sind sie überzeugt, daß die Ordonnanz vom 25. Mai 1844 nur in der Absicht die israelitische Religion zu beschützen, nicht aber in der Absichr.sich Eingriffe in dieselbe^ zu erlauben, gegeben wurde, und sind von dem G lauben fest überzeugt, daß die Gewissensfreiheit auch für sie stets Realität sein wird- Die Unterzeichneten haben die Ehre u. s. w. (Folgen die Unterschriften.) Paris, den 17. Juni. Wir entnehmen dem israolite folgende Nachricht: „Gestern Abend um 7 Uhr versammelten sich das Central-Consistorium und die Abgeordneten im Narhhause, um zur Wahl des Groß-Nabbinen zu schreiten. Unter 18 Wahlzelle!, worunter auf einem gar kein Name stand, entschieden 17 für Herrn Enncry. Eine zahlreiche Menge von Israeliten, welche vor dem Nachhause den Ausgang der Wahl erwarteten, brachten die Nachricht von diesem glänzenden Triumphe sogleich durch ganz Paris." Herr Ennery ist bekanntlich ein Mann von erbinischen Fache ausgezeichnete Kenntnisse. Sein Nus und seine Verdienste werden allgemein anerkannt, und die königliche Regierung betrachtet ihn schon seit langer Zeit als würdigen Nachfolger deS sel- Herrn Großrabbinen Deutz. Wir sprechen daher die, Hoffnung aus, daß durch seinen Amtsantritt jeder Streit und Parrheihaß aufhören, und er stets als Verbreiter des Friedens und der Einigkeit dastehen wird. Türkei. Constautinopel, im April. Ein Corresponbenc der „^relrives israolltes cke krunee" gicbc folgenden Bericht über eine fürchterliche Begebenheit, welche sich in Constantinopel ereignete.

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