Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 26 (30.6.1846)
- Date
- 1846-06-30
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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223 Den 25- Decbr., Nachmittags um 3 Uhr, rraten 3 Armenier m den Laben eines jüdischen Ambrahändlers, mir dem Namen EliaS Seviglic», unter dem Vorwände, von emem reichen Kausmanne geschickt worden zu sein, um einen Kaufüber Ambrapfeifenrühren für den Belauf von 1000 Fr. mit ihm abzuschließen- Nachdem sie d«e Pfeisenröhren für obige Summe ausgesucht hatten, baren sie S..., dieselben in eine Schachtel zu legen, und ihnen nach des Kaufmanns Hanse zu folgen wo sie ihm dann bezahlt werden sollten. Zn diesen Vorschlag willigte S . . . e«n. verließ seinen Laden mit den drei Armeniern, und ist von da an niemals mehr m denjelben zurückgekehrl. Seine Familie ward natürlich unruhig über sein Ausbleiben, unterrichtete die Polizei davon, deren Nachforschungen ungeachtet Nichts entdeckt werden konnte. Die Kunde hievon gelangte an den Sultan; Sr. Hoheit schien einigen Anrheil daran zu nehmen, und ließ sogleich Befehl ergehen, die Sache streng zu untersuchen. Verdacht harre mag auf einen gewissen Armenier, welchen man auch in Gewahrsam nahm, ihn aber einen Monat später in Ermangelung an Beweisen wieder entließ- Am Mittwoch, den 8. April, ereignete eS sich, daß drei andere Armenier vor einem andern Händlerladen ausbeffern lassen zu wollen. Ein Agent der Ambrakaufleulc-Evrporation, ging zufällig vorüber und indem er das Pfeifenrohr sah, fragte er den einen der Armenier wo er eS arkaufr hätte? Indem er diese Frage an sie richtete, nahmen zwei von ihnen sogleich Reißaus. Der dritte jedoch wurde festgenommen, und zu S^s Laden geführt. Der Bruder von S-, erkannte sogleich den, auf Verdacht in Haft genommenen und erklärte das Pfeifenrohr für eins von seinem Bruder verfertigtes. Der Armenier ward sogleich nach dem Saraskreral (dortige- Magistratdistrict) gebracht, wo er gefangen genommen ward; dessen ungeachtet, läugnete er. noch immer seine Schuld, und gab vor er habe das Rohr von einem Reisenden gekauft. Nachdem man ihn untersucht halte, und keinen Beweis gegen ihn entdecken konnte, war der Magistrat schon im Begriffe ihn zu entlassen, als S.'S Bruder bat, man möchte seinen Turban untersuchen, dies ward sogleich vollbracht, und o Wunder! alle Pfeifenrühren welche der unglückliche S... den drei Männern 4 Monate vorher verkauft hatte, befand n sich in dem Turban. Mir so triftigen Beweisen gegen ihn versehen, erlangte man, nachdem man ihn auf die Tortur legte, von ihm daS Geständnis der Mordrhar» welchem er noch folgende schreckliche Details beifügte. Seviglia wäre von den 3 Armeniern in rin niedriges Khan (Häuschen) geführt worden; man hätte ihm, bis er dem vermeintlichen Kaufmanne vorgesteilc werden sollte, ein niedliches Zimmer angewiesen, während er seine Pfeifenrührrn auskramte, hatte man chm, dem Gebrauche gemäß, Kaffee und Pfeife gevrachi, der Kaffe jedoch war mit Gift vermischt; einige Miliaren nachher wurde er betäubt, und sank entseelt aus^s Sopha nieder. Zn der Nacht begruben sie ihn unter einer Treppenfiur, in welcher sie eine Löhle gegraven harren, füllten sie dann mit Kohlen an, und machten sie so der übrigen Erde wieder gleich. — Zn Folge dieses Berichtes, begab sich die Polizei, in Begleitung vieler Mitglieder der jüdischen Gemeinde, nach dem bezeichnten Flcck, wo sie auch wirklich den Körper schon im ärgsten Zustande der Verwesung fanden, von den Kohlen herrührend, welche ihn bedeckten, aber dennoch für die Leiche S's erkannt ward. Eine Wunde entdeckte man am Halse. — S. ward 40 Zahre alt, war allgemein geliebt und geachtet. Am Donnerstage, den 9. April, ward er nach jüdischem Ritus begraben. Er hinrerließ eine zahlreiche Familie, welche seinen frühzeitigen unnatürlichen Tod beweinen. Drei Individuen wurden sogleich als Theilnehmer des VerbrecyenS verhaftet, die wahrscheinlich der verdienten Strafe nicht entgehen werden. R. Palästina. Schreiben deS Groß-Rabb. C. A. Gagin. Jerusalem, im M. "v'dt. Hierdurch müssen wir Sie benachrichtigen, daß wir uns leider in der größten Noch befinden. Von Tag zu Tag nimmt das Unglück der Hungersnoch zu, die Preise der Lebensmittel steigen auf'S Höchste, und im ganzen Monar näßte kein Regen die Erde. Zn diesem Elende schmachtend, wird unsere Angst gesteigert, wenn wir an das künftige Zahr denken- Schon ist die Erndrezeic da, und der Preis ist so gestiegen, daß ein Maaß von iv'p. welchegewöhnlich 5 kostet, auf 15 gestiegen ist. Man schließe hieraus auf die übrigen Lebensmittel. DaS Höchste aller Leiden ist