Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 26 (30.6.1846)
- Date
- 1846-06-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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219 Skizzen einer Rede des Herrn Rabbiners Lipfchntz Der Einleitungsrert der Rede war 5. B. M. 4 , S. Daran knüpfle der Redner seine Festberrachrung über die Kraft, Größe und wahre Göttlichkeit der Thora an. Wir können uns nicht versagen, folgende Srellen aus der Einleitung hier wörtlich wiederzugeben- „Welt, Menschenherz. Menschenzunge, gar oft machst „du dir unsre Väterreligion zur Zielscheibe deines „Sportes und WitzeS, du wirfst Pfeile, und meinest „sie treffen, sie treffen den «Nauden, greifen ihn an, „decken seine Blöße auf; der Glaube schweigt, ziehet „sich in sein Heiligrhum wohlwissend zurück, es komme „einst eine Zeit, wo auch für ihn gesprochen werden „wird — heur' ist solch ein Tag dazu gekommen. „Horckt meine Lieben! Moses war ein großer Mann „seiner Zeit, er überragte die Weisesten der Vorwelt „an geistiger Größe, darum Kat er solch' treffliches Gesetzbuch geschrieben, so spricht die Welt — „nun sehet, der Glaube schwieg, ließ über sich solchen „Schimpf ergehen, statt GorteS Menschen-Werk zu hei- „ßen, heut' jedoch giebr er Antwort, Antwort durch „Mose den Propheten selbst 2'jpin 225>X N12- "Xi „2'222'QI, sieh' ich lehre dir Gesetze und Rechte — „die trefflich sind, die Ehre ihrem Verfasser machen, „jedoch nicht mein ist die Ehre, ich gestehe 'N2 "»1^X2 ,,'x '.i, es ist nur das, was mir der Herr, mein „Gort befohlen. Hier wähle nun, Freund, nach Belieben. ob du MoseS zum größten Mann, ja zu „einem Gotte der Menschheit und zugleich zum „schimpflichsten Lügner machen willst, der am Gängelbands falsch vorgegebener Göttlichkeit die Welt „schon seit Jahrtausende hinführt, oder, ob du lieber „dem schlichten Worte des ehrlichen Propheten Glaulen schenken willst, Thora, wie eS die Narur be- „kundet, Für Gotteswerk zu halten." — „Thora ist wohl ein treffliches Buch, aber eS „geben sich auch Sätze darin, die von dem Standpunkte unserer Jetztzeit angesehen, daraus wegge- „nommen werden müssen, weil ihr Inhalt sich über, „lebt, so spricht die Welt — der Glaube schwieg, „ließ sich bekritteln, sich vorwerfen von dem hoffähr- „kigen aufgeblasenen Zeitgeist, daß gerade seine tiefsten „Stücke alte Ungereimtheiten wären, heut jedoch „giebr er Antwort durch seinen Propheten: „bewahret Eure Religion nicht für heut' und morgen, „sondern, wie man bewahrt einen Schatz für lange, „Zeiten — und vollziehet sie, 22222,1 X'.", '2 ,,2'V2.1 222ü'21, denn sie ist Eure Weisheit und „Vernunft vor dem Auge der Völker 2X slZ/QW' lii7X „,1-X.l -2 , die wie sie alle jene Gesetze ,,— ohne Ausnahme irgend eines TheileS und Stückes hören werden, 'i;.i;i22 22.i Lp pi 112x1 „'".in, sagen müssen, es ist dies Volk eine gar kluge „vernünftige Nation. Was hier im Werden heiße „sie werden hären, das ist für uns heur' eine tausend „Jahr lange Vergangenheit schon, sie haben gehört, „die Völker Ostens und Westens, des Morgen- und „Abendlandes, unsre Thora, und haben das Buch „gepriesen, und haben aus dem Buche, wie aus einem „paradiesischen Garten mir tausenden Händen gepflückt, „das Christenthum der MuhamedismuS haben geschöpft „und gepflückt, die Bücher beider Religionen sind qe- ,,pfropft voll von entlehnten Sprüchen unsrer Thora: ,,X2 '^22, seitdem der Herr von Sinai gekommen, „IQ- 211 da erst fing es zu strahlen an von „Sieir her — dem Ursitz der heutigen Völker Europas —;1X2 1.12 P'211, und ein Abglanz brach „hervor aus dem Gebirge Paran, der alren Heimarh Is- „maels — L>iijp 7112212 Xixi, und von Myriaden „Seiten her, kam das Heilige — der Feuerstrom der „Gottesverehrung durchwallr jetzt alle Herzen und Ge- „mürher; aber — 12il L'X 12'2'2, das Alles „entsprang und entsprudelre seiner Rechte, die ein Ge- „setz des Feuers Israel antrug (5. D. M. 33,2). Das „sind Tharsachen der Geschichte, nun wähle Freund, „ob du bei deinem Stolze, deiner Hoffahrc bleiben „willst, sagen dem Welt- und Völkergeiste im Ge- „sichte, die Thora, aus der ihr schöpfet, ist trotzdem „wimmelnd von Ungereimtheiten, oder bescheiden „deine Unkennrniß einzusehen sagend: ja, was ich vergehe in diesem Buche ist herrlich, und das mir Dun- „kle, muß noch herrlicher, noch höher meinem Vers „stände liegen, und endlich das von mir gar nicht „Verstandene mir ganz verhüllt Erscheinende, es muß „auf dem höchsten Gipfel des Wissens liegen, den erst „der Menschengeist ersteigt und erfliegt, wenn er „Körper und Sinnenwelt verlassend, vom Flügel der „Seligkeit dahingetragen wird." — Der Redner fahrt hierauf fort, aus den weitern Worten des Textes auch Worte zu entnehmen für die mächtige Einwirkung des Gesetzes auf den Geist 12'X l'-x 2'2i->2 O'1°7X 1^> — und das Herz Israels