Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1846-06-30 · 26 (30.6.1846) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
26 (30.6.1846)
Date
1846-06-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2625941-2626092-2626119--0503-2628037
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Es wäre sonach sehr wünschenswert!), wenn jüdische Typographen, natürlich nur Männer religiösen Sinnes und Wandels, von denen nicht zu befürchten steht, daß sie durch irgend eine Verrichtung an diesem Bibeldrucke die heilige Sabbat- und Festfeier entweihen, — sich dazu versieben möchten, diese proponirte Herausgabe der heiligen Schrift unter die Presse zu nehmen. Unsere Hauptbedingung an die Herausgeber ist: vollkommene Correctheit, unter welcher Eigenschaft wir aber nicht bloß die völlige Fernhaltung aller Druckfehler, sondern vielmehr die sorgfältigste Aufnahme aller grammatischen, Accentuations- und massoretischen Beziehungen verstanden wissen wollen. Diese Ausgabe soll, wo man irgend ein bedarf, für den Gebrauch in der Synagoge, in der Schule und im Hause ausreichen. Um derselben diesen Grad der Vollkommenheit zu geben, ist erforderlich, daß gottesfürchtige und sachkundige Männer, deren Autorität von dem orthodoxen Iudenthume anerkannt ist, sich der Beschäftigung mit der Bestimmung der zur Vorlage dienenden Originalien, deren Regulirung nach der Massorah, der Correctur und der Revision unterziehen. Nähere Angaben und Bemerkungen in diesem Betreffe bebakten wir für unsere Mittheilungen in später» No. d. Bl. vor, glauben aber schon jetzt dem Verleger oder den Verlegern bei der schönsten Ausstattung der Bibel, und bei dem möglichst zu ermäßigenden Preise für einen angemessenen Vorthcil durch die Menge der Exemplare bürgen zu können, welche unter dem orthodoxen Publicum zahlreiche Abnehmer finden werden. Auf die erste durch diese Blätter zu vermittelnde Ankündigung eines oder mehrerer Typographen, worin sich die Neigung zur Realisirung dieser Proposirion ausspricht r und die Ausführung der gestellten Bedingungen als möglich erweist, — werden sicherlich alle synagogaldienstlichen und Privatpersonen, denen die Liebe zur heiligen Religion, wie sie der Ewige uns geoffenbart, nicht wie sie der individuelle Wahn der Rationalisten geschaffen hat, denen der ernste Wille zur religiös wissenschaftlichen Bildung der Schuljugend ihre frommen Herzen erfüllt, sich gern bemühen, die heilige Sache durch Wort und Werk zu unterstützen. A. Landsberg, den 3. Juni 1846. Wenn es nur zu oic die Pflicht für Wahrheit und Religion erheischt, rücksichtslos da zu vernrrheilen. wo wir auf diejenigen Gebilde der Neuzeit stoßen, welche die verkappten Absichten auf unsere heilige Lehre in dem verdeckenden Namen „jüdische Reformen" hüllten, wenn wrr unumwunden und laut unsere Stimme gegen ein solches Verfahren erheben, das sich ein höllisches Spiel daraus macht, unsere Religion mit dem Schleier der L,ebe anzuschwärzen, und zu brandmarken — da ist es aber auch eine dop, pelt heilige Pflicht, die eine tiefere Basis in dem Grunde des fühlenden Herzens har, laüc und öffentlich ein Streben zu bekunden, welches die schönsten Gefühle in dem Ziele findet, unsere heilige Religion zu verrheitjgen, die Herzen der Nebenmenschen für diese zu gewinnen und sie abzulenken von jenem Treiben der Neuzeit, wo ringsum Verrach und Lüge auf dem Pfade des Glaubens gestreuer wird. Zn diesem Sinne mögen Sie, Herr Nedacreur» denn meinen heurigen Bericht von hieraus entgegen nehmen, um einige anerkennende Worte über einen Mann, der Oeffentlichkeit zu übergeben, der, wenn auch nur im schlickten unscheinbaren Kreise mit Kraft und Energie die Zügel unserer heiligen Lehre ergreift — ich meine unfern Rabdinen Herrn Hirsch Llpsckütz. Wenn auch nickt hervorgerufen, doch bestärkt wurde mein Urkheil, durcheinePredigtam zweitenTageSchwueS, welche derselbe abhielt. Es war ein rieftS kräftiges Wort, welches mir wie ein Prophetenruf im verderblichen Treiben der Neuzeit enrgegenschallte, ein Wort voll von Liebe und heiligem Vertrauen zu unserem Zudrnthum, ein Wort, welches, wenn auch nur negativ, doch in scharfen, nackten Zügen das Treiben der Reform schilderte, indem eS in Hellen Farben, die feststehenden Grundsätze des Zudenkhnms heivvrhvd, zu der sich derjenige bekennen muß, der darauf Anspruch macht Jude zu heißen. Unmöglich dürfen wir eS läugnen, daß grade ein solches Work, in der Jetztzeit von besonderer Wichtigkeit ist, und ich glaube im Interesse der guten Sache zu handeln, wenn ich Ihnen beifolgend eine getreue Skizze jener inhalrvollen Predigt zusende, um sie, mir Erlaubniß des Herrn Rabbiners, den Lesern vorzuführeu.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.