Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 25 (23.6.1846)
- Date
- 1846-06-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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»W S15 W» ich meinem Volke ein Bekennkniß aussprechen: ich halte Monrefiore für mehr als eine gewöhnliche menschr liche Erscheinung! — man versiebe mich recht — Mensch von Fleisch und Blut, wie alle Andern, halte ich ihn, als ein besonders von der Gottheit auserwählres bevorzugtes Werkzeug seines heiligen Willens. Allerdings eine kühne Behauptung, — da man bededenke: Während in der Zehzeit deS Zudenlhums ringsum Verrath und Bosheit lagert, während man einen Triumph darin sucht das Zudenthum zu zerstören, während man Schlangengift unter die Gläubigen zu schleudern versucht—erscheint ein Weiser, heilig durchglüht von seinem Zudenthum, Gur und Leben für sein Zudenthum wagend, — und in der Fülle seiner Religion, in der Ausübung der so vielfach verschrieenen Orthodoxie, wo man diese Orthodoxie anzuschwarzen sich bemüht, wird ihm eine Auszeichnung eine Verehrung von den Häuptern der Erde, von Jude und Nlckt-Zude, die wohl je ein Jude erlebt — und in dem Zeitalter der — — Aufklärung wo Sir Moses diese verschmäht und verachtet,*) während er die Beweise der Anhänglichkeit und Verehrung freundlich von den Orthodoxen annimmt — soll er eine Einladung der Reform durch eine eigends abgesandle Deputation, ihre ungebackene Religion in Augenschein zu nehmen, total abgeschlagen haben — andere — die Mehrzahl des - Publikums behaupten — er hätte die Deputation gar nicht vorgelassen. — Nächstens ein Mehreres. Za ich halte ihn für eine Erscheinung zum Tröste und zum Wahrzeichen für Israel, sich nickt irre machen zu lassen, durch das Geräusch der Jetztzeit, ausharren treu und mnthig in den Glauben der Värer — denn daß der Zeitgeist — jene Parole der Reform nicht das Fröhnen der sogenannten Aufklärung fordert um sich die Achtung der Welt zu erwerben — diesen Beweis gab uns bündig, bündiger wie alle Worte, alles Geschrei der Reform ohne Worte! Montefiore. Zn diesem Sinn lebt er fort und fort in unserer Mitte bei Klein und Groß, und eS wurde als ein freudig, willkommenes Ereigniß hier begrüßt, als wenige Tage uach seiner Abreise im Verlage der Buch- *) Während er die hiesige Synagoge täglich 3 Mal besuchte. während er sowohl Dr. Sachs für seine ausgezeichneten Predigten, dem ss.-i. Herrn Lichenstein sammt dem Chor die nnverholensten Beweise seiner Zufriedenheit giebt. Handlung von B. Weyl. L Co. hierfelbst, sprechend ähnliche Porrrairs,. (eine kleinere und größere Ausgabe, die erste seine Anwesenheit in der hiesigen Synagoge, die letzte seine Audienz bei Mehemed Ali und Nicolaus I. mit seinem deutschen und hebräischen Faksimile) erschienen. Ein vielfach allgemeiner Wunsch ein körperliches Andenken an jene herrlichen Tage, wo der Giaubensheld Zuda's bei uns weilte, sein nennen zu dürfen, reichte dadurch zur Erhebung und es mag wohl dem sehr billigen Preise zugeschrieben werden, wenn die PorkraitS seit den wenigen Tagen ihres Erscheinens mir ununterbrochener Lust gekauft werden. Da dieselben von Käufierlaud gezeichnet, sich eines allgemeinen Beifalls erfreuen, so glaube ich das Interesse meiner Leser wahrzunehmen, wenn ich dieselben insbesondere darauf aufmerksam mache. — Was das Handeln und Wirken der Reform betrifft, muß ich die Leser schon auf den nächstwöchentlichen Bericht verweisen. Schütze in P. England. London. Sir Males ist hier noch nickt eingetroffen, da er sowohl durch den leidenden Zustand seiner Gemahlin, als auch dadurch, daß er beabsichtige einige der größten Gemeinden Deutschlands persönlich zu besuchen, davon verhindert worden. Ob die Rückreise von Berlin aus über Hamburg oder über Frankfurt a. M. aus genommen werden sollre, war noch nicht bestimmt, doch schien letztere Noure die wahrscheinliche. Jedenfalls beabsichtigt Sir Moses sich an die Vorstände der bedeutenden Gemeinden Deutschlands zu wenden, um ihnen die Resultate seiner Reise vvrzulegen, und sie zu gemeinsamen Schritte für das Interesse der leidenden Mirbrüder aufzuforden. Eine höchst interessante und bemerkenswerrhe Erscheinung ist, mit welcher Anerkennung und befriedigender Genugthuung sich Sir Moses in seinen Briefen über die größte Gemeinde Lirhauens, über Wilna, aussprickr. Und zwar nicht nur über die Gemeinde-Verhältnisse im Allgemeinen, nicht nur über die Großartigkeit des dortigen Lebens, sondern vorzüglich auch über die ausgezeichnete Einrichtung und Leistungen der dortigen Schulen, die ein solches Resultat lieferten, wie es nicht viele der modernsten eingerichteten Schulen Deutschlands aufzuweisen hätten. Diese Thatsache ist nicht nur an und für sich selbst höchst erfreulich und bemer-