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Der treue Zionswächter · 1846-06-23 · 25 (23.6.1846) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
25 (23.6.1846)
Date
1846-06-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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wie schamroth müßten wir unseres Zeitalters wegen zurücktreten, wenn wir kalt und gleichgültig die Eingriffe und Untergrabungen, welche sich die Rcformwuth gegen denselben erlaubt, hinnehmen würden. In einem Zeitalter, in welchem edle, menschenfreundliche Regierungen uns und unsere Religion so gütig in Schutz nehmen, und sie so herrlich blühen, sich so ungehindert aufschwingen könnte, sollten wir sie so sehr dahin welken, so tief sinken sehen, und nicht beharrlich für ihre Erkaltung wirken wollen? Eine Religion, welche sich am Probestein der Zeit bewährte, welche unsere Vorfahren mit ihrem Herzblute vertheidigten, für deren Erhaltung sie alles aufopferten, sollten wir nachlässig auf die Seite schieben lassen, und die Tiefe des Abgrundes, der sie zu verschlingen droht, nicht bemerken, nicht beachten wollen? Sollte der Sterbliche nur immer dem Eigennutze nachhängen, nur irdischen Gewinn, nur zeitliches Glück emsig aufsuchen und nicht auch der Religion ein Plätzchen in seinem Herzen anweisen, nicht auch ihr, den ihr gebührenden Tribut seiner Thätigkeit, seines Strebens weihen wollen? 2st das wohl ein Zeitalter des Lichtes, der Aufklärung zu nennen, das um irdische-Vortheile, Gegenstände der Vergänglichkeit zu erhaschen; das Gut der Ewigkeit, die Religion von sich stößt! das seinen sinnlichen Trieben zu fröhnen, seine Ehrgier zu sättigen, durch Spitzfindigkeit die Dämme zu durchbohren sucht, welchederGlaube solchem Streben entgegensetzt? Nein, nicht solcher Weg führt zum wahren Lichte, nicht in einer solchen Richtung gelangt man zur wahren Aufklärung. Nicht mit dem Auge zur Erde schauend finden wir das wahre Licht, nehmen wir die hellleuchtenden Strahlen der Aufklärung in uns auf, sondern mit dem Blicke zum Himmel gewandt; nur von dort her kann sich unser von dunkeln Nebeln umschwebter Sinn aufklären, nur von dort her kann das ewigen Licht uns entgegen stralen. ",22 -2 Lassen wir daher unsere Aufmerksamkeit stets darauf gerichtet fein, das erloschene Feuer für unfern Glauben wieder anzufachen, den schlummernden Eifer für denselben wieder zu erwecken- Lassen wir uns dieses so schätzbare Kleinod für welches unsere Glaubensgenossen Jahrtausende schon so heldenmüthig und so siegreich gekämpft, nicht durch die Schilderhebung einiger ränkesüchtigen Thoren entwinden. Wir wollen vielmehr durch unser beharrliches Verteidigen desselben als schönes Vorbild vorangehen, auf daß wir durch unser heißes Streben dessen Erhaltung sichern, die erkalteten Herzen unserer Gegner für ihn wieder erwärmen. Friede und Eintracht wird alsdann das herrliche Band sein, welches unsere Glaubensgenossen wieder vereinigen wird Und auch unser Zeitalter wir alsdann einen ehrenden Platz in der Geschichte unseres Glaubens einnehmen und die Schande verwischen, welche die schiefe Richtung eines Theiles unserer Glaubens- Verwandten auf die Nachwelt vererben würde. — Don S—k in Preßburg. (Beschluß.) In größer» orthodoxen Gemeinden, wo gewöhnlich mehrere tii^n 21^'^ bestehen, von denen eine jede ihren eigenen sL^"! hat, ist es ein leichtes, daß sich immer Individuen die sich auf ein und dieselbe Bildungsstufe befinden zu einer 7^2-1 vereinen, und diesen wird immer ein solcher gegeben, dem es zu Gebothe steht ihrem Geschmacke im äußerlichen Schmucke seines Vortrages jzu genügen- Der niedrigern Classe (in der Bildung, die deswegen die religiöseste sein mag) einen von altem Schrott und Korn, den Halbgebildeten einen Prediger nach neuestem Zuschnitte. Es versteht sich von selbst, daß diese alle notorische Talmudisten (nach obiger Ethymologie dieses Wortes) sein müssen, und die Tendenz ihres Vortrages, in welcher Hülle immer Belebung des Interesses für den wahren alten Glauben sein muß. Durch die^e Maaßregcl würden alle Gemeindemitglieder mit Herz und Seele für's orthodoxe Judeuthum gewonnen werden, während durch den unverzeihlichen Mißgriff der alten Mitglieder nur eine, im jüdischen Tialect gehaltene oder nur eine mit allen modernen Zubehör ausgestattete Predigt geboten wird, ein großer Theil ganz ohne geistige

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