Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 25 (23.6.1846)
- Date
- 1846-06-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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»M 212 -z» die Ignoranz auf den Ruin des Glaubens sich erhebt, wenn Ncologen sich breit machen und das Judenrhum zu verschlingen trachten, da ist es das beharrliche EntgeZenwirken, die unverdrossene Ausdauer, und der unermüdliche göttliche Eifer von Seiten der Rechtgläubigen, welche diese Glaubensfeinde aus dem Felde schlagen und ihrem dünkelhaften unverschämtem Treiben ein Ziel setzen müssen. So greift tief die Beharrlichkeit in das religiöse Leben ein, alle Pulsadern werden durch sie in Regsamkeit gesetzt. Und warum sollte sie uns nicht auch in einem Kampfe, wie er leider jetzt auf religiösem Gebiete begonnen, stets zur Seite stehen? Da wir doch so beharrlich unser irdisches Glück, unsere zeitliche Wohlfahrt verfolgen, da wir alles aufbielen, keine Mühe scheuen, keine Hindernisse achten, wo es den Erwerb von weltlichen Gütern betrifft, warum sollten^ wir uns nicht auf eben diese Weise, durch dieselbe Beharrlichkeit angeregt fühlen unser ewiges Glück, unsere ewige Wohlfahrt vermittelst der Religion erwerben und erhalten zu wollen? Warum sollten wir unsern geistigen, unser» religiösen Sinn nicht ebenso ängstlich vor Beschädigung hüten wollen, als wir dieses bei unsern körperlichen Sinnen thun? Warum nicht wenigstens ebenso sorgenvoll über unsern Glauben wachen, ihn vor Einbrüchen zu bewahren suchen, wie wir dieses bei unserem irdischen Habe zu thun pflegen? Warum, diesem ewigen Gute weniger Aufmerksamkeit schenken, weniger Pekümmerniß um den Verlust desselben haben, als bei unsern zeitlichen Gütern? Oder fehlt es uns etwa an nachahmungswürdigen Vorbildern hiezu, sind wir vielleicht die ersten die einen solchen Weg einschlagen, ihre Beharrlichkeit auf solche Weise betätigen sollen? gewiß nicht. Schlagen wir auf die Geschichte unseres Glaubens, und wir finden sie von dem Geiste der Beharrlichkeit überall durchweht, überall Beharrlichkeit als den mächtigsten Schutzengel für dessen Erhaltung und Befestigung wirken. Was wäre nach allen menschlichen Einsichten aus unserer Religion geworden, wenn nicht die Beharrlichkeit, die unverdrossene Ausdauer ihrer Träger sie stets erhoben und geschützt hätte? Schon mehr als drei Jahrtausende sind es, seitdem wir durch Gottes Allgüte damit beglückt worden, und noch steht sie da in ihrem reinen Lichte, uns zu erleuchten die Finstcrniß dieses Erdeulebens, uns zu erhalten die wahre Bestimmung unseres Daseins, unsern Blick dem Irdischen zu entheben und ihm dem Höher«, dem Göttlichen zuzuwenden. Was hat sie aber vor dem Versinken im Strome der Zeit bewahrt, welche magische Kraft hat sie dem alles zernagenden Zahn der Vergänglichkeit entrissen? Es war die Beharrlichkeit im Glauben, die unverdrossene Hingebung für denselben, welche die Generationen Israels stets so rühmlich bethätigten. Wenn Feindeshand sich nach ihm ausstreckte, wenn Feuer und Schwert ihm ein Ende machen wollten, wenn Beschränkungen aller Art ihn zu vernichten drohten, da war es die Beharrlichkeit, die ihn gegen die anbrausenden Wogen der Zerstörung unverletzt erhielten. Die mächtigsten Herrscher und Gewalthaber, lehnten sich gegen denselben auf, suchten sein Ende herbei zu führen, aber stets war es die Beharrlichkeit unserer Vorfahren, an welche alle ihre oft tieferdachten Plane des Verderbens scheiterten. Sie standen nicht zurück, wenn ihr Glaube angegriffen ward, sie setzten vielmehr alles dagegen ein, was ihnen werlh und theuer war. Die heilige Flamme der Religion verdunkelte bei ihnen jeden Schein von Selbstsucht Eigennutz und Ehrgier. Manches edle Blut ward unserem Glauben geopfert, er ist mit theurem Leben so vieler Märtyrer besiegelt, und zu allen Zeiten traten mächtige Kämpfer für denselben in die Schranken, ihn mit Wort und That beharrlich zu vertheidigen. Welches Elend, welche Leiden mußten unsere Glaubensgenossen in der Vorzeit der Religion wegen erdulden, und dennoch ward ihre Beharrlichkeit nie zum Wanken gebracht. Duldsam und unverdrossen ertrugen sie jede Zurücksetzung, jede Beleidigung, gaben sie sich jeder Gefahr preis, weil es ihrer Religion galt, die sie mit Beharrlichkeit zu vertheidigen sich verpflichtet fühlten; beharrlich zogen sie von Stadt zn Stadt, von Land zu Land, von Erdstrich zu Erdstrich, um dem Willen, den Geboten ihres Gottes Nachkommen zu können, ihre Gebräuche unangetastet zu erhalten. Wenn uns nun solche edle Bilder der Hingebung, der Aufopferung für den Glauben, solcher beharrlicher Sinn für die Verteidigung und Erhaltung desselben, aus der grauen Vorzeit entgegen leuchten.