Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 24 (16.6.1846)
- Date
- 1846-06-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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lesen wir: «Einhorn: die Idee des Messias sicher mir dem ganzen Ceremonialgesctze in enger Verbindung." „Der Anhänger des Talmuds findet sein Heil „nur in der vollen Uebung aller Gebrauche rc. rc. „Zetzt hat sich der Zdeenkreis geändert. Wir bedürfen nicht eines so ausgedehnten Ceremonialgesetz.es „als ehemals nöthig war. Der vormalige Standpunkt „des. Volkes beschränkte die Vorsehung Gottes auf „Land und Volk, man glaubte, die Gottheit habe „Wohlgefallen an blutigen Opfern und Priester seien „zur Sühne erforderlich rc. rc. Nur der Talmud be- „wegt sich im Kreise, wir aber huldigen dem Fortschritt.*) Ich stimme für Entfernung aller Sehnsucht „nacb blutigen Opfern und politischer Herstellung." Du glückliches Jahrhundert.' du überragst in Allem die ganze Vergangenheit. Du hast nicht nur Dampfryaschienen, Dampfwagen, Eisenbahnen, Dissidenten und s g. Lichtfreunde unter allen Confessionen aufzuweisen, sondern eS fehlt dir selbst an einem Subjekte nicht, das ein Attentat begangen, vor welchem die Ruchlosigkeit zur Zeit der Zerstörung des 2ren Tempels zurückbebte **) Und gerade dieser Tagesheld ist'S, der eine neue Torah in Miniatur fabrizirt, Einhorn streicht ja durch sein hier kundgegebenes Glaubensbckenntniß das 3re Buch Moses, legt sein unbarmherziges anatomisches Instrument an die andern 4 Bücher, entfernt daraus, was auf Opfer und Cermonialgesctz Bezug hat, und die so beschnittene Torah legt dann gewiß Niemanden mehr Fesseln an; der Talmud aber wird ganz entbehrlich, da ihn ein solcher I)r. wohl ersetzt. Frage 3- Ob Wiederholung der ,-NL'p norhwcndig sei, und 2'2O1O beizubehalren sind?" Einhorn will(S.121) nicht nur die Mussafim abgeschaffr, sondern an deren Stelle sogar einen Dank gesetzt wissen, „für Abschaffung «der Opfer und Zerstreuung Israels" und als er damit nicht durchzudringen vermochte, suchte er (S. 124) wenigstens noch einen Riegel vorzuschieben. Frage 4. Thvravorlesung betr. und zwar: Ob ein dreijähriger Cyclus einzuführen sei? (S. 127) Daß der Reformationsheld wieder zu denjenigen ge- *) Nach Maimonides Hilchoth Mamrim s, I, ist das aber ein wahrer Apikorus. *») Selbst in dieser gottlosen Zeit -atlman, bekanntlich nach Talmud j'L'ü Fol. 53 a ''N Ehrfurcht vor dem Lehrer bewiesen. hört, die die alte Ordnung umstoßcn wollen, bedarf keiner Erwähnung; selbst l ant-iNLL' schneidet er innerhalb dieser Zeit (S. 131) den Paß ab; eben so ergehts der die er (S. 134) nur „Deutschs vortragen lassen will, mit der Aeußerung: „Schlimm genug, daß wir die Thora noch nicht Zeit das Gnadenbrod, in ihrer heiligen Sprache gelesen werden zu dürfen, und kann sich das Buch Esther in der Thar noch gratuliren, wenn er (S.137) noch ein kümmerliches Dasein am Vorabende des Purimfestes ihm gönnt und es vor der Hand nur des Morgens aus der Synagoge verweist, freilich trotz dem Bei der weitern Frage: Ob die '1 künftig beizubehalren seien, aus Rücksicht auf die tiefen Wurzeln, welches dieses Institut beim Volke und selbst bei den gebildeten Mitgliedern der Gemeinde gefaßt (S. 141)? auch aus finanziellen Rücksichten (S. 112) oder auch aus Rücksicht auf das religiöse Gefühl des Volkes(S.143)? Dabei scheint Einhorn in wahre Wurh gekommen zu sein „Ich begreife nicht," sagt er da, ,,wie man sich »n der Ausführung der Reform durch das Volksbewußrsein hindern lassen wolle," daS Institut der i hat aufzuhören rc. Nun folgte als Are Frage: Ob die Orgel beim jüdischen Gottesdienste rärhlich und zulässig sei? „Hier spendet Einhorn reichlich. Nicht nur zulässig ist die Orgel beim jüdischen Gottesdienste, sondern „sie darf und soll sogar auch am Sabbath von einem Israeliten gespielt werben" äußert (S. 147—151) dieser Hochweise t,?) S* 159, 161 und 162 giebt er im Betreffe der Adresse an die Berliner Reformgenosscnschafr seine Anhänglichkeit an dieselbe aufs unzweideutigste zu erkennen. Und folgte nun endlich die letzte Frage: Ob Nicht r^'2l2 hinlänglich sei? Daß?>-!2 den Reformator hier nicht zurückhälr, seine Stimme auch hierin gegen ertönen zu lassen, kann nicht mehr befremden; die Neformationswuth indeß, mit welcher er hiebei (S. 186) „die Geduld derer bewundert, die niemals Zeit haben, immer warten, immer aufschieben müssen" hätte aber billig schon etwas abgekühlt sein dürfen. Auf diesen Neologen erkundigte sich die Israel. Gemeinde zu Schwerin in einem Schreiben vom 10.