Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 24 (16.6.1846)
- Date
- 1846-06-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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schichte der Vorzeit bekannt zu machen, sondern es wallet vielmehr dabei die Absicht ob, uns auf wichtige Religionslehren zu leiten, uns durch große und erhabene Vorbilder zu belehren, welche Gesinnungen unser Gemüth durchdringen sollen, welche Lenkungsweise wir uns zu eigen machen muffen, um mit Erfolg in den heiligen Tempel der Religion eintrcten zu können. So wenig daher auch die Aufzählung der Begebenheiten vom Beginn der Schöpfung das Gebiet der Religion zu berühren scheint, so unbedeutend, so nutzlos die Mittheilung der Lebensgejchichte früherer Menschen dem nach Glaubenssätze dürstenden sein mögen, ja. so auffallend es selbst manchem erscheinen könnte, Geschichtsuotizen als Einleitung zur heiligen Lehre zu finden, sp siyd es dennoch gerade diese Begebenheiten, diese Geschichtsfragmente, welche das Fundament des Glaubens ausmachen, welche als die unerschütterlichen Pfeiler zur Festhaltung des großen Religionsgebäudes Geltung haben. So soll uns die Erzählung des Schöpfungsgeschichte den Schlüssel zu den Pforten des Glaubenstempelö, die wichtige Lehre in Händen geben, daß es ein unerforschliches Wesen, einen Gott gebe, der das ganze Universum aus Nichts hervorgerufen hat, dessen Allgewalt sich daher über alle Wesen in der Schöpfung erstreckt, dem Alles untergeordnet ist; daß der Mensch als das edelste Geschöpf zum Herrscher aller Wesen eingesetzt, als der alleinige Zweck der ganzen Schöpfung zu betrachten ist; daß nur er würdig gefunden worden im Dienste seines Schöpfers, im Gehorsam gegen Gott seinen wahren Beruf, seine wahre Bestimmung zu finden. Um uns aber ein lebendiges Bild vor Augen zu stellen, auf welche Weise wir diesem uns vorgesteckten Ziele nachstreben sollen, dazu soll uns die Bekanntschaft mit der Geschichte unserer Vorfahren dienen. Sie soll uns zeigen, daß das Streben zur Erreichung desselben das unausgesetzte Wirken unseres ganzen Daseins sein muß, daß wir beharrlich und mir Festigkeit demselben entgegen zu gehen haben, keine Beschwerde fühlen, keinen Rückhalt, kein Hinderniß achten, keine Mühe sparen, keinen Nachthcil befürchten, keinen Verlust berücksichtigen, keine Gefahr scheuen dürfen, wo es der Erfüllung unseres wahrhaften Berufes, unserer höher» Bestimmung gilt, wo es unsere heilige Pflicht erfordert, unserem Schöpfer zu dienen, dem Willen und den Geboten unseres Gottes nachzukommen. Wir sollen das Heiligthum der Religion mit gebührender Ehrfurcht betreten, ohne darin etwas antasten oder umstoßen zu wollen, vielmehr mit unserem Erzvater Jacob sprechen: 1PL, .1» 2'.1^ N'2 2X 1! s'tr 8115 .12 2-2^1, wir dürfen kein Bedenken tragen, das Leben der Lehre unterzuordnen, mtsern Willen dem Willen des Höchsten selbst noch alsdann unbedingt zu unterstellen, wenn uns die Ursache, der Zweck desselben unbekannt bleibt. So dachten und handelten unsere Erzväter, davon zeugt das uns vorgezcichnete Bild ihres Wirkens auf Erden; sie weiheten alles, was ihnen werth und theuer war dem Dienste des Herrn, opferten ihre Gemächlichkeit, ihre zeitlichen Vortheile, ihr Vermögen und selbst ihr Leben dem Willen ihres Schöpfers. Was uns aber noch besonders aus all ihrem Thun eindringlich entgegen leuchtet, ist die Beharrlichkeit und der feste unbeugsame Wille, mit welchem sie ihren Beruf verfolgten, und dieses ist es, was hauptsächlich in unserer Zeit angeregt zu werden von so hoher Wichtigkeit ist. In einer so bewegten frivolen Zeit, in welcher nicht der innere Gehalt unserer heiligen Religion beachtet und sie nur nach ihrem äußern Glanze beurtheilt wird; in einer Zeit, in welcher unsere herrlichsten Institutionen, unsere wichtigsten, heilvollsten Einrichtungen und Gebräuche mit Füßen getreten werden, wo die Religion dem Eigennutze weichen, gegen profane Zwecke, gegen vergänglichen Glanz, gegen irdischen Gewinn vertauscht werden soll; in einer Zeit, in welcher Heuchler unter dem scheinheiligen Deckmantel den gesunkenen Glauben wieder aufzurichtcn, über alle äußern Zeichen und Merkmale desselben den Stab zu brechen suchen, wo sogar solche, welche sich Hirten des Volkes nennen, dem Religionskörper Glied um Glied abreißen zu wollen sich nicht entblöden, ja selbst nach dessen Pulsadern greifen, ihm den Lebenssaft zu entziehen: in einer solchen Zeit ist es die nicht genug zu empfehlende Aufgabe, die wahrhaft religiöse Pflicht der echt Gläubigen sich zusammen zu schaarcn und in Gemeinschaft mit unüberwindlicher Beharrlichkeit, mit festen! Willen und unverdrossener Ansdauer den Schändern und Verstümmelern unserer Glaubens-