Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 23 (9.6.1846)
- Date
- 1846-06-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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im Allgemeinen so ob, daß man ihm offen nichts anhaben kann, so wird eö doch, bei unedlen oder leidenschaftlichen Charakteren, an Angriffen nicht fehlen, die unter dem Schutze der Dunkelheit ausgeschleuderc und mir der Annahme einer ehrlichen Miene geheiligt werden , ihn io mit Machinationen aller Art umgebend, die semen Sturz früh oder spät herdelführen müssen. Und wollten wir auch diese üblen Auswüchse des reclen Schadens gern bei Seite lassen, Lenkend xv so erzeugt doch ein solches Verhälcniß ein peinigendes Gefühl des Unbehagens, zu wissen, wie man mit einem Vorgesetzten, hingeben, bei dem man Trost und Schutz gegen die, wahrlich nicht geringen andern Unbilden des Lehrerlebcns suchen und finden sollte, der mir einem Worte einen und denselben Beruf, ein und dasselbe Ziel mit uns har, wenn auch nach einem ausgedehnteren Maßstade, wie man mir ihm auf dem Fuße des Misstrauens, der Furcht, der Abneigung siehe: wenig zur Aufmunterung sprechende Umstände. Wie nun diesem Mißverhältnisse abhelfen, wie seine Folgen neucralifiren? Das ist schnell über den Mund gesetzt, aber der ist nicht sogleich bei der Hand, der Selbstaufopferung in hinreichendem Maße besäße, die Wahl des One dem Gegner zu überlassen. Wird man sich ohne Weiteres zur alsbaldigen Entfernung mit oder ohne Familie und zu einem Tappen in der ungewissen Irre entschließen können? Oder gestatten es die Gesetze eines jeden Landes, den Dienst in unserm Varerlande, worin es uns unbehaglich wurde, wegen der temporär darin gebietenden geistlichen Oberhirrlichkerr, mit dem des sich gegen uns sperrenden Auslandes zu verrauschen? Oder ist eS nur im Interesse der Gemeinde, in welcher man seit einer Reihe von Jahren glücklich gewirkt, rathsam, einen solchen Lehrer gekrönt mir allgemeiner Zufriedenheit, aufzugeben, der bereit wäre, lieber seine Stellung, als seine Selbstständigkeit hinzuwerfcn? Es liegt, meines Bedünkens, gerade in der Manifestation einer solchen Charakterstärke der Beweis für seine unwandelbaren Gesinnungen , und somit resultier auch hieraus die Pflicht für die Gemeinde, alles aufzubieren, um einen solchen Lehrer für ihre Kinder zu erhalten, da sie sonst für einen Würdigen einen Augendiener, Serviliräc für wahre Tugend placiren würde. Har daher die Vorsehung, die sicher unsere Standhaftigkeit in unserer Religion durch die gegenwärtig herrschende Verwirrung prüfen will, in eine Gemeinde, einen Bezirk, e«n Land einen Rabbiner geschickt, der abweichend lehrt und mir dem unter ihm stehenden orthodox gesinnten Lehrer in kein harmonirendeS Vernehmen kommen kann, so muß dieser dennoch forrfahren, neben Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften seinen Grundsätzen getreu zu lehren und zu leben, aber den Nabbinen und seine Behörden durch die gewissenhafteste Pflichterfüllung in dem ganzen Umfange seines Berufes und den reinsten Lebenswandel zu überzeugen sich bemühen, wie es ihm um das wahre Glück seiner Pflegbefohlenen zu rhun sei, denen er die Sicherheit seiner Existenz, die Gunst und alle die irdischen Vorrheile, um welche Andere mir ihrem Thxuersirn buhlen, opfern kann. Zn der Würde, die eine solche Handlungsweise über sein Wesen verbreitet. und in der öffentlichen Meinung, der er Achtung abnöthigr, erhält er einen Beistand, welcher ihn nicht so leicht im Stiche läßt. Seine Gemeinde insbesondere aber, wenn sie anders mir ihm sympathisier, räume möglichst die Hindernisse hinweg, die sich »hm entgegenstellen, und versüße ihm seine erschwerte Stellung durch vermehrten Beifall und Anerkennung *) ZeitrrrrgSNrrchrrchtcn. Grostlierxogthum Baden. Nekrolog. Bödigheir», den 26. April 1816. Zn der Nacht vom 22 — 2Z. d. M entschlief der bisheriae Dezirksrabbiner Daniel Zakob Rorhenbnrger dahier, nachdem er bis zu den lehren Lebensstunden sein glaubensvolles Bewußtsein bewahrt, sanft ohne den geringsten Kampf und vollkommen vorbereitet in ein besseres Leben beim Ewigen, den er sters bei seinem ganzen Leben liebte. Er starb den Tod der Ge- *) Nach Abfassung dieses Aussatzes kommt mir die No. 16 d. B. zu Gesichte, worin ich — in der Korrespondenz aus dem Mecklenburgischen — nur zu sehr die Besinngung des Gesagten finde.