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Der treue Zionswächter · 1846-06-02 · 22 (2.6.1846) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
22 (2.6.1846)
Date
1846-06-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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»W iso M» ZeitAAgsNachrichtrN. P r e u st e n. Berlin, den 17. Mai. Die Gast-Vorstellungen bei den Reformern dauern fort. Zur Abwechselung hat man sich einmal mir einem billigern Darsteller begnügr. vr. Philippsohn hak gestern und heute gepredigt, natürlich — mit grenzenlosem Beifall. Bald ein Näheres. Aus der Lheinproviry. So ist denn die aachcner Prediger-, Vorsänger- und Lehrerstelle dem früher in W. fungirenden Gans, welcher von Zweien gewählt worden, übertragen. Auch wurde vor einiger Zeit ein abgehender Vorsteher durch einen seines Gleichen ersetzt. Mit diesen Mutationen sollte nun der ganze jüdische Kultus umgcstalret werden Es wurden nämlich vor Ostern sub rosa sieben Gemeinderaihe "iP '1 gewählt. Diese, mit zwei Vorstehern an der Spitze, überraschten nun am ersten Pesachrage den einen noch frommen Vorsteher und die übrigen Gemein deglieder durch einen Gottesdienst nach der neuesten berliner Mode. Leder radelte dieses arrogante, einseitige Verfahren dieser Neuerer weder die Gemeinde, noch das Konsistorium Zu Lrefeld darum angegangen zu haben, und die Orthodoxen wandten sich an besagtes Konsistorium. Aber auch die Reformer kamen beim Konsistorium ein, „doch die Beschlüsse der R.-V. in hiesigem Sprengel Zu konstiruiren" rc. Das Konsistorium erwiederte, daß es genannte Beschlüsse nicht für maßgebend halte, und weist jede Neuerung entschieden zurück, somit sei die frühere Ordnung wieder herzusiellen. — Es ist indeß merkwürdig, daß Leute, z. D. ein vr W. in Aachen, der nagelneue Vorsteher S. rc., Leute, die schon vor Lahr und Tag dem jüdischen Leben ein Valet zugerufen, gar nicht mehr --22 sind, sich dennoch, obgleich sie gar keiner Erleichterung mehr in der Religion bedürfen, auf die Autoritär der R.-B. berufen, als für sie gänzlich zu entbehren. Letzt machen sie Miene, sich faktisch zurrennen. Wäre es schon eine Stunde nachher! Auch bei uns ist der heilige Eifer für bas Tora- Studium rege geworden Seit einem halben Lahre haben sich schon in hiesiger Gegend fünf Nl'Tl "liL^-i gebildet, die sich schöner Fortschritte erfreuen. Zn denselben wird auch Ihr geschätztes Blatt eifrig gelesen und besprochen, und freuen sich die Dekheiligten sehr, wenn dasselbe eine ralmudische Disputation, oder sonst eine schöne Abhandlung enthält. Die Zdee Ihres LiteraturblatteS zum Z.-W. hat sich hier der regsten Theilnahme zu erfreuen gehabt. Aurfurstenthum Hessen. Cassel. Seit meinem jüngsten Berichte hat Fasset hier noch einmal gepredigt, und zwar mit ziemlich allgemeinem Beifalle, so daß der Wunsch, derselbe möge die erledigte Landrabbiner-Stelle erhalten, rege geworden ist Allein so gerne wir auch wünschen, dieses endlosen Provisoriums einmal entledigt zu werdem noch wesentliche Hindernisse entgegen. Nach dem Wortlaute deö Gesetzes har jeder zu ernennende Provinzial-Rabbiner sich zweien Prüfungen zu unterwerfen, einer beim Landrabdinatin Bezug auf jüdisch-religiöses Wissen, und einer bei der Landes-Universilär zu Marburg, bezüglich auf philosophisches Wissen. <Ein Dispens von einer dieser beiden Prüfungen ist unter keiner Bedingung zu erlangen, da der Wortlaut des Gesetzes sich zu bestimmt und klar in dieser Beziehung aussprichr. Daß aber auch die Bekleidung einer Rabbiner- Stelle, und würde selbige auch von dem ausgezeichnetsten Inhaber seit einer Reihe von Zähren bekleidet, nicht von jener Prüfung dispensiren könne, beweist zue Genüge daß dem Nabb. Gosen zu Marburg, der die dortige Stelle seit mehr als 20 Zähren bekleidet, der früher selbst die Kandidaten prüfte, später sich aber weigette. für sich die vorgeschriebene Prüfung abzuiege«', trotz vielfacher Bitten und Reklamationen vom Ministerium nicht gestattet wurde, als Mitglied des Landrabbinars — wozu eigentlich alle Provinzial-Rabbinen berufen sind — emzutrelen. Aus diesen Umständen erhellt zur Genüge, daß wir Fassel's Wahl noch nicht als ganz gesichert ansehen können. Der Prüfung beim Landrabbinac würde sich F. natürlich unterwerfen, doch

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