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Der treue Zionswächter · 1846-06-02 · 22 (2.6.1846) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
22 (2.6.1846)
Date
1846-06-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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des „s g. reinen Zudenrbums" kehren, und nur einige Minuren widme deine Aufmerksamkeit gegenwärtigem Unterrichte und du kennst seine Lehrsätze, weißt, wie viel dasselbe beiträgt zu deiner zeitlichen und ewigen Wohlfahrt- Nachdem der Herr Doktor mit unergründlicher Tiefe über die Hümesche Skeprik und die Kanrische Kritik, über Descattes und Leibnih rc. Vieles und GelehrtklingendeS parlirr, ward der mit gesundem Menschenverstand begabte Schüler ungeduldig. Schüler. Aber, bester Herr Doktor, diese Hypothesen gehen über meinen Horizont hinaus; kommen wir doch chieder Ms unser. Thema zurück. Wo findet sich denn ihr „reines Zudenthum"? Zu den Orthodoxen weisen Sie mich doch nicht, denn diese find doch zu sehr bei Ihnen verschrieen als Unwissende und Abergläubische. Also etwa zu den Rezehnden dieses Säcniums? Doktor. Nein, mein Lieber, bei keinem von diesen wrrst du es finden, Zwar tharen Genannte lehr viel, bahnten daS jetzt geebnete Terram; aber viel zu unentschlossen und schwankend, wagten sie eS nicht, xoxul! imusa ihre gehegten Meinungen zu realifiren, oder hingen auch noch am babylonischen Thurmdau (i. e. Talmud). Darum auch waren ihre blöden Augen zu schwach, unser Helles Sonnenlicht zu ertragen. Jetzt, jetzt ist das begonnene Werk vollendet. Die Menschheit ist vom schmählichen Aberglauben befreit. Die Zeiten sind vorüber, wo man alles auf's Wort glaubt, heute fragt man gleich nach dem Grunde des Beweises. Schüler. Also was ich nicht begreifen kann, das glaube ich nicht. Aber wir sehen ja so viele Dinge auf unserer weiten Erde, die wir mir Händen greifen, mit all unfern Wissenschaften aber nicht zu begreifen sind; da müssen wir ja auch glauben. Und ist das Unsichtbare ja noch schwerer zu erfassen > als das, was wir mir unfern Augen, sehen. Zn der Natur um uns reihet sich Gcheimniß an Geheimniß, und bei all unserer Gelehrsamkeit wissen wir nicht einmal, wie ein Grashalm wächst. Aber wohin gerathen wir? Sagen Sie mir doch, liebster Herr Doktor, wo findet sich daS „reine Zudenthum"? Doch wohl in der Bibel? Doktor. Nein; denn sowohl die Orthodoxen, als die Reformer, bewiesen daraus ihre »»sinnigsten und widersprechendsten Lehren. Und ist sie ja doch nicht ganz GorreS Wort- Schüler (erschrocken). Suchen wir es denn bei den jetzigen Theologen 7° Doktor. Allerdings, aber nicht bei allen, bei einem Theile desselben nur. Obgleich vorurcheilSfreier, hängen einige — wie gesagt — noch zu sehr am Herkömmlichen; die andern aber, daS sind die wahren Träger des Zeitgeistes, des Volksbewußtseins, der Bildung, kurz der- Schüler (ungeduldig). Aber, lieber Herr, sagen Sie mir doch die Lehrsätze Ihres „reinen Iudenthums". Es werden doch dieselben das enthalten, was die zeitliche und ewige Wohlfahrt .des Menschen bezweckt. Sie werden doch wesentlich beitragen zur Haltung und Begründung seiner Moral, die Lehren von einem persönlichen, einzig einigen Wesen, das die Welt erhält, regiert, all unsere Schicksale lenkt; einem allliebenden und allgerechten Gorre, welcher die guten Handlungen und Gesinnungen der Menschen belohyk, und ihre bösen bestraft, und gemäß dieser Liebe und Gerechrigkeir die Lehre von Unsterblichkeit und Gerechtigkeit beibehalten? Ein spöttisches Lächeln und Achselzucken des Herrn Doktors war die Antwort hierauf. Als aber der Schüler forrfuhr, mit forschendem Blick ihn anzuschauen, rief der Doktor. O 5mrwt.i 8imz»Ii<-itrr.*' wre bist du noch so weit zurück! Meine Vernunft ,st me«„ Gotr, sie erhälr, regiert, ienker meine Schicksale; Bedürfnis mein Gewissen; Befriedigung meiner Begierden mein Himmel; das Grab mein Ende. Vor dem ihn furchtbar angähnenden Abgründe grauend, fragt der S ch ü l e r. WaS brhalren Sie denn vom )udenchum bei? Doktor. Den Namen. Schüler. Und warum diesen? Doktor. Unsers Geschäfts wegen Verabscheuend den Menschen, der ihn durch seinen Namen zu täuschen gesucht, verließ der Schüler den Unterricht. Dem ^errn Dekror rhar's leid, seine Weisheit an einen so Unempsanglicleu verschivender zu haben, und ging, Andere seinem Evangelium zu werben. -»«-

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