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Der treue Zionswächter · 1846-06-02 · 22 (2.6.1846) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
22 (2.6.1846)
Date
1846-06-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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mit wahrem Jubel wurde daher von allen Gläubigen in Israel dieses Blatt begrüßt, das von für ihren Glauben begeisterten Männern geleitet, sich?s zur Tendenz gemacht, die Interessen des orthodoxen Judenthums zu wahren, die Stimmen der Altgläubigen bereitwillig aufzunehmen, und sie so zur Publizität zu bringen, damit Verirrte wieder auf die rechte Bahn, auf den Weg Gottes gebracht, die Verführer entlarvt, die Verführten enttäuscht würden, und so durch das nun ermöglichte heilsame Zusammenwirken vieler, recht vieler , zum hohen Zwecke vereinten Kräfte das gottgefällige Ziel erreicht, der Unglaube aus Israel gebannt werde. Es muß daher auch innigster Wunsch jedes Glaubenstreuen sein, auch sein Scherflein zu diesem heiligen Werke beitragen zu können, und wird er hierzu feine wenn auch noch so schwachen Kräfte freudig anbieten. Es sollte aber auch keine Hand zurückgewiesen, keine Arbeit, wenn noch so unansehnlich , unberücksichtigt bleiben. Wollen wir ja nicht, wie unsere Gegner, nur durch äußern Glauz blenden, durch elegante Sophismen verführen, wir wollen nur reine Wahrheit, und die kann allen äußern Schmuck entbehren. .-.L2Pr>2xn Die ses vorausgesetzt, wage auch ich mich, obwohl der Unbedeutenheit meiner Leistungen bewußt, vor das Forum der Oeffentlichkeit, und zwar um meine Meinung darüber zu äußern, wie die Interessen des orthodoren Judenthums in der Jetztzeit am sichersten zu wahren seien. Ich halte keinesfalls meine Meinung für maßgebend, glaube aber, daß es sehr nützlich, ja sehr nothwendig sei, daß sich recht Viele über diesen Gegenstand aussprächen, und ihre Meinungen in diesem Organe der Oeffentr lichkeit mittheilten, damit ein Austausch der Ideen, eine Einigung und Verständigung erzielt, und aus den gesammelten Materialien das anerkannt Beste resultirt werden könne. Den Reigen eröffnete würdig Herr J-l B—k in No. 4 dieser Blätter, er ist aber keinesfalls schon als beendet zu betrachten. Nach meinem Dafürhalten zerfällt genannte Aufgabe in zwei Hauptfragen, die ich zu lösen hier versuchen will. auch: Nprivsr dcr Wahrheit Sprache besteht ewig; aber sprechen muß sie doch. und so sie spricht, siegt sie leicht über alles Truggeschwätz ipi .-IP'^X?rov XII XlX. I. Wie hat sich das orthodoxe Judenthum den Reformvereinen, Genossenschaften, Rabbinerversammlungen und ihren überwiesenen Anhängern gegenüber zu verhalten? II. . Was hat es, um seine Anhänger ferner vor Verführung zu schützen, nm im Kampfe gegen die «Reformer ohne Maß und Ziel" sich den Sieg zu sichern, für seine Aufgabe . zu erkennen? Was die erste,Frage betrifft, dürfte es schwerlich mehr von irgend einem Einsichtsvollen bezweifelt werden.'daß hier ein entschiedener Schritt Noth thut, und es hier nicht thunlich ist, sich müt Jenen in Streit zu legen, ob sie oder wir Recht hätten, ob wir nur den Staub, oder sie nur ein Phantom anbeten. Genua, sie glauben nicht das, was wir glauben, sie leben nicht so, wie wir als Juden zu leben verpflichtet uns überzeugt halten, sie geben für ihr Jüdenthüm aus, was uns kein solches ist, sie entäußern sich des Judenthums, welches unserer Ueberzeugnng gemäß das einzige, allein wahre ist, sie sind folglich unserer innersten Ueberzeugnng gemäß keine Juden, und wir haben uns im sozialen Leben ihnen gegenüber so zu benehmen, wie gegen jeden sonstigen Nichtjuden, was sie uns auch gar nicht übel nehmen können. weil doch Jeder nur nach seiner subjektiven Ueberzeugnng handeln soll und kann Im Falle, daß die reformirte Bnrton-Street-Synagoge in London auch zu jener Klasse gehört, so war z. B Herr vr. Adler in seinem vollen Rechte, ja er war als orthodoxer Rabbiner sogar dazu verpflichtet, eine Ehe zwischen einem Mitgliede dieser und einem Mitglieder seiner Synagoge nach Kräften zu hindern, um die Heterodoxie in seinem eigenen Schooße nicht zu nähren. Wir wundern uns daher sehr über den Ungeheuern Lärm und das Zetergeschrei, das die Heterodoren in jüdischen Blättern gegen Herrn vr. Adler besagten Benehmens wegen erheben. Nehmen doch diese Herren die Jdeentoleranz so gern für sich in Anspruch, und sind sehr erboßt darüber, wenn man sie in der Ausübung der ihrer vorgegebenen Ueberzeugung konsequenten Praxis stören will. Nun, wir haben auch eine Ueberzeugung, wollen dieser gemäß konsequent handeln, und ihr könnt uns dies verargen? Hier wirft sich uns aber die äußerst schwierige

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