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Der treue Zionswächter · 1846-05-19 · 20 (19.5.1846) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
20 (19.5.1846)
Date
1846-05-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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«HK 170 rend der Beeidigung die Hand unter seine Hüfte legen ließ, welches unsere Weisen dahin erklären, daß er ihn hierdurch auf das damals noch einzig in Ausübung gewesene heilige göttliche Gebot der Beschneidung aufmerksam machen wollte, um ihn zugleich durch dies sinnliche religiöse Zeichen während der Beeidigung desto lebhafter an den unsichtbaren Gott, bei dessen heiligem Namen der Eid abgelegt wurde, zu erinnern; und konform dieser patriarchalischen Handlung schrieben sie auch bei Ablegung des gerichtlichen Eides die ähnliche Handlung der Anfassung oder Handlegung auf die heilige göttliche Tora als gesetzlich vor. *) Doch nicht bei jedem vor Gericht abzulegenden Eide schrieben sie diese Formalität vor, sondern nur bei Len drei biblischen und allen sogenannten mischnischen Eiden, die größtentheils MP12L? 44 b und 45 s, zum Theil aber auch in den andern talmudischen Traktaten Vorkommen, und zwar, wie es scheint, nur deswegen, weil bei all diesen Fällen die klagende Partei einigermaßen etwas zur Bekräftigung ihrer Rechtsforderung als Beweis anführen kann, so z B. bei den drei biblischen das theilweise Eingestäudniß des geforderten Betrages von Seiten des Beklagten selbst, N2j?v2 ri"nn. die Aussage eines einzelnen Zeugen, in« ip np'2w, und das Geständniß der Uebernahme des zur Verwahrung übergebenen, aber später abhanden ge¬ *) Zwar glaubt 1*2 '«12 p"2«11 O"2L'1 daß dies bloß eine alte Sitte war. daß bei eidlichen Verficherun» gen zwischen gleichen Ebenbürtigen der Handschlag zwischen Herren und Dienern, die Handlegung unter die Hüfte als faktische Bekräftigung des mündlich ausgesprochenen Eides diente; doch findet die oben im Texte angeführte traditionelle Auslegung darin ihre Begrünuud von Letzteren selbst geleisteten Versprechungen. ('«12 22. 24. und 26. 3L.) Beim Letztem findet man vielmehr manchmal die Aufhebung der Hand zum Himmel, '.dem Throne des Allmächtigen als sinnliches Zeichen der lebhaften Erinnerung an denselben während der Beeidigung («i2 14. 22.), auch metamorphistisch bei Gott selbst und den Engeln. (L?121 32. 40 und 12. 7.) kommenen Gegenstandes, O'iviL'.i NP122', sowie die Zerstreutheit des am Abend alle seine Tagelöhner auszahlenden Miethsherrn bei der Forderung des i'2l^, das unbefugte eigenmächtige Pfänden beim die wahrscheinliche Verwundung des früher äußerlich vollkommen gesunden, der plötzlich aus der Gesellschaft seines Nächsten, mit dem er allein war, als verwundet hervorrretenden ^2iü, und dem Kaufmanne auf sein Buch geschenkte Zutrauen 2p '^zn u. dgl. m. Bei den mischnischen Eiden hingegen, wo all dergleichen gleichsam halbe Beweise fehlen, wie bei dem alles rund Ableugnenden, ^>2.1 1D12, der nach dem biblischen und mischnischen Rechtsausspruche zwar frei vom Eide, doch von den später« Talmudisten einen sogenannten rabbinischen Eid zur Befriedigung der klagenden Partei NO'.i npn abzulegen verpflichtet wurde, bedarf es nicht einmal dieses Handauflegens. (43 § 86 V'N und 43 § 44 MPH O'2I2">. (Beschluß folgt.) Berliner Reform-Vereins Unwesen. (Fortsetzung.) Als ich im vorwöchentlichen Bericht den frommen Wunsch meiner Seele aussprach: daß doch meine Glaubensbrüder alle durch die Veröffentlichung und Verbreitung jener Skizzen auf dem Gebiete der Reformer ein Scherflein zu dem Wohle meines Volkes beitragen möchten, als ich die Neberzeugung daran knüpfte: nur dadurch kann das Volk, mein Volk, von dem Wege des Verderbens abgehalten werden, wenn man ihm als Reform-Juden nennen; wenn auch der Laie eine richtige Idee davon erlangt, was jene Leutchen eigentlich im Sinne haben, der Laie, der sich täuschen und blenden läßt von ihrem vorgcspicgelten hohen Zweck-da, mein Herr Redacteur. konnte ich es noch nicht ahnen, wie in meiner Umgebung, ja vielleicht während ich dem Papier die Gefühle des Herzens anvertrante, dieser Wunsch schon näher seiner Erfüllung rückte. Hirsch hat Berlin verlassen, jedoch im Munde der Reformer sowohl, wie Nicht-Reformer, lebt sein Name dis jetzt noch fort. Allein wie? O mein Volk, könntest du hören die Em. pörung, die laute Entrüstung, die sich in den Kreisen der hiesigen Juden über das Wesen der Reformer durch ihren Prediger Hirsch kund giebt, wie auch der Laie jetzt schon über ihn das VerdammungS-Urtheil spricht, wie der Ruhigste jetzt mitleidig die Achsel zuckt, wenn von ihm gesprochen wird, wie selbst

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