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Der treue Zionswächter · 1846-05-05 · 18 (5.5.1846) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
18 (5.5.1846)
Date
1846-05-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
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»Z- 156 ten Geistes eS zu billigen oder zu verwerfen einsieht; diese Woche wird den geweihet, die andere ttieittenvegcn ist für Gericvrssachcu anberaumr, und so strömen seine Tage und Zahre (der Herr verlängere sie ihm ausgeschmückr mit reichen Tugendtharen und von Wissenschaften durchtrankr) hin im breiten Flusse der Zeit. Sechs Jahre sind bereits verflossen, daß dieser junge Mann das Rabbineramt seines gottseligen gefeierten Vaters übernommen; mit welcher Glorie, wie makellos und uneigennützig, nur seines Berufes stets eingedenk wurde bis heute dies Amt von ihm verwaltet! Hätten die Pinkeltrödler nur eine Handlung auffinden können, welche Anlaß zur Vermuthung gegeben, daß Se. Hochw. der Herr Oberrabbiner eigennützig, geldliebend, parteiisch u. s. f. seien, o gewiß, sie hälten's keinen Augenblick verabsäumt, cs allen Blättern kund zu lhnn. Aber Gott sei gedankt, klar wie die Sonne gehr seine Tugend hervor und strahlt aus all seinem Verfahren und seinen Bestrebungen. Q wie nützlich und erhebend muß es sein, aus dem Tagebuche eines solchen Mannes zu studieren; wie glücklich ist das Album, in welchem die Geheimnisse clnes solchen Geistes ausgeschütter sind! (Fortsetzung folgt.) Berliner Reform-Vereins Unwesen. Kaum sind unter dem göttlichen Beistände die Festtage vorüber, mein geehrter Herr Nedacteur. so schreite ich zur Erfüllung einer Pflicht. wozu nicht allein die Stellung Ihres Blattes, sondern auch außerdem die tiefsten Hcrzcnsregungen mich mahnen nämlich die grauenhaften Schreckbildcr auf dem Gebiete der hiesigen Reformer der Ocffentlichkcit Preis zu geben. Ich bin lein Egoist, bin nicht stolz, aber je mehr solcher entsetzlichen Blasphemien, wie ich Ihnen weiter mittheilen werde, sich vorfinden,' je mehr eine Arroganz auf die andere sich thürmt, desto mehr befestigt sich auch in meinem innersten Gemiithe der heilige fromme Wunsch: O möchten doch meine Glaubensbrüder alle — alle, die noch einen Funken des Mitgefühls für ihre göttliche Religion in ihrem Herzen tragen — so von der Ueberzeugnng durchdrungen sein, wieo verzeihen Cie daS Wort-wie ich — daß für's Erste eZ die heiligste unserer Aufgaben sein muß, wo sich dergleichen vorfindcn, wo wir auf die oftmals maßlose Frechheit der Modernität stoßen — und das geschieht wahrlich nicht sehr selten — Thräne des Mitleids weint, wenn es auch dem.reinen menschlichen Gefühl ein schweres Opfer kostet, so und nicht anders zu handeln.^ Jetzt gilt es so zu handeln, oder die heiligsten Triebe, die heiligsten Interessen mit Fluch und Schmach zu beladen. Als mahnende, warnende Wahrzeichen müssen die Schreckbildcr verbreitet werden aller Orten, wo es noch ein Herz giebt, welches noch nicht zum Verräther seines Gottes, seines treuen Judaismus geworden; mit donnernder Stimme Blinden, der da nicht sieht die heimtückische Verrätherei welche vor und hinter ihm lauert. Nur wenn der Schleier solcher Bosheit fällt, wenn man hinwegzieht jenes mysterische Dunkel Liebe und der Religion stempeln will, — nur wenn man ohne Rückhalt zeigt, was sie sind und was sie sein wollen. dann nur, mein Volk, ist Rettung für dich möglich. Es ist ein kleiner, ein leichter Schritt vom Judaismus zu jener sogenannten Reform — die Wege dahin find scheinbar mit Blumen und Balsam geziert, lachend und kosend, schmeichelnd und heuchelnd bietet sie die gistgeschwängcrte Rechte, sie führt dich zu einem reinen Ideal menschlicher Genüsse, in einen Strudel der losgelassenen Leidenschaften. — kurz) sie will dir alles bieten. alles erlauben, alles billigen, was dir bis jetzt religiös Schranken setzte — cs ist ein einziger Schritt — doch mit diesem Schritt-bist du zum Verräther deines Glaubens geworden, bist du für das Judcnthum verloren; du bist alles Andere — nur kein Jude! Du bist heraus ans dem Bunde der Väter. hast von dir gestoßen den Busen, der dich säugte- Willst du dieses — nun. dann werde Anhänger der Reform fühlenden Israeliten verlangen dürfte, und indem ich dazu schreite, knüpfe ich daö Folgende eng an meinen vorwöchentlichen Bericht. Schon in meinem Vorigen theilte ich Ihnen mit, daß Hirsch aus Luxemburg hier zum Predigen am Passahfeste crsei es mir vergönnt, die Aufmerksamkeit der Leser vorher einem ungleich wichtigem Thema zuzuführen, und Zwar den Gebeten

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