Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 17 (28.4.1846)
- Date
- 1846-04-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Es ist vielmehr wahrscheinlich, daß die ursprüngliche Abfassung dieser zweiten gerichtlichen Eidesformel von den Gesetzlehrern nur indirekt in der dritten Person vorgeschrieben wurde, weil, wie bereits gesagt, das fromme jüdische Gemüth sich stets gegen jede direkte Setbstverfluchung, wenn auch nur bedingungsweise ausgesprochen, von jeher sträubte, folgend den raimudischen Grundsätzen M2"O) 'Ol O18 112* i>8 O^1P>- 19 L- Nie öffne der Mensch seinen Mund zum Unglücke", und o 75 l'2'2) MZPIO V'2'rr O'IPQ 8> Nie spreche der Mensch, wenn auch er daran seine letztwillige Anordnung knüpfen' will, das Eintreten seines Todesfalles (oder sonstigen Unglückes) früher als dessen Nichteintreten, aus, daher auch ^>8122? (daselbst) folgende Thefcheidungsformel für den Todesfall vorschrieb: '-M 8.1' ri2 OM O2 81' 8^» IO 81» O8-" Selbst im Lehrvorrrage, beim Cikiren der Stellen aus der h. S. oder der Mischna, vermieden sie sorgfältig eine direkte Fluchformel in der zweiten Person auszusprechen, damit eS nicht etwa so gedeutet werden konnte, als wollte man dieselbe wirklich fluchen *), und dies Alles geschah blos deswegen, weil fluchen überhaupt, und in wie viel mehr sich selbst fluchen, nicht nur der moralischen Würde des Menschen im Allgemeinen widerspricht, sondern auch eine Geringschätzung und Herabwürdigung des allgütigen Gottes ist, wenn man seinen heiligen Namen, zur Anwünschung eines Unglückes für sich oder Andere, die doch allesammt seine von ihm geliebten Geschöpfe sind, anrufr, und ihn dadurch entheiligt, weswegen auch der unbedingt sich selbst oder seinen Nächsten Fluchende nach MPO2? 35 a ein göttliches Verbot Übertritt 1"?2 12V li'2M '22p bys>2.l, und ist daher auch Selbstfluchen ausdrücklicher und strenger verboten, als das ebenverbotene Selbstverlehen (Siehe P'2 91' vergl. auch i>21N V.1 O'2O1 §.5 und MPO2? 17 §.5 MP1 1 §. Z und MO llndaselbst, wie auch 5"1 zu MPO^ 27 a) **). Die späteren OO'82 20 a. '121152^8 '121 1O8P1 211'1 '8.1 (» **) Womit zugleich auch die von MPO2^ 'OO11 3b a P1O2^1.1*1 gestelltcFrage einigermaßen erledigt wird, weil das Selbstfluchcn, wo zugleich der heilige Name Gottes entweiht wird, mit Recht mehr verpönt zu werdm verdient, als die Selbstvcrletzung, und 122',1 ('2 '1 O'121) 'Ol ^25 HO2»1 scheint eher die Verwünschung seines eigenen Lebens, und gleich (V.l 5 daselbst) zugleich die irrige Auffassung des göttlichen und Gesetzlehrer hielten aber den ursprüngliches direkten gerichtlichen Eid beim Namen GorreS oder dessen Attributen für zu heilig, wollten daher nicht ihn, durch allgemeine Anwendung, selbst bei jeder geringfügigen Streitsache, von jedem Manne aussprechen und profaniren lassen, und verordneten deswegen auch, daß man sich beim jüdischen Gerichte gewöhnlich nur der oben angeführten, mittelst einfachen Worres »1118 verflucht sei" abzulegenden zweiten Eidesformel bedienen solle (Siehe 2OW8H 1722 '211111121 :30 b N'POL? '"Vl 1'hp 11121» '^11 1-112 12O1PIP Ol» 8111181 1P12V 'OlM2'P2 i'i8' Vrgl. auch 13 §. 11 MPH 1'281 O"1 19 §. 87. (Fortsetzung folgt.) -ESeSZSS«»' lieber ernstes Bibel-Studium re. Von I. Löwenstein, Rabbiner zu Gailingen, Großherzogthum Baden. (Fortsetzung.) Eine gute jüdische Schule darf drittens die Mädchen, die künftigen Hausfrauen und Mütter, vom Religionsunterrichte nicht ausschließen. Hier braucht nicht Bibel in der Ursprache gelehrt zu werden, hier genügt Bibel in deutschem Auszuge, wenn er nur von unächren Einmischungen frei bleibt und mit ächt-jüdischen Nutzanwendungen bereichert wird. Der Unterricht in systematisch zusammengestellten Grundsätzen der Religion, entsprechend dem talmubischen Zudenthum, ist hier ebenfalls am Platze, und als nicht unzweckmäßig dürfte auch Geberübersetzung hieher gerechnet werden. Als Brennpunkt der Schule aber, in welchem sich alle Strahlen des Religionsunterrichtes sammeln müssen, muß für Knaben zuerst "s51. vorzüglich .1111, in der Ursprache gelten. Hier komme viertens die Methode in Betracht, nach welcher dieser nicht leichte Unterricht ertheilt werden soll. Was das Sprachliche betrifft, dürfte die jacokvtische Methode in ihren Grundzügen hauptsächlich darum vorzuzlehen sein, weil bei der Anwendung derselben die Bekanntschaft mit dem Ma- Wesens und Begriffes zu verbieten, als bloße Berwlmdung eines einzelnen Körperteiles, wozu der dortige Zusammenhang gar keinen Anhaltspunkt abgeben kann.