Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 17 (28.4.1846)
- Date
- 1846-04-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2625941-2626092-2626110--0416-2627941- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
terial nicht hinausgeschoben wird. Wir haben "'5.-1 nicht als Uebersctzungslhemata, als klassisches Werk des Alrerlhumö zu betrachten, sondern als Lehrbuch der Religion, als den Vorn des Heils aller Zeiten, aller Geschlechter. Würden Schulkinder, bevor sie VMN zu lernen anfangen, die hebräische Sprache synthetisch erlernt haben müssen , so würden sie fast aufhören, Schulkinder zu sein, noch ehe sie das öffnen. , namentlich ri-iiri, in der Ursprache kann aber schlechterdings durch kein anderes Buch ersetzt werden; nicht nur durch eine noch so gelungene, vollständige Uedersetzung, sondern auch nicht durch einen hebr. Auszug. Der Geist Gorres, der daraus das Kind anhauchr; die Nahrung, mit welcher die älteste, letzt noch unverfälschte Urkunde über das beseligende Verhält,r»ß zwischen Gott und Menschen die jungen unverdorbenen Herzen labt; die Vielseitigkeit, verbunden mit Einfachheit, wie dabei auf die zarten Gemächer gewirkt werden kann: dieses Alles läßt kein Ersahbuch zu. Und schon der äußere Umstand, daß das Kind während seiner ganzen Schulzeit ein und dasselbe Buch in die Hand bekommt, um seine Religionskenntniß daraus zu schöpfen, muß ihm dieses Buch für alle Zukunft werch und heilig machen. Schon bei dem Leseunterricht, sobald das Kind hebr. Vokabeln zu lesen im Stande ist. beginne man mir der Uedersetzung manches Gelesenen und bereichere es so allmälig mit einem hebr. Wortschätze aus dem Kreise des Kindes 1' 1p .12-1'. Liest das Kind einigermaaßen hebräisch, ohne jedoch schon eine Fertigkeit darin zu besitzen, so führe man es. nebst der fortgesetzten Uebung im Lesen, auch in die penrateuchische Geschichte ein, d. h. man gebe ihm einen gedrängten Ucberblick derselben. Da sich aber hierzu das L'!2in. seiner Ausdehnung wegen, noch nicht wohl eignet, so wäre hierfür ausnahmsweise ein hebräischer Auszug anzurathen. Mit der Zurücklegung eines solchen Auszugs aber bleibe dem Kinde das L'QIN sein sine yna non» wobei demselben jedoch durch die auf jeder Stufe sich ändernde Behandlungsweise immer neuer Reiz abgewonnen wird. Auf der ersten Stufe wird nämlich vorzüglich das Geschichtliche der ,-N'll gelehrt; auf der zweiten dasselbe mit allen seinen Einzclnheiren und Verzweigungen, und mit Hinzufügung jener Neligionegesetze, welche auch in der Zerstreuung Israels allgemeine praktische Geltung haben; endlich auf der dritten Sruse der ganze Pentateuch ohne irgend eine Auslassung das Kind wissen und fühlen lassend, daß daß Alles das Wort des lebendigen Gottes ist. (Beschluß folgt.) Schilderung des berühmten Oderrabb. S. W. Schreiber zu Preßburg. Erlauben Sie mir diesmal, Herr Nedacteur, Ihreü Lesern die Sonne zu zeigen, um die sich all die Planeren, die ich früher entworfen hatte, herumbewegen. Wir wenden uns jetzt zwar einem Individuum zu, aber einem Individuum, welches an der Spitze einer zahlreichen Volksmenge und im Gewicht bei der Orthodoxie steht; einem Individuum, welches die Triebfeder so mancher, das allgemeine Wohl befördernden, Tugenden ist, und als Muster wahrer Größe aufgeführt zu werden verdient. Wir gehen nun zum hochwürdigen Herrn Ober-Rabbinen jener Gemeinde über, dessen Charakter zu bezeichnen, und man wird mir einen kleinen Umriß von seiner äußern Gestalt, den ich meiner Lharakterisirung vorausschicke, um so weniger verargen, da doch, wie Sokrares meint, schon das äußere Gepräge eines Mannes auf die Seelenschönheiten hindeuret. Nun ihr Musen! habt mich bis jetzt noch keinen Schritt weit begleitet,- sollt mir aber auch da nur fern bleiben. Denn, eure Farben können das Bild, welches ich jetzt zu entwerfen gedenke, eher verdunkeln als beleuchten; sie sind eine finstere Tnsche gegen die lichten Wesen, die die Natur seinen Mienen ausgedrückr. Laßt ihm nur die.hochbebrämre Zobelmütze und die weit schlotternde Seidenkutce, welche seinen rüstigen großen Leib umhüllt; laßt nur immerhin die langen Locken in ihrer Wallung herunterhangen. Raubt ihm nur nicht die natürliche Anmuth, die auf seiner Stirne lagert, und um seine Purpurlippen lauscht, und behaltet euren geborgten Glänz für Jene, die ihn benöthigen', unser Rabbiner braucht thn nicht! Denke dir, lieber Leser, einen Inbegriff vollkommener männlicher Schönheit und reizender Anmuth, den du dir immerhin nur denken kannst, und setze noch einen Grad von Schönheit und Anmuth hinzu, und du hast das Bild unsers hochwürdigen Herrn Ober-Rabbiners originell vor Augen stehen. Was aberden Grad seiner äußern.Reize noch