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Der treue Zionswächter · 1846-04-21 · 16 (21.4.1846) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
16 (21.4.1846)
Date
1846-04-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
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„Wir hinterm Berge her, wir lassen uns nicht blenden, Wir wissen auck, was rechte- Haar, was Zöpfe und Verrücken** dachte man hier, und es wurde vorher schon beschlossen, daß Hotdheim keine „Mitzwo" bekommen dürfe, was auch nicht geschah. — vr. Sachs sprach an diesem Tage in seiner Predigt den Dank an die Gemeinde für die rege Theilnahme an einem Werke zur Ehre und zum Lobe Gottes- - Berlin, d. 6. April. Zn unserer Synagogen- Bau-AngelPenheit ist sg «hen ein entschiedener Schritt geschehen. Herr Nabb. Oettinger hat nämlich erklärt, er würde sich dem Bau einer zweiten Haupr-Synagoge nicht ferner widersetzen, falls man ihn und seine Juden in dem ungestörten Besitze der alten Synagoge für jetzt und alle Zeiten belassen wolle. Auf die des- , faöstge Zusage hat der Herr Nabb. obige Erklärung abgegeben. Demzufolge zirkulirten denn heute schon die betreffenden Subscriptions-Dögen, und da von dieser Seite kein Widerspruch mehr stattfand und man andererseits besonders dem N. - V. ein entschiedenes Dementi geben wollte, wurde in kürzester Zeit die beträchtliche Summe von 45,000 Thlr. gezeichnet, und ist diese Angelegenheit somit als entschieden anzusehen. Aus dem Mecklenburgischen. Gebenedeietes Jahrhundert moderner Aufklärung! Nun wage mir cs Einer noch, der allgewaltig fortschreitenden Macht religiöser Aufklärung ein Halt entgegen zu rufen, oder gar hemmend, dem mächtigen Drange des Zeilbewußtseins entgegen treten zu wollen. Und auf unser Judenthum speziell angewandt, nun laugne man noch die siegende Allgewallt modernen Fortschrittes, lästere deren Jünger, preise sie nicht als die Wiederhersteller wenigstens des goldenen Zeitalters. Und dennoch ist es je erhört gewesen in Juda, seitdem es ein Volk geworden, dasjenige, so sich zugetrazen Anno 1846 im Städtchen N.. eines jener glücklichen, die sich erfreuen des Hochgenusses, theilhaftig zu werden der beglückenden Aufklärungsrheorieen des berühmten Landes-Nabbinen H. Es ereignete sich aber im dasigcn Städtchen, daß der bisherige LNiL? dem Landes-Nabbinen nicht mehr konvenirte, und er statt seiner einen würdigen Jünger der Aufklärung, zeitgemäß gebildet und fähig, dem Geiste des Oberhirrcn entsprechende Vorrräge zu halten, einsetzte. Nun wollen wir eS weiter nicht berühren, daß der würdige Prediger, Lehrer rc. rc. sich in ein sehr unwürdiges Verhälmiß einließ, das trotz der gepriesensien Aufklärung vor der Moral keinen Bestand hat. Genug, ein durch dieses Verhälmiß an seiner Ehre tief Gekränkter droht mir dem strafenden Arme der weltlichen Gerecbtigkeir, und unser aufgeklärter Jünger hatte nichts Anderes zu khun, als — sich zu erschießen. — Man denke! Ein moderner jüdischer Prediger erschießt sich! Wenn das noch nicht der Romantik genug ist, dann giebt eS wahrlich keine mehr. Doch unbesorgt, so lange es modernes JlSdenchum giebt, wird es an jener nicht fehlen. England. London. Als vor einigen Monaten die hiesigen jüdischen Organe zuerst die Nachricht davon brachten, wie unser Oberrabbiner einem Mitglieds der bekanntlich im Lin sich befindenden hiesigen sogenannten London- West-Synagoge. das eine Heirath mir einem Angehörigen etner andern londoner Synagoge eingehen wollte, die Erlaubntß, zur Trauung durch einen geistlichen Beamten verweigert hatte, falls selbiges sich noch zu den Grundsätzen jener Synagoge bekenne; als sich in Folge dessen eine Korrespondenz der Vorsteher jener Reform-Gemeinde an den Oberrabbiner einleitete, die, als sie in ihrem Erfolge fruchtlos blieb, einen sogenannten Aufruf der Reformer an die brittischen Juden zur Folge halte: da war es alsbald zu erwarten, daß die deutsch-jüdische mehr oder minder radikale Presse dieses Ereigniß hinlänglich in ihrem Sinne ausbeuren würte. Und so geschah es auch in der That. Wir unsrerseits waren indeß fest entschlossen, in dieser Angelegenheit unser Referat nicht abzugeben, um so mehr, als vom Standpunkte deutscher Zustände aus das ganze Verhälmiß sich am wenigsten richtig beurtheilen läßt. Da brachte das Organ der Reformer in seiner jüngsten No. die Uebersetzung eines Sendschreibens an die Durton-Street-Gemeinde von dem Herausgeber der Allg. Z. d. I; und jetzt halte ich es für meine Pflicht, näher auf den Gegenstand einzngehen. Die unbegrenzte Liebe und Hochachtung, deren vr. Adler

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