Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 16 (21.4.1846)
- Date
- 1846-04-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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sich in ganz England zu erfreuen hat, ist allbekannt, und bezeichnend als Ausdruck derselben ist folgende Stelle in einer Rede, die der berühmte David Salomens Esq. bei Gelegenheit der ZahreS-Versammlung zur Unterstützung der jüdischen Freischule und im Beisein jüdischer, wie christlicher Honoratioren der Hauptstadt hielt: „daß sie sich Alle sehr verbunden fühlen müßten, daß I)r. A. dieser Versammlung beiwohne; in der That, - es müsse allen Freunden dieser Wohlthätigkeits - Stiftung zur besondcrn Genugrhuung gereichen , die Unterstützung eines Mannes zu genießen, der vereint wahrhaft orthodoxer Jude, anerkannter Gelehrter, Gentleman in voller Beziehung des Worts sei; er glaube, daß ein wohlgesinnterer Mann, als ihr Oberrabbiner, kaum noch exisiire" u. s. w. Solche Aeußerungen, von solchem Manne ausgesprochen sind gewiß hinlänglich bezeichnend. Aber dabei bleiben wir noch nicht stehen. Hier, so wie in ganz England, ist es hinlänglich bekannt, daß Dr. A. nicht lange nach seiner Hieherkunft den Leitern der Reform die Aushebung des in Aussicht stellte falls sie unter gewissen Bedingungen zur.Synagoge zurückkehren wollten. Das war aber auch Alles, was Or. A., um seine Friedfertigkeit zu beweisen, khun konnte, schon aus dem Grunde, weil ein unbedingtes Aufheben jenes Oiil, abgesehen von seinen eigenen religiösen Prinzipien, ein Verdammungeurtheil gegen den sel. Oberrabbiner Hirschel. sowie gegen die noch lebenden Mitglieder des portugiesischen "12 in sich schließen würde, mithin Or. A. religiös und moralisch verpflichtet war, den 8tstus yuo seinem ganzen Umfange nach aufrecht zu erhalten. Daß, wie man sich von der Reform- Seite so gerne darzustellsn bemühere, vr. A. noch weiter gegangen sei, als sein Vorgänger. ist schon deshalb falsch, weil, wie es jetzt hinlänglich bekannt ist, und wir eS hier auf das Bestimmteste aussprechen können, 1)r. A. die „Angel'« nicht veranlaßt, sondern dieselbe aus freien Stücken erklärt habe, sie gehöre jener Gemeinde nicht mehr an. Nach solchen Voraussetzungen wollen wir etwas näher auf den Inhalt jenes Sendschreibens eingehen, das, soweit das hiesige Reform-Organ selbiges mittheilt, den peinlichsten Eindruck hervorgerufen hat, so daß V. o. I. hie Bemer« kung nicht zurückhalten kann: da vr. A. gegen die Richtigkeit der Grundsätze der P.'schen R.-V. protestirt habe, so seien Persönlichkeit gegen denselben wahrlich eines Geistlichen nicht würdig. WaS wohl jenen Herrn überhaupt veranlaßt haben mag, ein solches Sendschreiben zu veröffentlichen? Wir wollen nicht unedle Absichren, als da sind: grenzenlose Eitelkeit, Charlakanerie, affekrirre Wichkigrhuerei, Eigennutz und Egoismus und dergleichen, eines Geistlichen zumal unwürdige Untugenden, zu Grunde legen; wollen vielmehr annehmen, Alles geschehe aus reinstem Interesse für die Prinzipien der Reform. Aber dann wäre Wahrhaftigkeit vor Allem, und strenge Objektivität, mir Umgehung alles rein Persönlichen, die erste und einzige Bedingung zur Entschuldigung eines solchen Auftretens. Wie sehen wir uns aber hinsichtlich beider schmählich getäuscht. Oder wo ist anders von hierarchischem, unerhörtem Gewaltstreiche, wo von moralischem Zwange, von Inquisition die Rede, während eS sich um eine gänzlich freie, durch keine Gewalt irgend einer Arr veranlaßre Erklärung vor Gegenwart mehrerer Zeugen handelte? Ist es nicht Heuchelei und IesmcismuS ohne Gleichen, hier von kanaanitischen Götzendienern und von der Dibelstelle: du sollst deine Töchter ihren Söhnen, deinen Söhnen ihre Töchter nicht geben, zu sprechen? Ist es nicht Täuschung, wie keine andere mehr. Unbefangene glauben zu machen, die Hälfte und? Theil der deutschen Zudenheit hänge ihren Prinzipien an, wahrend selbst die glorreichen modernen Rabbinen, die einzigen Urheber der sogenannten Reformen, nur eine ärmliche, winzige Minorität ausmachen; während die größten Gemeinden Deutschlands ihre treue Anhänglichkeit für den angestammten Väkerglauben tagtäglich vom Neuen bethätigen, während die Masse des Volks in zahlreichen Unterschriften dieselbe Anhänglichkeit für das orthodoxe Zudenthum betheuerr, während — man höre — dasselbe Organ vor nicht gar langer Zeit über eben diese Unempfänglichkeit der großen Gemeinden und der Masse des Volks für seine Reformen in gar arge Ieremiaden ausbricht? Also Unwahrheit und Täuschung in jeder Zeile, Verläumdung in jedem Ausspruche, und wir sollten noch die bewegenden Motive verkennen? Für so verblendet wird uns jener Verfasser doch nicht halten wollen. Oder warum wählte derselbe überhaupt nicht einen viel einfacher» Weg? Sir MoseS Montefiore als Präsident der brittisLen Juden war bekanntlich Derjenige, der noch bei Lebzeiten des sel. Oberrabbiners Hirsche! den erlassenen zur Praxis erhob, indem er fich weigerre, der