Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 16 (21.4.1846)
- Date
- 1846-04-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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betrachtet werden könnte, oder in einer Unthärigkeir zu bleiben, welche die Verheerungen der Gottlosigkeit im Gefilde der Religion begünstigen würde. Es ist wahr, daß schon eine imposante Mehrheit der europäischen Rabbiner ihre Stimme wider dieses verderbliche Streben erhoben hat; ihre Warnung ist aber nur einer geringen Anzahl Aechtglaubigen zu Ohren gekommen. ES ist daher heute dringende Nothwendigkeit, daß jeder Israelit auf die Schliche derer, die unter dem sich anmaßenden Namen von Verbesserer, Progressistcn u. s w. UnLlauben und Freigeisterci prcunsere Religion imposanter und erhebender zu machen, bestreben, sie den Vortheilen und den Genüssen des materiellen Lebens aufzuopfern, aufmerksam gemacht werde Dieß veranlaßt uns, theuere, treue Brüder im Glauben Israels, uns nochmals an Euch zu wenden, und Euch eine bündige Darstellung der Hauprgrundsätze der israelitischen Religion, so wie der Talmud sie lehrt, und unsre Väter s. A. sie geglaubt, zu machen: 1) Das göttliche Gesetz ist unabänderlich und ewigdauernd, wie sein Geber es ist; cs kann daher weder durch Zeit noch durch Umstände abgeanderr, viel weniger aufgelöst werden. 2) Das mündlich überlieferte Gesetz ist eben so göttlich und bleibend, als das geschriebene. 3) Alle im Zudenrhume cingeführten Anordnungen, die zum Zwecke haben, das Gesetz zu schützen, Bewahrungsgesctze und Verfügungen, sind eben so unabänderlich, als das Gesetz selbst. 4) Keine Versammlung, bestünde sie auch aus allen Nabbincn, sogar aus ganz Israel sammt den Nabbinen, hat weder Macht noch Recht das schriftliche oder mündliche Gesetz, BewahrunSgesetze oder Verfügungen. weder auszulöscn noch abzuändcrn. Liebe Brüder! Wir haben uns hiermir der schwierigen Aufgabe , welche uns unsere Pfiichi, die Liebe zur Religion, und die Sorge für Euer Heil gebieten, cnrlebigt. Möge der Ewige, der die Herzen lenkt, die Verirrten Schafe zurückführen, Euch vor den Schlingen der Gottlosigkeit wahren, mir seinem göttlichen Lichte beleuchten, und seinen ewigen Segen Euch spenden in Fülle, Amen. Den 31. März 1846. S. Goudchaux, Groß-Rabbiner zu Colmar. L. M. Lambert, Groß-Rabbiner in Metz *) - - ZeLtANgsNrrchmchLen. P r e u ft e n. Berlin, d. 3. April. Lange, mein Herr Redakteur , schwieg ich — die Ursache davon ist Ihnen bekannt — aber die jüngsten Ereignisse in Berlin im Schooße der Reform mahnen mich mit Allgewalt, das Bekennmiß meiner Seele vor die Augen meines Volkes zu führen, mein schweres, volles Herz auszuschütren an dem treuen Busen des gläubigen Israels. Ick kann, ich darf nicht mehr schweigen, es wäre Verrarh an der Wahrheit. es hieße den Fingerzeig des göttlichen Geschickes mir Füßen treten. Und so mögen sie denn tönen, die Symbole meiner Empfindungen, weil, weit durch die Gauen Israels, als lindernder Balsam für Diejenigen, deren Auge die Thräne heißen Kummers über die religiöse Verwilderung geblendeter Glaubensbrüdcr weinre, aber auch als warnende Stimme für Die, deren Gemürh an den Verrächcrn unsers Glaubens hängen sollten. — Doch möge das Facrum sprechen. Nachdem bereits seit Monden die Reform-Rekruten unter dem Kommando des weiland Stern zu dem erste» chen sollte — es war gestern die Einweihung eines Hauses, welches die Nef. zur Ausübung der funkelnagelneuen Srernschen Religion erbaut, und der, wenn auch nicht berühmte, doch hinlänglich bekannte Holdheim war zur Erlheilung der Weihe im Sinne Eisenmengers und Bruno Bauers hierher berufen. Er kam — und konnte die Reform wohl im Sinne der Religion ein *) Ein zweiter,minder interessanter Aufruf wird in