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Der treue Zionswächter · 1846-04-07 · 14 (7.4.1846) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
14 (7.4.1846)
Date
1846-04-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5. B. M. 32, 40—41) und die zweite Form (4. B.M. 14, 20-23 , Jesaias S, v. 22, 14. 45, 23 4S, 18 u. 54, 9, Jerem. 22,5 u. 51,14, Amos 6, 8 und Psal. 95, 11). (Fortsetzung folgt.) lieber ernstes Bibel-Stu-Lum. Mit besonderer Rücksichtnahme auf den Bibel-Unterricht in den jüdischen Schulen. Von I. Lswenfkein, Rabbiner zu Gailingen, Großherzogkhum Baden Mit wahrhafter Befriedigung hat gewiß jeder denkende Leser die No. 26 des treuen Zionswächters aus der Hand gelegt , in welcher der so treffliche Artikel von Herrn vr. I , überschrieben : „die Anregung des VolkesinneS für ernste« Bibel- und Talmud- Studium" , an die Spitze tritt und uns Wahrheiten vorführt, die in der jetzigen Krisis deS Judenthums nicht genug beherzigt werden können. Der ehrenwerthe Einsender hak sich jedoch nur auf das Allgemeine beschränkt, nur dargethan, wie der Kampf mir äußern Waffen nicht zum Ziele führt, wie nur die Wiederherstellung eines „ernsten Bibel- und Talmud-Srudiums die sicherste Bürgschaft für Kräftigung jüdisch-religiösen Lebens" gewährt. Vielleicht ist eS dem jüdischen Publikum sowohl, als dem verehrten Herrn Einsender jenes Artikels, besonders aber manchem gvttesfürchtigen Lehrer nicht unlieb, wenn ich über diesen wichtigen Gegenstand in ein Näheres eingehe und folgende Betrachtungen und Vorschlag« meinen religiösen Sinnverwandten zur Prüfung vorlege, zu deren Besprechung dieses schätzbare Blatt sich vorzüglich eignet. Wir stellen uns hierbei die Aufgaben: 1) Was ist unter einem ernsten Bibel-Studium zu verstehen? 2) Wie kann dasselbe allgemein verbreitet werden? Herr Or. Z. klagt mit Recht die Unwissenheit als die Quelle alles religiösen UebelS an. Um aber auch die Quelle der Unwissenheit im Gebiete der Religion zu entdecken, müssen wir zu den Zuständen unserer Schulen in früherer Zeit zurückkehren, und die der Gegenwart damit vergleichen. In der guten alten Zeit galt Talmud-Studium nicht nur als Höhepunkt des religiösen Wissen-, sondern vielmehr der Religiösitäc selbst. Nicht als Fachstudium wurde dasselbe betrieben; nicht bloß angehende Theologen wurden im Talmud unterrichtet; das Gebar .iv'^1 '1' 12 ri'Z.ii 252221 als allgemein geltend, und nach dem bekannten Satze .112 81P22 PO1P.1 Iw l7il) .112 j'X XIM '121 .112.12'X1 vorzüglich auf Talmud angewender, waren unfern Vorfahren so heilig, wie die übrigen Religionsgesetze, und man betrachtete sich kaum noch als Zsraelir, wenn man nicht auch einige Talmud-Kenntnisse besaß; den Namen Op mußte sich manchmal auch Derjenige gefallen lassen, der nur bewandert in "füll war, und nicht wenigstens vom Talmud mitreden konnte; ein «122 Pli'», ein l'i'rt 12» mußte, wenn auch nicht des Talmud, doch mancher rabbtnischen Schriften kundig sein. Daher wurde in jener Zeit das Bibelstudtum ziemlich vernachlässigt, und es galt die in der Erfahrung hinlänglich bewährte Regel: „wer r«i2; kann, der kann Alles*-. Ein Knabe von 7—8 Jahren, der den Pentateuch kaum kannte, in 2'21N21 2'X'2; aber noch Fremdling war, mußte schon den ganzen Tag sich mir dem Talmud beschäftigen. Harre er auch noch keinen wahren Begriff davon; waren ihm auch die ralmudischen Zitate aus der Bibel eben so neu, wie der Talmud selbst: genug, „er lernte"; er lernte Talmud, und nichts als Talmud, durch alle Schuljahre; er lernte noch Jahre lang nach seiner Schulentlassung; er lernte Tage und Nächte hindurch; er lernte, bis er norhgedrungen auf seine Existenz bedache sein mußte; und wollte er sich auch nicht durch.1111 ernähren, so war er doch .11117 2'12 22',7; er lernte noch immer, so oft er sich nur von seinen Beruft - geschäfcen losreipen konnte; er war nicht der Einzige in seiner Gemeinde; er hatte Ge'ellschasc dazu, und das gesellige Srudrren erhöhte, noch die Lust; Einer ermunterte den Andern; Emer genoß durch den Lidern; sie waren die Geachtecsten in der Gemeinde; ihr Beispiel fand Nachahmung So war in der Thal Talmudstudium Alles in Allem. Andergestaltete es sich aber späterhin. Mir der Civilisarion, die auch der Jude nicht mehr von sich wies, drangen zu dem Bibel- und Talmud-Unrerrichr noch manche weltliche Lehrgegenstände in die jüdische

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