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Der treue Zionswächter · 1846-03-24 · 12 (24.3.1846) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
12 (24.3.1846)
Date
1846-03-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
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los II. Aber, Andächtige! nicht AllcS ist Gottesfurcht, was sich dafür ausgicbt. Mancher wähnt im Besitze dieses Kleinods zu fein; aber cs ist oft bloße Täuschung, eitler Selbstbetrug. Gar oft wird dieser Edelstein in der Krone der Israeliten mit einer nichtigen Scherbe vertauscht. Wollet Ihr wahre Gottesfurcht von der falschen unterscheiden, so erkennet den Baum an seinen Früchten. Auf die Frage: „Wie giebt die Gottesfurcht sich zu erkennen?" antworte ich Euch: Durch einen heiligen Ernst für die Religion und durch eine fromme Scheu vor allen religiösen Einrichtungen. Wenn wir in einer Versammlung von nichtrabbinischen Rabbinen so leichtfertig über Religionssachen aburtheilen hören; wenn Selbstsucht und Eigendünkel den Richtersitz dabei entnehmen, um fast über Alles den, Stab zu brechen, welches von Jahrtausenden her überliefert und geheiligt ist; wenn so ein schwaches Häuflein sich anmaßt, die Führer ganz Jisraels sein zu wollen; wenn nur Entreißen das große Werk ist, welches die so groß sich dünkenden Meister loben soll; wenn Ihnen Nichts zu heilig ist, das sie nicht antasteten; wenn mit frecher Stirne selbst die Göttlichkeit des Buchs aller Bücher in Frage gestellt wird; wenn sie sich vom Weihrauchsdampf benebeln lassen, welchen eine Zahl Verblendeter, schon längst der Religion Entfremdeter, ihnen aufsteigcn läße; wenn sie mit Verachtung auf die weit größere Menge herabsehen, die sich durch dieses muthwillige Spiel tief verletzt und gekränkt fühlt; wenn in ihnen nicht einmal der Gedanke auftaucht, durch solches Zersetzen und Niederreißen könnte der große Haufe den Kern mit der Schale, das Wesen mir der Form wegwerfen; und wenn sie endlich dieses Alles mit dem Scheine der Gottesfurcht thun, und bei all ihrem frevelhaften Treiben die Gottesfurcht als Aushängeschild gebrauchen: sehet, meine Lieben! das ist eine falsche Gottesfurcht; das ist Heuchelei; das ist Betrug; das ist eine Schlinge, um den Unbesonnenen zu fangen. (Fortsetzung folgt.) ^2) Nnphtali Hartwig LSessely's Literartseher Nachlass -7^X12 ->2V "M'2 Philologischer Commentar auf das erste Buch der heiligen Schrift in 12,8 Druckbogen starken Heften, 9L, 12/? pr. Heft, verfaßt. vr'li -^1.-122 ^.-,2 (s^ 1^222) ' Ein'den Freunden hebräischer Literatur geweihter Prospekt. Verehrte Freunde! Dem Rufe kindlicher Pflicht, dem mir zur heiligen Lebens, Aufgabe gesteckten Ziele, den Manen des verklärten Verfassers obgedachten Exemplars, des mir unvergeßlichen verewigten ihm würdiges unumstößliches Denkmal zu stiften, unermüdcnd folgend, glaube ich es an der Zeit, den Verehrern der heiligen Schrift und hebräischen Literatur über die seit Erscheinung des ersten Hefts im I. 1810 bis jetzt unterbliebene Herausgabe der folgenden, elf Hefte des obgedachten Werks nähern Aufschluß zu geben. Es scheiterte leider gleich, nachdem das erste Heft die Presse verlassen, das nur mit den schwachen Hülfsmittcln einer manglung eigner HülsSmitrcl sahen sich nunmehr die Wefselyschen Erben zur Anschaffung des zur.Bestreitung des zur völligen Herausgabe des Werks erforderlichen großen Kostenaufwandes außer Stand gesetzt, und es unterblieb, bis auf eine kleine Anzahl von Exemplaren, die Verbreitung der sehr ansehnlichen Auflage. Sollte nun diese letzte Ausbeute des frommen literarischen den Annalen hebräischer Literatur bekannten Verfassers, — sollte diese seine letzte Saat, dieser Erguß seiner innigen Gottesfurcht. auf geheiligtem Boden des Orients, dieser dem hciknuftigcn Generation als ein dem Alles zermalmenden Zahne der Zeit gefallenes Opfer betrauert werden? Nein, Hochgeehrte, Edle Israels, ermuthigt durch das

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