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Der treue Zionswächter · 1846-03-24 · 12 (24.3.1846) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
12 (24.3.1846)
Date
1846-03-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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101 -;7>2X^VL> ^72^22 "»'Nt 'IN 22 2X IN'^QXIX 7>I1X NIX ">ONO NNX X2L^ 'X'.-. ll'QL? ^X^Q »1^12 ^2 NX 2'NNV XLV2 NNX NIX Vorerwähntes Handbuch findet fich bereits in den Händen aller N'NDiO des Rabbinats-Distrikts Würzburg und der diesem zunächst liegenden Bezirke. Auszüge aus einer Predigt des Hrn. Z Löwenftein, Rabbiner zu Gailingen. (Fortsetzung.) I. Auf die erste Frage antworte ich: die wahre Gottesfurcht ist nicht Furcht vor dem Strafgerichte Gottes; das wäre eine knechtische, eine thierische Furcht; das kann nicht die Mutter anderer Pflichten sein; aus einer solchen Gottesfurcht entspringt nicht das. was unser Tert daraus entsprungen wissen will: Gott zu lieben und Ihm zu dienen mit ganzem Herzen und ganzer Seele. Ten Gefürchteten liebt man nicht; dem Gefürchteten dient man nur aus äußerlichem Zwange keineswegs mit ganzem Herzen und ganzer Seele. Eine solche Gottesfurcht ist nicht der Beweggrund zu dem, was unser Tert ferner sagt, zum Wandel auf allen Wegen Gottes, zur Beobachtung Seiner Gebote und Seiner Gesetze. Wie leicht findet man doch Entschuldigung, wenn man ein Gebot Gottes übertreren wsll; wie leicht beschwichtigt man sein Gewissen , wenn bloß Furcht vor Strafe von einer Sünde abhalten soll! Allerdings haben wir die Strafe Gottes zu fürchten, wenn wir seine Gebote übertreten; sie ist eng verbunden mir der Allgcrechtigkeit Gottes, und ist die natürliche Folge der Sünde, die zuweilen schon in diesem, hauptsächlich aber in jenem Leben eintritt. Abcr^ ein edler Beweggrund zur Frömmigkeit ist sie nicht; zur Muttcrpflicht kann sie nie erhoben werden. Wahre Gottesfurcht, von welcher unser Tert spricht, ist Ehrfurcht Gottes. Es ist die tief gefühlte Anerkennung der unendlichen Größe und Erhabenheit Gottes. Es ist der tief gefühlte Abstand zwischen dem unerforschlichen Schöpfer und ^dem nichtigen Menschen. Nachdem nun Moscheh, der Mann Gottes, kurz vor seinem Scheiden seinen besorgten Blick auf die Zukunft des von ihm so sehr geliebten Volkes gerichtet; nachdem ihm der ihn so sehr beunruhigende Gedanke vorgeschwebt, wie er sich später ausgedrückt: „So lange ich bei Euch gelebt, wäret Ihr gegen den Ewigen widerspänstig, wie erst nach meinem Tode" (5. B. M. 31, 27.): da bot er noch in den letzten Tagen seines irdischen Daseins sein ganzes Rednertalent, seine hohe Prophetengabe, seine göttliche Scherkraft auf, um Iisrael zum standhaften Bekarrcn in seinem Berufe, als Mustervolk, eindringlich zu ermahnen. Er gab seinen Israeliten einen gedrängten, aber scharf bezeichnenden Ueberblick ihrer Geschichte während der vierzigjährigen Wanderung durch die arabische Wüste. Er schilderte ihnen die ausgezeichnete Vorsehung, die über sie gewaltet, die Wunder, welche Gott für sie gethan, die Wohlthaten, welche Gott ihnen erzeigt, die Nachsicht, mit welcher Gort sie behandelt, in lebhaften, anmuthigen Farben. In grellem Abstiche malt er daneben die Schatten ihres öftern Unglaubens und Undanks, ihrer Sündhaftigkeit und Unzufriedenheit, ihrer Widerspänstigkeit und Hartnäckigkeit. Darum spricht er in unserm Torte: und nun, Iisrae"! nun, nachdem das Verhältniß zwischen Gott und Dir so klar vor Augen liegt; nachdem Du von der einen Seite Gottes Erhabenheit anstannen, von der andern Seite Deine Verkehrtheit schamvoll bekennen mußt; nun, was fordert der Ewige Dein Gott von Dir? waS willst Du in dieser großen Schule Deines Lebens erlernt haben? wie willst Du Deine Zukunft hiernach gestalten? kannst Tu Deine Aufgabe etwa noch für zu schwer, für unerreichbar halten? Nein! ein Leichtes muß eS Dir nun sein. Nur zu fürchten den Ewigen Deinen Gott, wird von Dir gefordert; nur die Dir nun so nahe liegende Ehrfurcht Gottes darfst Du bewahren, und Tu gelangst sicher zum Ziele. Die Gottesfurcht ist die tief um sich greifende, unerschütterliche Wurzel, aus welcher ein Stamm hervorgeht, der seine Aeste, Zweige und Früchte himmelan treibt. Tie Gottesfurcht ist die Mutter aller Religicnspflichten.

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