Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 12 (24.3.1846)
- Date
- 1846-03-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Ziel mit so beharrlicher Conscquenz verfolgt, daß über unser Wollen und Endzweck kein Zweifel obwalten kann. Erhaltung der göttlichen Religion, Befestigung ihrer Dogmen im Herzen des Volkes, Kräftigung des jüdischen Bewußtseins, Erweckung und Wiederbelebung religiöser Sympathieen sind Grundsätze, die wir stets frei und furchtlos ausgesprochen, mit aller zu Gebote stehenden Energie, im Bewußtsein der Heiligkeit unfers Zweckes, vertreten haben. Wir bekämpften allerdings Unglauben, Trug und Heuchelei, zeigten das gehaltlose Treiben der sogenannten Modernität in seiner ganzen Nacktheit und Leere, entkleideten schonungslos manchen Tagesheldcn seines erborgten Heiligenscheins, aber selbst dieser unser Kampf bezweckte weiter nichts, als die überall so muthwillig bervorgerufeneu Zweifel zu beschwichtigen, dem Volke seinen Glauben zu sichern, zu erhalten. Deshalb freut es uns ungemein, es offen hier ausspreckcn zu können, wie dies unser Prinzip der Beschwichtigung und der Erhaltung im Gebiete des religiösen Iudcnthums sich der hohen Anerkennung einer erleuchteten Staats-Regierung zu erfreuen gehabt, deshalb nehmen nicht wir das Verdienst dieser Gunst für uns in Anspruch, möchten vielmehr nur von diesem Standpunkt aus sie allgemein betrachtet wissen, als eine Anerkennung der Prinzipien des erhaltenden, orthodoxen Judenthums. Wie aber selten, nach dem hergebrachten Spruche des Volkes, eine frohe Botschaft allein kommt, so benutzen wir diese Gelegenheit, unfern Lesern zugleich eine fernere Mittheilung zu mache», die, wir haben keinen Grund daran zu zweifeln, gewiß nicht ohne allgemeines Interesse entgegengenommeu werden wird. Das ungethcilte Zutrauen, dessen sich diese Blätter seit ihrem Entstehen von Seiten der Orthodoxie zu erfreuen gehabt, die stets im Wachsen begriffene, mehr als gewöhnliche Thcilnahme, die sich überall für unser Organ kund giebt, der rege Eifer so vieler Mitarbeiter, wahrhaft nicht die Letzten in den Reihen Israels, einerseits, so wie andererseits das Bedürfniß, die streng jüdische Wissenschaft mehr noch als bisher in den Bereich unserer Wirksamkeit mit hineinzuziehcn, für Belebung acht jüdischer Studien einen geeigneten Mittelpunkt zu schaffen, haben uns bewogen und in den Stand gesetzt, ,.em Ler hebräiscber Sprache abgefaßtes LiLeraLur-VlaLL zum Zions-Wächter" in's Leben zu rufen. Wenn nun der Name und Begriff eines Literatur - Blattes durch sich selbst seinen Inhalt schon hinlänglich beurkundet, so halten wir cs zu erklären nicht für unnöthig, daß, wie unser Organ selbst, so auch das Literatur-Blatt einzig und allein den Interessen des orthodoxen Jndenthums gewidmet ist. Die erste Wissenschaft im Judenthume aber sind seine heiligen Urkunden, seit Tausenden von Jahren ihm unverfälscht aufbewahrt und geborgen. Zum Oeftcrn ist cs schon ausgesprochen worden, daß gerade die Unwissenheit in diesen national jüdischen heiligen Schriften, wichtigste Ursache mit sei, des bedauerlichen Zustandes, der in Israel so sehr überhand genommen. Die Hebung des jüdischen Elements also durch Förderung dieser seiner eigenthümlichen, vorzüglich der religiösen Literatur soll Haupt-Tendenz unscrs Literatur-Blattes sein. Und damit diese Tendenz noch besonders an Interesse, wie an Bedeutung gewinne, soll unsere Literatur das Leben, die Praxis nicht nur nicht ausschließen, sondern ganz vorzüglich sogar berücksichtigen. Allbekannt ist es, daß die modernen Rabbincn, deren Ignoranz im Gesammt-Gebiete talmudischeu Wissens sprüchwörtlich geworden, abgesehen von den brutalsten und empörendsten Lästerungen des Talmuds überhaupt, nichts so sehr lieben, als mit maßloser Frechheit einzelne hie und da aufgegabelte Eitate aus dem Talmud herauszureißen, und selbige, wie sie gerade ihren Endzwecken entsprechen, zurecht zu schnitzen. Gar mancher Laie ist schon getäuscht, wenigstens zurückgcschreckt worden, wenn sein gelehrter H?rr Rabbiner aus dem Talmud selbst es ihm beweisen wollte, daß dieser und jener iiO'rr erlaubt, daß hier ein Pi nicht mehr anwendbar, daß dort, bei veränderten Zeitumständen, eine jetzt gerade umgekehrt sei u. dgl. m. Deshalb, meinen wir, könnte sich ein wahrhaft jüdisches Literatur-Blatt kein größeres Verdienst erwerben, könnte nicht mächtiger auf die Entwickelung des orthodoxen Elements im Judenthume cinwirken, als wenn es in diesem Sinne und mit besonderer Bezugnahme auf die herrschenden Tages-Fragen die Literatur hege und verwende