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Der treue Zionswächter · 1846-03-03 · 9 (3.3.1846) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
9 (3.3.1846)
Date
1846-03-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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67 Lehre, wegschaffen unfern Glaubem Eine Empörung ist'Sdie Ihr anzeltelt wider uns und unfern Glauben , gerichtet sind die Waffen auf das Heiligste, ersteigen wollt Ihr die um unsere Glaubensburg als feste Mauern dastehenden Sitten und Gebräuche, um dann sie selbst zu destruiron und dem stürmischen Muth des Unglaubens preiszugeben. Dies ist das Ziel Eures Strebens, dies die Ursache jener Regsamkeit, und jenes Treibens!? — Nene Mosches erstehen auf, eine neue Tora wird gegeben, und sogleich auch (meine Feder zittert Lei Diesem Ausdrucke) eine neue Gottheit geschaffen. O temxorao mores! Siehe, neunzehntes Jahrhundert, dies ist dein Ereigniß. Komm heraufo finsteres, verachtetes Mittelalter, in welchem Kultur und Wissen unter dem dicksten Schleier verborgen lagen du aber doch treu an deinem Gott hingest; und erröthen muß vor^ deinem Anblick unserhumanes, aufgeklärtes Zeitalter- Abgelegt? wird das goldene Geschmeide unsers Glaubens, zusammengeschmolzen und ein goldenes Kalb , um das sich die Kinder des Zeitgeistes schaaren, verfertigt. Ja, die Zulänglichkeit ihres Verstandes, oder besser ihrer Unvernunft ist's, die sie als Götzen aufstellen und anbeten, und in der Raserei ihrer abgöttischen Andacht treten sie das verehrungswürdige Ansehen des höchsten Gesetzgebers mit Füßen, und die Tafeln des Gesetzes werden zerbrochen, ihr Priester, ihr Aharou zieht vor ihnen einher und spricht: Dies, ist dein Gott, Jisroel, bete deine Vernunft an, und du hast genuH.-So wollen sie eine Eiche mit einem Weidenzweig umhauen; sie drohen, eine Lehre, die Gott selbst gepflanzt, und die Jahrhunderte lang gedauert und geblühet, mit den plötzlich und zufälliger Weise aufschießenden Sprößlingen der Phantasie, den unzeitigen Geburten einer Stunde, umzuftvßen. O welche Verkehrtheit! welche Blindheit! Der Krieg wird öffentlich angekündigt, es wird in die Posaune gestoßen, alle Saiten, so disharmonisch sic auch seien, gespannt. Die Empörer werden zusammengerufen , und ein Verein , bestehend aus lauter Rabbinen- und Laien-Jndividuen, denen es wahrlich an Men nöthigen Vorkenntuiffen in talmudischen und theologischen Fächern fehlt, der gleich einem Vulkane sonder > Gleichen durch die Lava seines/schändlichen Fanatismus das ganze Gebäude unserer Religion zu verschütten, mit seinem Gift- Hauche die von Religiosität stets erwachsende Sittlichkeit zu besudeln, und mit seinem Rachen jeden Religiös- und Sittlichgesinnten zu verschlingen droht, wird gebildet. Es erscheinen auch ihre Beschlüsse und Reden, ein buntes Gemisch von Albernheiten und Unwahrheiten. Und doch war von unserer Seite noch nichts unternommen, und kein Gegcnschritt gethan, denn theils schien der Feind uns zu gering, um mit ihm zu kämpfen, theils wußten wir, daß unsere Glaubensfeste unersteigbar, und daher keine Destruktion zu befürchten sei. Und unsere vom Wahnwitze irregeleiteten Brüder im Stillen bemitleidend, verhielten wir uns ruhig und harrten des Ausgangs. : (Beschluß folgt.) Aurechtgewkesene „ZurechtwsLfnug". Im „Lireratur-Blatt des Orients" No 8 findet sich H. K—m zu folgender „Nothwendigen Zurechtweisung" rc. veranlaßt: „Im Zionswächter No. 3 wird auf die unverschämteste Weise den neuern Bibelübersetzungen, unter denen Zunz^s rühmlicher Name steht, vorgeworfen, daß sie aus Unwissenheit (!!) oder rii2'2 (!) die Stelle (Levit. IS, 7 und 7,18) mit „Wenn es aber gegessen wird" übersetzten. Wenn man von einem unwissenden Zeloten, als welcher sich der Einsender kund giebt, nicht verlangen kann, daß er Gewicht auf die Targumim, welche hier ebenfalls der recipirten Deutung entgegen nur den natürlichen Schriftsinn wiedergeben, lege, oder die Kommentare von Jbn-Esra und Salomvn b. Meier einsehe, von denen jener den talmudischen Einwand, wie das Essen am dritten Tage auf das bereits dargebrachte Opfer zurückwirken kann, zurückweist, und dieser hier bemerkt i.iiij?p so darf man doch wenigstens erwarten, daß er wenigstens die heimischen talmudischen Quellen nachgeforscht habe, bevor er auf eine bäurische Weise einen Mann wie Zunz zu schulmeistern wagt. Im Talmud Sebachim 29 und im Sifra Abschn. Zaw Kap. 8 lesen wir aberdaß R. Akiba ebenfalls,ein solcher Min ist und erwähnte

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