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Der treue Zionswächter · 1846-03-03 · 9 (3.3.1846) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
9 (3.3.1846)
Date
1846-03-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
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äffen, und wem?— So bleibt er eine Zeltlang in gespanntester Erwartung nachdenkend über die Ursache; da hört er auf einmal ein Geschrei: Licht! Licht! Licht! — er erschrickt, glaubt in tiefster Nacht gehüllt zu sein, oder im Labyrinthe des Lebens den letzten Steig verloren zu haben; aber er erwacht, und sieh', ein schöner Tag ist's, friedlich und heiter blickt der gerundete Himmel auf ihn herab, und ein schönes Leben ist vor ihm anfgethan. — Aber noch immer nicht hat sich der Tumult gelegt, und näher dringt an ihn der Ruf: Licht! — Er folgt dem Rufe: da erblickt er den tumultuarischen Haufen, ein Gemisch von Jung Und Alt,' Weib und Kind; auch er geht mit, und sein nostus §or6in8 ist gelöst. Es ist das Lager der Neophiten, sie gehen zu ihrem Mäcen, führen ihn mit, und — er wird Proselyt. Er kommt in ihren Tempel, ihr Nomophilar steht an der Spitze, von seinem Nimbus umwunden, und von seinen Anhängern als Heiliger erklärt und verehrt. Schöne Bilder schweben ihm vor, neue Fahnen flattern, und etwas Beziehendes schmückt den Tempel, gefesselt ist er. und triumphirend ruft er mit: „Es lebe das Neue!" Aber der Rausch ist vorbei! Da blickt er noch einmal auf , sich an dem Neuen zu ergötzen, aber gefallen ist jetzt der Schleier von seinen Augen, und er erkennt seine alten Freunde, mit neuem Gewände bekleidet , aber verstümmelt, verzerrt, entwürdigt; er merkt den Betrug, will zurück; aber verschlossen ist die Thür. und tief ist er verstrickt. — O welcher Betrug! welche Täuschung! Die Wahrheit wird verkannt, das Alte und Ehrwürdige entstellt. weil es alt ist. „Neu! Neu!" ist der Wahlspruch , „es hat schon lange genug gelebt, fast sich selbst überlebt, schwach ist's, schon ganz zerfallen, man muß neuen Lebensodem ihm einhauchcn, es umgestalten, ein frisches Gewand ihm geben. — Weg mit der Obscurität — willkommen, neunzehntes Säcnlum, unser Geliebtes! unser lang Ersehntes! Schlag' uns ab die unfern Verstand beengenden Fesseln der Vorurtheile; entbürde uns des drückenden Joches, gebe uns Freiheit, Selbstständigkeit! ziehe uns aus die Kinderschuhe, setze unS ein in unsere Würde, denn es geht uns ja auf, die Sonne der Aufklärung. — Aufklärung! Aufklärung! Freiheit! Freiheit!" — Dieses ist der ertönende, jeden Vorübergehenden einladende Ruf des verderbten Zeitgeistes. Verdunkelt wird, die Wune der Religion von Herr aufstefgenden-Dünsten And WolkendeA aus der. Faulniß der-Jetztzeit entstandenen Zweifels und des Unglaubens. Hhre Obern, ihre Hirten.Uhre Quasi- Rabbinen sind's, We.'chN''HerWpi.tze' einherziehen, und, sich Josua gleich dünkend, am Himmel des Glaubens Wunder zu thun versuchen , und mit ihrem Zauberspruche die Sonne der. Religion stehen machen wollen; aber nicht gleich jenem, um länger zu leuchten, sondern sie mitten im Tage untergehen zu lassen, und eine andere an ihre Stelle zu-setzen. Dies bedeutet jenes Lärmen, dies ist die Ursache jenes Strebens. Aber noch wissen wir Ausländer nicht, was denn eigentlich vorgeht; erzählen hören wir bloß von dem Merveille, das jene Hypokriten, jene Zauberer der neuen Aufklärung verrichten, und mit gespanntester Erwartung harren wir der nähern Auskunft. Aber merei! Wir wissen's schon, auch wir werden mit Notifikationen beehrt. Ein Deus ex muelrina, erscheinen Pamphlete, ein kele-mele, gemalt mit den grellsten Farben, und alles xro iorma, Israel zu humanisiren, aufzuklären und seine intensive Veredlung zu beschleunigen. „Orientiren," heißt es, „müssen wir uns," und so wird mit zuverlässigster Bonhommie zum Vortheil des Judenthums gesprochen; haben sie aber einmal ihren Fang, so wird ihm rund herausgesagt: du sollst das Judenthum verwerfen, seinem Glauben entsagen; und die neue Lehre wird ihm obtrudirt. Jene verderbten und verderbenden Blätter sind's, die ihr pesttlenzialisches Gift auch in unser Land gehaucht, und den Saamen des Zankes und der Zwietracht auch bei uns gestreut. Männer, deren Name in den Blättern der Geschichte mit goldenen Buchstaben prangt, werden von jungen Lassen verpönt und mit der giftigen Geißel der Verläumdung bedroht. Ja, ein öffentlicher Pranger wird errichtet, da wird keiner Autorität geschont, kein Ansehen geachtet, dieser ist, wo Neid, Zank- und Schmähsucht, Mißgunst, politische Kannegießerei ihrer ebenbürtigen Schwester Verläumdung auf den Ruinen mancher guten und heiligen Schätze die Hand reichen; und dies in Gestalt der innigsten Freundschaft, der reinsten Menschheit! — Aber nein, nicht Bildung ist Eure Absicht, eine Andere ist's, und die kennen wir wohl: vernichten wollt Ihr unsere

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