Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 9 (3.3.1846)
- Date
- 1846-03-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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s Jahrgang Der Organ zur Wahrung -er Interessen Ür. En och, Direiror und Ob«rlrhr«r ru Altona. Unter Verantwortlichkeit der i Verlagshandlung: Herold'sche Buchhandlung des orthodoxen Iudenthmns Do» diesem Blatte erscheint Wöchentlich einmal^ DienStagS, ein Bogen. DaS Abonnement aufein Jahr ist » K Ck. (2 Thlr. pr., LU. 3VXr.) Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern, soliden Buchhandlungen und Zeitungserpeditionen. Ham bürg, den 3. 41<ärz 18!6. Lnhslt. Stimme eines Orthodoxen. Von S-r, Rabbiner. Zurechtgewiesene »Zurechtweisung». Vom .Einsender». Zeitungsnachrichten aus: London, Berlin, Altona. Briefwechsel.' Sendschreiben des Rabbinats zu Urrnen in Ungarn. Beilage. Stimme eines Orthodoxen. ' Don S—r, Rabbiner. Neustadt a d. W. Unbekannterweise, aber doch mit dem Vertrauen, mit dem sich ein treuer Glaubensgenosse dem Beschirmer seiner Religion , um ihm für sein reges Streben und seinen errungenen Sieg den Kranz der reinsten Liebe und Dankbarkeit darzubringen, nähert , sichte auch ich mein Schreiben an Sie. Ja, Dankbarkeit, reine Dankbarkeit MS, die aus meiner Feder fließt, und wahrlich, sie ist zu ohnmächtig, ihren Tribut gehörig zu zahlen. Ein neues, belebendes Gefühl Ms, das mich seit dem Erscheinen Ihres, für unser Interesse sehr wichtigen und viel versprechenden Blattes durchströmt, und aus meiner stillen Einsamkeit mich hinaus treibt, um Ihnen meinen tiefgefühlten Dank öffentlich niederzulegen, und ein Wort an unsere „Neologen" zu richten, -r- - Seit einem Decemnnm sehen wir Gährungen und Reibungen in unserem Lager ansbrechen, und Deutschland aus dem Hintergründe hervortreten und eine wichtige Rolle spielen. Deutschland ist das Losungswort, der Ort, wv über unser Recht und Leben verhandelt wird. Germanien steht an der Spitze und maßt sich der Herrschaft an. Ein rastloser Eifer durchdringt es und setzt alles in Bewegung, ein reges Streben, ein Tummeln, ein buntes Gewirrs, ein Gemisch von verschiedenen Farben, und etwas gar Seltsames bieten sich dem genaueren Beobachter dar. Der Eine jubelt, dec Andere schneidet Gesichter, dieser schmiedet Ränke, jener Waffen, dieser giebt Vorschläge, jener legt sein Alltagsgewand ab und zieht die Kriegsrnstung an, jener ergreift das Ruder, noch ein. Anderer geht verworren und tiefsinnig einher, kein Wort verrathend, uneinig und kämpfend mit sich selbst, und ein geheimuißvolles Treiben, übersteigend die Grenzen des Gewöhnlichen, nimmt man überall wahr. Staunend bleibt der vorübergehende Wanderer stehen. Was Ms? Was geht bei Euch vor? Was setzt das immer friedliche Deutschland in solchen Aufruhr? — Er fragt den Einen, und erhält keine Antwort; er fragt den Zweiten, und sein Gesicht, seine Miene -rücken Verlegenheit über seine Frage aus; er dringt in den Dritten, und dieser, ihm nicht mehr widerstehen könnend-, gesteht endlich zu feiner größten- Schande und Bestürzung, daß er nur kaufe, weil jener läuft, jener kauft» weit der Andere läuft, keiner eigentlich wisse, warum, alle bloß die NachäffungSsucht entzündet habe. — Aber noch verwunderter bleibt er bei dieser Antwort stehen, die ihm eine zweite Frage ist: was nach-