Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 8 (24.2.1846)
- Date
- 1846-02-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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abmlegen, wie wir zur Förderung deS wahrhaft religiösen Lebens gerne daS Unserige beitragen, sondern mehr noch, überall, wo man eS mit dem orthodoxen. Zudenthume noch treu meint, zu ähnlicher Nacheiferung aufgefordert zu haben. Zch lerne täglich, so schreibt unser würdiger Rabbiner, zwei mit zwei Classen, habe auch auswärtige Schüler, und würde, falls ich in unserer nicht sehr großen Gemeinde für den gehörigen Unterhalt Sorge tragen könnte, deren eine weit größere Anzahl haben. ES steht bei uns gottlob noch nicht so schlimm, die Leute lassen recht gerne ihre Kinder „lernen". Geben Sie mir gef. Nachricht, ob dort einige auf entsprechenden Unterhalt rechnen könnten, da sie fich darnach sehnen, den Unterricht des dortigen Rabbinen zu genießen. Ich habe seit 1s Monaten 6 O'122-Male in meinem Bezirke gehabt, und unser "BIO har diesen Augenblick noch 6 andere O'1D2, ebenfalls alle aus meinem Bezirke, iw Schreiben. Zn S. ist eine neue und X12I1 ohne zwei bereits früher bestehende, begründet worden; in F. hat sich seit einigen Wochen eine X121 gebildet, in der jeden 5722? und zweimal wöchentlich ''L'l und 2s)p' s'2 gelernt wird und zwar jedesmal 3—4 Stunden Zn M. und D. wird ebenfalls gelernt» und wenn die Leute überall Gelegenheit Härten, würden Sie sehen, wie bald bei uns kein Dorf mehr existier, in dem nicht gelernt würde. Worauf unrer solchen Verhältnissen am meisten Rücksicht genommen werden muß, ist, daß vorzüglich tüchtige Lehrer auf das Land versetzt werden, Lehrer, die den redlichen Willen, aber auch Fähigkeiten genug haben, diesen religiösen Sinn zu nähren, zur Kräftigung und Wiederbelebung des jüdischen Lebens das Zhrige beizutragen. — So weit jener würdige Rabbiner, und will ich hoffen, daß dieser mein Bericht zu vielen ähnlichen von andern Seiten her Veranlassung geben möge, um so mehr, da ich überzeugt bin, daß das Thaksächliche sich gottlob von vielen, vielen Gemeinden, Provinzen und Ländern her berichten lasse. Preußen. Berlin. Zetzt eben haben wir einen neuen Beweis, daß Alles, was den Reformern von Seiten der Staats-Behörden gestattet worden, einzig und allein in einem eigenen Gottesdienste bestehe, mit Ausschluß alles Dessen, was die Constimirung einer neuen, selbst» ständigen Religionsgemeinschaft voraussehen lasse. Der Reform wurde ein Knäbkein geboren, und es versteht sich von selbst, daß Die, die 1272 an ewv 0177t sind, anch das Bundeszeichen der Zudenheir, die Defchneidung. MUwegreformiren wollten. Vernünftiger Weise hielt ma!r es indessen für gerathen, unrer der Hand sich zu erkundigen, von welchem Gesichtspunkte ans die Behörde solche reformatorische Wechsetbätge betrachten würde. Die Weisung deS PoltzeiePräsidiumS war aber eine so bestimmt ausgesprochene und entscheidende, daß man eS vorzog, in aller Stille jenen Akt vorzunehmen, und für die Verkündigung dieses neuen Reform-Gesetzes einen günstigeren Zeitpunkt abzuwarren. — Nichts ist übrigens possierlicher, als die neue Proselytenmacherei, zu der die Reformer ihre Zuflucht genommen. Man muß es gestehen, eS ist das eine imposante, nickt zu verwerfende Macht: 450 Mann hock, 20 Gemeinden des Vaterlandes von A bis Z sind dabei betheiligr, haben ihren Beitritt erklärt, wobei freilich nicht zu übersehen, daß wenn beiläufig in einer Gemeinde von circa 2000 Seelen 5, sage fünf Personen ihren Beitritt erklärt, diese fünf die ganze Gemeinde vertreten, für dieselbe gezählt werden. Unter solchen Verhältnissen mußte man darauf bedacht sein, sich hie und da nach Succurs umzusehen. Ein Rechenschafrs, Bericht, so eine Art eomxte reaäu, wird abgefaßr, in vielen Tausenden von Exemplaren gedruckt und der Oeffenklichkeir übergeben. Vorzüglich wird derselbe auswärtigen Agenten zugeschickt, mit der Bitte für größtmögliche Verbreitung Sorge zu tragen. *) Arme Reform! Dahin ist eS mit dir gekommen, baß du Auch hier find derartige Tractätlein angelangt und von einem bekannten.Missionar der Reform in öffentlichen Blättern zum Nutzen und Frommen für alle Die. die für das moderne berliner Reform-Product fich interesfiren, gratis feilgeboten worden. Besonders bezeichnend ist in jener Ankündigung der Anfang: »Jeder Fortschritt, der auf dem Wege der wahren Religion geschieht, welche keinem stricken Dogma folgt, muß dem wirklichen Menschenfreund willkommen und werth sein, weil dadurch das schöne Ziel der ächten Moral und der Menschenbeglückung, sowie der Annäherung der durch Ceremonieen oder Satzungen getrennten Gottgläubigen näher gerückt wird.« Da ist es in klaren und deutlichen Worten ausgesprochen, wohinaus jene Herren wollen. Aufhebung der jüdischen, der christlichen, aller positiven Religion ist die Losung, der wahre Zweck der Reform, diese selbst nur Mittel zur Erreichung jenes Zweckes. D. Red.;