Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 8 (24.2.1846)
- Date
- 1846-02-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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61 richten, als wenn sie an dem Kulms der Dissidenten theilnehmen. Unser Häuflein wird freilich durch diese Maßregel zusammenschmelzen. und was noch weit schlimmer ist, wir verlieren dadurch sehr viele reiche und mächtige Glieder. Ueber den Mangel an Reichrhum müssen w«r un« aber wegsetzen können. Der Reichthum unserer Religionsgenossen har uns so immer durch den vcrursachren Neid mehr Fluch als Segen gebracht; auch haben wir seit zwei Jahrtausenden faktisch bewiesen, daß der Wahtfpruch. den eine andere Confessio» im Munde führt, bei uns Lebensprinzip sei: Unser Reich ist nicht von dieser Welt WaS aber die Intelligenz betrifft, so ist dies eben Eure Aufgabe, dieselbe im orthodoxen Zudenrhume aus allen Kräften zu befördern und zu heben, eben so wie es 3) Eure Aufgabe ist, nachdem alle Diejenigen, die den heiligen Bund GorteS zerstört, als Dissidenten von uns geschieden sind und auf untere religiösen Angelegenheiten keinen Einfluß üben können, alle die heiligen Institutionen wieder aufzubauen, welche je e durch ihren verderblichen Einfluß ntedergerissen haben: ich meine die Schule«', in denen unsern Kindern d«e heilige Schrift und die traditionelle Lehre gelehrt wurde. Ihr müßt es den orthodoxen Juden wieder in Erinnerung bringen, daß das Studium des Gesetzes ein positives Gebot sei riAP O1L2 von pfiichter sei, es seinen Kindern zu lehren oder lehren zu lassen, ^'52^ und daß dieser Pflicht nicht durch Erlernung der modernen Religion-bücher, die Vereine gebildet haben, um sich gemeinschaftlich des Talmudstudivms zu bcflenugen, so w«e neulich wieder einen Artikel, der die Nolhwendigkeir dieses Studiums zur Erhaltung des orthodoxen Iudenlhums so gründlich erörterte. ^Der Mangel dieses Studiums fangt also an. fühlbar zu werden, wie aus No. 1 d I. dieses Blattes zu ersehen ist. Benutzet diese günstige Stimmung und sehet, daß solche Sä ulen wi-der in's Leben treten, und laßt Euch von dem Geschrei dcr Reformer über mittelalterliche Reaktionen nicht irre machen. Ich schließe mit den Worten der heiligen Schrift: 2'pdx V2M 1LPN NIN NX ox oai (W-p 0'20'V) NVV) X«' 1V1P0 «INI oxn .(§2 -n-' Zeitungsnachrichten. Großherzogthum Baden. Auch unsere badischen Reformer en nnuinture wollen hinter ihren Vorgängern in Nichts zurückstehen. Sie versuchen, wie jene, die Kunst zu gewinnen, die aber nur spärlich gelingt. Denjenigen, welche aus Religionsgründen ihren Bestrebungen nicht beigerreten sind, geben sie ihr „Bedauern" zu erkennen, daß „eine auf einem Mißverständnisse beruhende Deutung" von dem Beitritt abgehalren habe. Wohl verstanden! Die Herren meinen nicht ein M'ßverständniß ihrer Absichten, sondern ein Mißverständniß der jüdischen Religionslehre. Denn daß diese „Deutung" ihrer Worte kein „Mißverständniß" sei. das lehren uns ihre ferner,, Aeußcrungen unzwerdeutig. Es stehe schon längst in der Ueberzeugung aller Denkenden fest, sagen sie, daß unsere religiösen Zustände einer durchgreifenden Berr besserung bedürfen. WaS und wie soll aber eigentlich verbessert werden? Geduld! Die Herren kommentiren sich selbst. Sie betrauern vorerst wehmüthig d,e Gestalt . welche unsere religiösen Zustände im Verlause finsterer Jahrhunderte angenommen, durch welche unsere heilige Religion selbst herabgewürdigr und verächtlich gemacht worden sei Beinahe müßten wir Konservativen uns selbst bemitleiden, uns selbst „Finsterlinge nennen, indem wir in der Thar diese Herabwürdigung und Verachtung unserer Religion nicht sehen, wenn wir nicht wüßten, daß eS nur unsere Sonntagskinder sind, welche diese Gespenster erblicken. Man fährt nun weiter zu kommentiren fort: Nicht nur in den Augen der Bekenner anderer Religionen sei die Religion herabgewürdigt und verachtet, sondern noch mehr in den Augen vieler Glaubensgenossen. Von ersterer Behauptung können zwar Gegenbeweise angeführt, letztere muß aber, freilich in einem andern Sinne, leider zugestanden werden. Diese Erscheinung wird aber von unsern Reformatoren „dem Lebenswandel, dem ganzen Thun und Treiben" Jener zur Last gelegt, „welche sich rühmen, die eifrigsten Anhänger des väterlichen Glaubens zu sein, und welche sogar die Religion manchmal zum Deckmantel ihrer verwerflichen Handlungen nehmen." Wir fragen aber: Welcher Vernünftige betrachtet Solche noch als eifrige Anhänger der Religion? Oder sind die Juden Schelme, «eil unter Schelmen auch Juden sind? Triff: dieser