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Der treue Zionswächter · 1846-02-24 · 8 (24.2.1846) · page 4

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
8 (24.2.1846)
Date
1846-02-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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60 die Rednergabe rrtheilen können, so daß er keines Predigers bedürfte; und vielleicht sollte dieses der Nachwelt andeuten, daß der Stand der Rabbinen und Lehrer von dem der Prediger unterschieden sein soll. Möge nun mein Vorschlag den wahren Sieg und Frieden in Israel befördern! Denn, mögen die Ler-sechter der heiligen Religion einen noch so glänzenden Sieg über den modernen Rabbinismus erkämpfen, so ist noch immer der Kamps nicht geendet; der Feind erholt sich wieder, er steht noch immer vor der Burg der Religion, und richtet dann seine Angriffe unaufhörlich auf die Gläubigen, bis die Streiter ermüden. Wenn man aber dem Nabbinismuö sein altes Recht wieder gewinnt, so ist Alles entschieden. Streuen wir also die Saat aus, welche die schönsten Früchte tragen wird; umhüllen wir die Religion mit dem Mantel der Weisheit, und beleuchten wir sie mit dem ewigen Strahle der Vernunft; dann kann sie zur größten Vollkommenheit gedeihen. Schließlich will ich hoffen, daß die Verfechter der heiligen Religion diesen Vorschlag Israel ans Herz legen mögen; denn wenn eine Krankheit gründlich geheilt werden soll, muß der Arzt vorerst den Ursprung derselben zu heben wissen, dann ist die Wirkung vollkommen. VF Die Aufgabe des orthodoxen Zuderrthums Lu der Gegenwart. Von Z....I D...ck. (Beschluß.) Der reformatvrische Terrorismus, heißt es im Orient 1843 No. 32, reizt die Gemächer, die an dem Alten mit aller Treue und Innigkeit hängen, wahrend eine allmälige und besonnene Reform sie besänftiget. Das ist mit andern Worten: Der reformalvrische Terrorismus vertritt seine Ueberzeugung offen und ehrlich, wie eS Ehrenmännern geziemt, während die allmälig und besonnen die Gemächer, die ») Jesuiten würde wohl der gelehrte Verfasser der Briefe über Jesuitismus im Judenthume gesagt haben. Ich gestehe aber, daß so gehaltreich ich auch diese Briefe finde so zmviver einer^so mächtigen Partei gerechte Ursache zur^Klage über unS zu geben? Uud was für ein Recht haben wir überhaupt, eine an dem Alten mit aller Treue und Innigkeit hängen, in ihr Netz zu locken suchen. Wir müssen jedoch bekennen, daß uns unter den Mirrelresormatoren einige ehremverche Ausnahmen bekannt find, die keineswegs der Heuchelei und MP'OL geziehen werden können und die in vollem Ernste der Hoffnung sind, durch unwesentliche Eonccssionen die Abgefallenen zurückführen zu können. Diese müssen aber über kurz oder lang inne werden, wie chimärisch ihre Hoffnung sei, und daß je mehr Concessionen gemacht, desto mehr jene verlangen werden, und daß sie durch ihr System nichts weiter erzielen, als von beiden Parteien mit Recht der Schwäche, des Wan'elmurhS und der Prmziplosigkeit beschuldigt zu werden. Ihr müßt daher alle mittelreformarorischen Versuche aus allen Kräften entschieden zurückweisen, aber nicht, wie eS bisher geschehen, zuweilen durch Scheingründe beweisen wollen, daß die unwesentlichen Veränderungen wesentlich seien, sondern offen den wahren Grund aussprecheu, baß Ihr solche aus dem Grunde nicht zu'assen könnt, weil sie als Mittel zur Herbeiführung völligen Abfalles vom Judenthume gebraucht werden. Ist es sckon unsere Pflicht. 12W.1 von außen XOPip Vll '2X021 ein Märtyrer zu werden, um wir viel mehr ist es unS Pflicht 12^.1 NplL'2 aus unserer eignen Mitte. Eine solche offene entschiedene Erklärung von Euch ist nicht allein norhwendig, um die Schwachen und Wankelmüthigen zu stärken und ihnen über den wahren Zweck dieser Mittelreformer die Augen zu öffnen , sondern auch den Staat über die eigentlichen Differenzen zwischen den reformirten und orthodoxen Juden aufzuklären , und unsere Gewissensfreiheit in Anspruch zu nehmen, so daß in Gemeinden, wo die Majorität reformirt ist, sei es radical oder gemäßigt, die orthodoxe Minorität nicht gezwungen werde, sich an den eingeführren reformirten Kulms anzuschließen, und eS ihnen nicht verwehrt werde da, wo noch zehn Männer treu geblieben sind, sich besonders versammeln zu dürfen, um Gott nach ihrem Gewissen und nach dem Gebrauche ihrer Väter anzubeien. Auch muß es dem Staate klar werden, daß die orthodoxen Juden keinenNeformirten als Rabbiner anerkennen können, und daß er nicht über unsere religiösen Angelegenheiten von einem Geiger und Consortcn Gutachten abverlange, wie eS erst neulich vom Landrarhamre in Kroroschin geschehen ist (Orient 1846 No. 1). Was würden wohl die Katholiken dazu sagen, wenn eine Regierung über eine römisch-katholische Frage sich an Ronge und Czersky wenden sollte? Auch müßt Ihr daS Volk belehren, daß eS in einem Falle, wo kein Minjan treuer Glaubenebrüder in einer Gemeinde übriggeblieben, gottgefälliger sei, wenn sie ihr Geber in ihrer einsamen Kammer ver-

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