Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 7 (17.2.1846)
- Date
- 1846-02-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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51 Abram zu Lok, so wollen wir zu Euch sprechen: „„Lasset doch keinen Streit sein zwischen mir und dir, zwischen meinen und deinen Hirten, denn wir sind ja Männer. Brüder; so lasser uns in Frieden auseinander gehen, ehe wir in Streit und Hader beieinander weilen."" Wir wollen ein dem Eurigen entgegengesetztes Prinzip vertreten, wie Ihr gleichfalls thur, nicht eine Euch feindliche Parthei bilden, wie Ihr mit Recht von den mitrelreformatorischen Versuchen behauptet; wir wollen Frieden mir Euch, wie mit jeder abweichenden religiösen Meinung, wenn sie Ueberzeugunq ist. Fern von uns bleibe jede Gehässigkeit jeder Kampf, jeder Angriff gegen Euch.-Aber, so höre ich von allen Seiten rufen, dann würde ja ein Schisma, eine Secte sich bilden.--— Ich frage aber: 1) Sind wir jetzt weniger Schismatiker und Secnrer. und werden wir schlimmer , als wir sind, wenn wir qeietzlich es zu werden suchen, statt der jetzigen ungesetzlichen Weise? 2) Weshalb ist ein Schisma so gefürchtet? Nickt seiner selbst, sondern der Folgen wegen, die in früherer Zeit damit verbunden zu sein pflegten. Solche Ausbrüche einer mittelalterlichen Zeit sind aber jetzt nicht zu befürchten. Kann. wie jetzt zu hoffen ist, und wie die christkatholische Bewegung faktisch bezeigen wird, ein Schisma auf dem friedlichsten Wege sich bilden, jo ist nirgends Gefahr für den Staat oder die Majorität vorhanden, und ein ausgesprochenes Schisma wird vorzuziehen sein den ewigen Spaltungen, Zerwürfnissen, Befeindungen und Skandalen, die manche große Neligionsgenossenschafc in so viele Schismen lheilen und den religiösen Frieden untergraben " So rufen uns diejenigen Radical-Rcformer zu, denen es im Ernste darum zu thun ist. die Schmach von sich abzuwälzen, im Widerspruch mit sich selbst zu sein und sich heuchlerisch zu einer Religion zu bekennen, der sie im ganzen Leben durch ihre Handlungen widersprechen, weswegen sie auch theoretisch ihre Praxis jan rioniren wollen. Sie sind sich aber bewußt, daß eine solche Theorie sie von uns abrrenne, und reichen uns ^brüderlich die Hand zum Abschiede. Wir dürren und sollen die unserige nicht zurückziehen, mögen sie scheiden in Frieden, die Zeiten sind nicht mehr, und es ist gut, daß sie nicht mehr sind, wo der Mensch verwegen sich das allerhöchste Nichreramt anmaßle: wir wollen sie nickt richten, aber becen wollen wir für sie liack der Vorschrift unserer weisen Lehrer 2'>'1P..11 »,'.2 1 71212) 1I22N' -zrPi 7p. Ader nicht allein die ei kennt der Sraar sie als eme abgesonderte reformirke Gemeinde an, so kann er uns dann unmöglich zwingen, ihre Rabbiner zu besolden und die unserige» für ihre Predigten mir Strafe zu belegen, wiq eS in Breslau geschehen, dann kann er es reformieren Rabbinern nicht verbieten, an einer Reformversammlung Theil zu nehmen, und sie dadurch den orthodoxen Gemeinden als Rabbiner aufzudringen. wie es ebenfalls geschehen, eben jo wenig kann er reformirte Lehrer unfern Kindern aufdringen. Es liegt also in unserm beiderseitigen Interesse , daß der Sraar eS anerkennt, daß eS von einander abgesonderte reformirte und orthodoxe Zuden-Gemeinden giebr; eben so liegt es iw unserm beiderseitigen Interesse, daß ihre Zahl sich vermehre, denn je zahlreicher ihre Gemeinden sind, desto weniger kranke Glieder haben wir in den unserigen, und desto weniger Gefahr sind wir ausgesetzr, angesteckk zu werden, und desto schneller gehet unsere Verheißung in Erfüllung .7XP11') '2 2'xL15l1 2 111,r.1 22^ V N"7 Die Reformieren bestehen nicht bloß in den, paar hu. derr Individuen, die sich als frankfurter Reformverein, als berliner Genossenschaft, als Nabbine-- Versammlung vereinigt haben, sondern es giebr deren mir Recht sagt, eine feindliche Partei in unserer Mür , wollen ihrem Vorgeben nach durch ihre Mtkrelrrfvrmen bl.ß die unwesentlichen Formen >m Kultus nach dem Zwecke werden sie auch von den Miltelresorniaroren unserer Zeit angewendek. (Beschluß folgt.) Die schülerhafte Nathlosigkeit des Hrn Z-i" S .HoldheLm Lnr Gebiete talmudischen Wissens. Schreiben des l)r. Auerbach m Darmstadc an den Nabbinakscandidaren L» in D. (.Beschluß.) Doch selbst zugegeben es läge jene entsetzlich falsche Holdbeimsche Erklärung der .i".i)i, wonach sie der Auflösung assertorischer Eide Vorbeugen wolle, im Bereiche der Möglichkeit, wie hätte nicht schon der Umstand, daß die Formel 2"fü2l l"p keine solche Garantie bei der Eigeuthümlichkeit der assertorischen Eide biete, auch den corruptesten Kopf davon ab-