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Der treue Zionswächter · 1846-02-10 · 6 (10.2.1846) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
6 (10.2.1846)
Date
1846-02-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Um den Umfang dieses Berichtes nicht zu sehr zu erweitern, beschränke» wir unsere Mittheilung nur noch auf die Erwähnung folgender Thatsache: Nach dem Beispiele, das der ehrw. Herr D.-R. Damderger zu Würzbirrg hinsichtlich seiner Verwendung theils bet den Milirairbehötden um Zulassung det jüdischen Soldaten der dortigen Garnison zur Hoschttküst, theils bei Wühlrharigkeirsfreunden aus der, der Otthoddxie angekörenden Mehrzahl der Hauptstadt und des Distrikts um Darreichung der erforderlichen Mittel schon vor längerer Zeit gegeben hat, bemühte sich auch der zu den Rechtgläubigen gehörende Rabbiner, Hr. Äbr. Adler, kürzlich nach Aschaffenburg berufen, ganz auf ähnliche Weise zu bewerkstelligen, daß auch die jüd. Soldaten der dortigen Garnison dieser religiösen Wohlthar theilyaft wurden. Möge die Namhaftmachung dieser erfreulichen Resultate ernst frommer Bestrebungen dazu beitragen, daß der religiöse Sinn und Willen unserer treuen gläubigen Genossen angeregt und belebt werde; möge man sofort allenthalben auf die Verbreitung alirabbinischer Gelehrsamkeit, auf die direkte Anleitung und Unterstützung Aller, die ihrer zum religiösen Leben bedürfen, und vorzüglich auf die Haus- und Lebrdisciplm bei der Erziehung unserer noch unverdorbenen Schuljugend sorgfältig bedackt sein, daß aus ihr eine bessere, eine im Gesetze erleuchtete und gvttesfürchtige Generation zum Heile aller Welt herangebildet werde. Fürth. Wenn in irgend einer Stände - Versammlung ein Wort darüber lautbar wird, wie die Anhänglichkeit der Juden an Talmud und hergebrachten Ceremonien ihrer gänzlichen Emancipation im Wege stehe u. dgl. m., dann fallen unsere Modernen mir wahrer Gier über solche Aeußerungen her, und klagen den Talmud und seine Bekenner, kurz das aesammte orthodoxe Iudenrhum als einziges Hinderniß ihrer irdischen Glückseligkeit an, das je eher, je lieber vom Halse geschafft werden müsse. Unter solchen Umständen gereicht es zur wahren Beruhigung, wenn man andererseits eine gewichtige Stimme in der bayerischen Kammer sich erheben sieht, die wahrer Giaubensrreue unbedingt den Vorzug cinräumr, und gerade das Streben nach Neuerungen als dasjenige hervvrhebr, welches die Emancipation sehr bedenklich, ja fast unthunlich macht. Doch hören wir, was in der 9ten öffentlichen Sitzung der Kammer der Abgeordneten am 20. Jan. d. I. zu München Herr Decan Bauer spricht: Hr. Dek. Bauer aus Bamberg bevorwvrter die beiden ersten, von verschiedenen jüdischen Gemeinden ausgehenden und die Gleichstellung der Juden nur den christlichen Glaubensgenossen betreffenden Anträge (der erste geht dahin, daß die Kammer S. M. den König auf verfassungsmäßigem Wege bitte, einen Gesetzentwurf, bezügl. der bürgerlichen und politischen Gleichstellung der Juden vorlegen zu lassen. Der zweite ist konnex). Hr. Dek. Bauer: Nachdem ein ähnlicher Antrag aus Unrerfranken bereits bcvorworret und für zulässig erklärt worden sei bleibe ihm wohl nur übrig, die beschränkende Fassung, in der er sich d.cse beiden Anträge angecigner, zu rcchtfer-igen. Der eine verlange ausdrücklich, der andere imiilioite die vollkommene Gleichstellung der Juden Dies sei keine Unbeicheidenheir. Die Antragsteller Härten wohl gedacht, mehr verlangen zu müssen, um das Weniger desto sicherer zu erreichen. Der allgemeinen radikalen Fassung des ersten Antrags aber müsse er seine Unterstützung versagen. Nicht als ob seine religiösen und politischen Grundsätze und Erfahrungen der vollkommenen Gleichstellung an und für sich entgegen wären. Nein. ' So wahr er an den Fortschritt des menschlichen Geistes glaube, so wahr sei er überzeugt, daß die Gesetzgebung mit der Zeit sich der wahrhaft humanen und christlichen Richtung nähern, die nationalen und religiösen Vorurteile ausscheiden, sich davon emancipiren, und zu diesem Akt der Gerechtigkeit gegen das vielfach gedrückte Volk der Juden sich herbeilassen werbe und nach der innern Notwendigkeit müsse. Wie nah. wie fern diese Zeit, könne er nicht bestimmen. Nur jetzt sei es nicht an der Zeit. Er glaube, daß die Zerr der vollständigen Emancipation eben durch die Bestrebungen der neuern jüdischen EmancipativnS-Heroen in unsichere Ferne gerückt worden sei, insofern sie nach dem Vorgänge der Dissidenten aller Farben sich von dem Positiven entfernten und mit Negationswuth in daS Bodenlose deS Atheismus stürzten. Der Staat müsse

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