Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 6 (10.2.1846)
- Date
- 1846-02-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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44 in allen, die jüdische Theologie umfassenden Wissenschaften, die von so gurem Erfolge war, daß ihm nach wenigen Zähren das Mvrcnudiplom von dem damaligen Qberlandesradbiner R. Benjamin Nicdcrrchnheim und kurz darauf von dem Fürther Oberrabbincr Hirsch Zannof unaufgefordert zu Theil ward. — Die Bekanntschaft seines vvrgedachrcn Onkels mir vielen Gelehrten und Professoren der damaligen Akademie zu Srraßburg benutzte er trefflich, um seine angeborene Wißbegierde auch hinsichtlich weltlicher Wissenschaften zu befriedigen, und es war insbesondere die Kenntniß der Geschichte, Geographie und Narurlehre, die er nach Anleitung dieser Männer durch Selbststudium in einem mehr als gewöhnlichen Grade sich aneiqnete, was man noch in seinem spatesten Alter in der Unterhaltung mit «hm wahrnehmen konnte. Mit dem 20. Zahre schritt er zu seiner Vermählung mit der, schon von se'nem IZ.Zahr an mir ihm verlobt gewesenen einzigen Tochter seines mehrerwähnten Onkels, und beteiligte sich gleichzeitig mit seinem Vermögen an einem Colonial- und Tabacksgeschäfte, welches einer seiner Verwandten in Srraßburg, wo er selbst bald darauf seinen Wohnsitz nahm, errichtet harre., Seine Thärigkeit in diesem Geschäfte beschränkte sich jedoch nnr auf einige Geschäftsreisen nach Paris und der Schwei-, während er daselbst auf den Wunsch der G emeinde unter dem Namen : „xropos6 kie eulte" das Nabbineramr verwaltete; dabei als Lehrer in dem obenerwähnten, von H.CerfDehr gestifteten L'->"!27! WIaus welchem viele ausgezeichnete Rabbiner und Talmudgelehrre, wovon einige noch am Leben sind, hervorgingen, sehr tharig war. Unter seinen hinterlassenen Schriften haben sich noch viele seiner Vorträge aus erlangte talmudische Gelehrsamkeit liefern, wie auch mehrere sehr gehaltvolle Aufsätze in deutscher Sprache, die er zur Berrheidigung der Zuden, welche in der .Schweiz sich niedrrlicßen und mehrseitig angefeindet wurden, veröffentlicht hatte. Beim Ausbruch der französischen Revolution theilte er das schreckliche Schicksal aller edlen und großen Männer der damaligen Zeit, wozu hinsichtlich seiner der Umstand wesentlich beitrug, daß seine unerschütterliche Glaubenslrcue, die so weit ging, daß er mit augenscheinlicher Lebensgefahr selbst minder wichtige Rcligionsgebräuche öffentlich beobachtete und Andere zur Beharrlichkeit in dieser Beziehung anfeuerre, allbekannt war. Sein Vermögen wurde von den Leitern der Revolution eingezogen, er selbst mußte ein Zahc lang im Kerker schmachten und wurde inzwischen mehrere Male unter den vielen, zum Blutgerüste bestimmten unschuldigen Opfern proscribirt. Aber der Gott seiner Varer waltete sichtbar über ihn und ließ auf wunderbare Weise Ereignisse eintreren, wodurch er dem Nachen der blutdürstigen Machthaber jener Zeit entging. Wenige Tage nach dem Sturze Nobespierre^s erhielt er seine Freiheit wieder. Aber wie traurig und unglücklich war noch immer seine und die Lage seiner Familie. Sein Vermögen war von den raubgierigen Tyrannen verschlungen und unwiderbringlich; sein Onkel und Schwiegervater hatte, um nicht in die Gewalt der RevolutionsrHenker zu fallen, längst Frankreich verlassen und hielt sich an einem unbekannten Orte im Auslande auf; die Familie Cerf Dehr, von welcher er früher einen Theil seiner Subsistenzmittel bezog, war in Folge der Conjunkturen der damaligen Zeit unter Einbuße des größten Theils ihrer «Süter theils verstorben, theils verzogen, und der Versuch einer Fortsetzung seines früher» gemeinschaftlichen Geschäftes, wozu ihn seine zahlreichen Freunde aufmuntcrten und ihre Hülfe ihm anboten, scheiterte an der inzwischen eingetretenen Kränklichkeit seines frühern Cvmpagnvns, indem ihm selbst — da er nach wie vor den Studien des Gesetzes und den rabbinischen Funktionen oblag — die kommerzielle Geschäftsführung nicht in dem erforderlichen Grade beiwohnte. Unter diesen traurigen Umständen fühlte er die Norhwendigkeir, die ihm langst angeborene Besoldung für die Verwaltung des Rabbineramtes anzunehmen. Indessen wurde er durch die bald darauf in Folge der vorerwähnten Verhältnisse hinsichtlich seiner frühern Geschäftsverbindung in verdrießliche Prozesse mit verwickelt , wodurch er veranlaßt wurde, Srraßburg zn verlassen und dem Rufe zur Uebernahme des Rabbinerarmes bei der zwar kleinen, aber damals sehr wohlhabenden Gemeinde zu Forbach, welche ausgezeichnete Talmudisten zu ihren Mitgliedern zählte und in welcher der isr. Vorsteher zugleich als Maire zur Zeit angestellr war, zu folgen. Von hier aus verbreitete sich sein Ruf bald nach Deutschland, wo er zuerst im Zahre 1800 als fürstl. wiedischer Stadt; und Landrabbinee erwählt, zugleich das Richteramt vermöge landesherrlichen Privilegiums in Rechtssachen seiner Glaubens-