Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 3 (20.1.1846)
- Date
- 1846-01-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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22 beschlossen, für den Betrag jenes erlassenen Schutzgeldes eine neue '1151 ISO zu kaufen, und der Einweihung dieser galt unser Fest, dem der Hr. Amtmann sammt seiner ganzen Familie, so wie die Landesstande und viele der angesehensten Bürger beiwohnten. Zuvor harren wir eine Schrift aufsetzen lassen, in der dem Herrn Amrmann für seine große Uneigennützigkeit, die unbedingt für seine späteren Nachfolger im Amte ein schönes Beispiel ähnlicher Hochherzigkeit abgeben wird, gebührend und innigst gedankt, und zugleich um die Erlaubnis gebeten wurde, um das Andenken an dieses frohe Ereigniß bei unfern spätesten Enkeln zu bewahren, nebst dem 12O eine Silberplatte zu weihen, . die den Namen des Herrn Senators, wie die Veranlassung des Festes enthalten solle. Diese Adresse, auf das Eleganteste gebunden, und reich, verziert mit der in Gold gestickten Inschrift: '71' LI^IV wurde von den Vorstehern. Herrn Kalisky, Vrodie und Hrn. S» Zacobsohn (als Ehrenmirgliede) überreicht und huldreichst empfangen. Dahingegen bemerkte der Herr Amtmann, daß er es nicht zugeben könne, seinen Namen auf solch' heiligem Gegenstände anbringen zu lassen, und har diese Weigerung in einem versprochenen Erwiederungs - Schreiben mir schönen Worten wiederholt. Die Einweihung selbst fand gestern Nachmittag statt. Die Gesänge waren recht brav, die Rede des Herrn Kaliski aber ausgezeichnet, bei sämmrlichen Anwesenden den tiefsten Eindruck hervvrrufend. Alles ging übrigens in vorzüglicher Ordnung nach alrehrwürdiger Väter-Sirte von Statten, da der Herr Amrmanu sich noch ganz besonders „einen acht alten, israelitischen Gottesdienst" ausgeberen harre, und sich bei diesem so erbauere, daß häufige Thränen der Rührung seinen Augen entquollen. Lange noch wird diese Feier, mehr noch die sie veranlassenden edlen Gesinnungen den Herzen der Anwesenden lebhaft vorschweben; mögen unfern Glaubensbrüdern häufig und überall Gelegenheit gegeben werden, solche festliche Tage zu begehen. Das Antwortschreiben des Herrn Amtmannes lautet folgendermaßen: An die Herren Vorsteher der hiesigen israel. Gemeinde. Hochgeehrte Herren! „Wenn gleich ich geglaubt habe, Ihren Antrag, ich möge darin willigen, daß auf dem Aeußeren der von Ihnen angcschaffren neuen Gesetz-Rolle eine auf mich bezügliche Inschrift angebracht werde, ablehnen zu müssen, so fühle ich mich doch gedrungen, es gegen Sie auszusprechen, daß ich mich durch diesen Antrag nicht nur hochgeehrt fühle, sondern auch, daß mir die Anwendung, welche die hiesigen Israeliten vcn dem Ihnen bisher erlassenen Schutzgelde gemacht haben, besonders deshalb so erfreulich gewesen ist, weil ich darin einen Beweis sehe, „daß in Ihrer Gemeinde ein religiöser Sinn lebendig ist, und daß sie festhält an der Offenbarung, welcher Ihre Vorältern vor allen Völkern der Erde vorzugsweise gewürdigt worden." „Möge dieser auf das Höhere gerichtete Sinn die Wurzel eines immer wachsenden geistigen Segens sein." Den 9. Jan. 1816. Ihr Ergebener (gez.) F. Sieveking Or., Hannover. Hannover. Die Hannoversche Zeitung enthält folgende Bekanntmachung: „Es ist eine Commission für Errichtung einer jüdischen Lehrerbildungs-Anstalt, bestehend aus dem Reg.-Nath Unger, dem Sradt-Secrerär Brauns, dem Landrabbincn Or. Meyer, dem Advocalen Slmvn, dem Bankier Alexander Cohen und dem Bankier Cosmann Berend, hieselbst ungeordnet. Wir empfehlen den Landdrosteien und Obrigkeiten diese Commission in ihrer Wirksamkeit auf geeignete Weise zu unterstützen." Hannover, d. 5. Jan. 1816« Königl. Hannoversches Ministerium d. Innern. Z. C. v. d. Wisch. Or. Adler, auf deren Rcalisirung sein vorzüglichstes Augenmerk gerichtet, und für welche er so manches Opfer gebracht, letzt durch seinen Nachfolger in ein ihr wohltätiger Einfluß auf Religiosität und Volks- Erziehung im Allgemeinen gehörig gewürdigt, allein der Vorarbeit.» waren nicht geringe, der Schwierigkeiten unendliche. Und doch war es dem Urheber des Planes nicht vergönnt, selbst die endliche Vollendung herbeizuführcn. Allein unser jetziger Landrabdiner,