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Der treue Zionswächter · 1846-01-20 · 3 (20.1.1846) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
3 (20.1.1846)
Date
1846-01-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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21 niedriger Selbstsucht und gemeinen Eigennutzes herabzuziehen sucht wie man aber von der andern Sekte wieder jeden Aberglauben, jede menschliche Ansicht und Meinung zum Heiligrhum erbebt und vergöttern zu muffen glaubt la wie man sich sogar nicht scheuer, jedes alte Weibergewäsche irgend einer berüchtigten Presse, und jedes dumme, lügenhafte Geschwätz irgend eines schmutzigen Winkel - Scribenren zu verewigen, unrer die Zahl der „Sterne" zu versetzen, bis in den Himmel oder gar über den Himmel zu erheben (wenn'S auch weiter nichts isi, als ein babylonischer Mörtel gräulicher Sprachverwirrung und grobes Sand- und Ziegelgestein frecher Anmaßung und zur Schau getragener Unwissenheit' und daran zu glauben, wie an einen Gott. Das sind lauter Verkehrtheiten Hl 7IQI1 N'OW.E.l'l, dieweil sie selber sind ein verkehrtes und verdrehtes Geschlecht. Diese sind es, meine Freunde, welHe unserer Erlösung so störend nn Wege stehen, und diese waren es von jeher, die den Verfall Israels herbeigefüyrt. Hören wir einmal, wie sich schon der Talmud (nach unserer Meinung) üoer derlei Verkehrtheiten und Uebelstände ausspricht: '>2 »"l-7i '22 '>.","22' „drei Dinge, sagt der Talmud, haben ihre Namen verändert seit der Zerstörung des Tempels: 8.->2l?l2 8N212.2 was ehedem ein kleiner Tisch war, nennt man jetzt einen großcn Tisch, — was zuvor für einen großen Tisch galt, das heißt jetzt ein kleiner TkscN i dtt">->212.l X?^2'2N was ehedem eine Trompete genannt ward, herßr jetzt Schovhar, und was ehedem Sckuphar, wird jetzt Trompete genannt; rr.">2">2 "227)2 .".2222 x."2">7 die Werde auf ttiederm Grund und Boden nennt man jetzt die Weide, welche auf Berg und -?ügel wachst, und diese nennt man wie jene." Der Sinn hievon scheint nun folgender zu fern: Bekanntlich bestehen die Sabbatgesetze in negativen und in positiven Beobachtungen und Verordnungen, wir sollen einerseltö uns von jeder Arbeit rn'd Berriebsamkei', von jeder eschäfl, - und Werk- »Hörigkeit an diesem Tage enthalten. anderseits sollen wir ihn wieder weihen und heiligen ourch Andacht und >ebere. Aber nicht nur durch geistige Erhebungen und Erbauungen, sondern selbst durch unsere -rd'schen Genüsse, durch Speise und Trank, ja selbst durch unsere Kleidung können und sollen wir den Sabbat ehren, j""l sagen schon unsere Weisen, „erinnere dich dieses Tages beim Wein und beim festlichen Mahle." Und so sehr wir auch an Werktagen auf Beschränkungen und Entbehrungen aller Art hingewieseu sind, so sollen wir doch beim sabbatlichen Mahle frisch auf und wohlgemurh und guter Dinge jein, und froh und frei ohne irgend eine Beschränkung. Mithin am Sabbat, da soll unser Tisch groß sein, an Wochentagen dagegen klein und einfach. „Du sollst essen Broc mit Salz, sagen unsere Weisen selbst das Wasser abgemessen lrinken, auf der Erde schlafen, ein mnhsatiges Leben führen, dabei emsig undZ fleißig das Gesetz studiren, und — 'Heil dir, dir wird es dann Wohlergehen!" Das hat sich aber heuc zu Tage alles ganz a derS gestaltet. Am Sabbat, da sind die Tafeln klein und karg und abgemessen, an antern Tagen dagegen prnnr kend und reich besetzt. Man gehe einmal hin^zu den Reichen und Vornehmen, und sehe, wie sie va am Sabbat alle hübsch klein sind, die Tijche, und einfach und prunklos, und wie selbst der wenige Sauerteig in größter Hast und Eilfertigkeit verzehrt wird, mir geschürztem Gurre und den Röcken in der Hand, als gelte es dem Feste des ungesäuerten Brotes, und warum? weil die Muße ihnen zu klein ,st und oie Zeit zu beschränkt, weil die Geschäfte ihnen schon auf dem Hais« und auf dem Nacken stehen, w»il sie den Ruherag und Feiertag zum gemeinen Werk und Wochentag erniedriget und herunrergebrachr. Kommt nun aber den d.»>- auf folgenden Tag zu ihnen, da werden e«ch schon d»e würzigen Speisen enig gcndusren, da werden euch schon die feurigen Rebensäfte entgegenbrcnnen von den lelübesetzten und üppigen Tafeln da werden euch schon die blendenden Sonntagskleider und Uniformen (Uuformen möchte ich sagen) encaeqenschimmern und »stanzen, da möchten sie es den Völkern der Welt und d.n roßen der We»r gerne gleich, und wenn's angittgc, noch voran und vorauschuu. (rc. :c.) Zeitungsnachrichten. R > tz e b ü r r e l. Den 12. Januar (Privar-Mittheilung). Gestern waren wir in der hiesigen Synagoge Zeuge einer Feierlichkeit, die an nnd für sich selbst zwar keine seltene, mithin sich kaum zur Veröffentlichung eignen würde, falls nicht die sie begleitenden Ncbennmstände einen schönen Beweis hochherziger Gesinnung, wahrcr Humanität, verbunden mir ächt frommen Gefühlen^ Seitens der Landesherrschaft, unseres Hrn. Zlmrmannes lieferten, sie zu einer so erhebenden, wie einzigen in ihrer Art, stempelten. Die hiesige isracl. Gemeinde Mt, nach alten bestehenden Gesetzen, dem jedesmaligen Hrn. Amtmanne ein jährliches Schutzgeld zu entrichten. Die Erlassung jener Abgabe von einem hohen Senate konnte bis jetzt nicht erreicht werden; da entschloß sich denn unser jetziger Amimann, Herr vr. Sieveking, Senator der freien Stadt Hamburg, aus freien Stücken für seine Person auf dieses Schutzqeld Verzicht zu leisten. Um aber zu beurkunden, daß man keineswegs ans öconomischen Rücksichten so hohen Werrh auf die Erlassung jener Abgabe gclegi, wurde

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