Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 3 (20.1.1846)
- Date
- 1846-01-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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30 wenige, die es sich zum Geschäfte machen, mit Koch die Edelsten und Besten zu bewerfen, und alle anderweitigen Interessen mit im Spiele bei der Beurtheilung einer Person oder eines Werkes haben. Möge es sich bessern! So eben ist hier das dritte Heft von der periodischen hebräischen Zeitschrift 'OiiO von M. E. Stern erschienen. Der Zweck dieser Zeitschrift ist nicht Besprechung der Tagesneuigkeiten, sondern bloß Hebung des Interesses für die hebräische Sprache, und Herr Stern wandte sich deshalb an das junge aufkeimende Geschlecht, um da einen kräftigen Stamm hervorgehen zu lassen. — Aber junge Freunde und junger Wein sind nicht immer am besten, und da überhaupt das Publikum nicht den Dichter, sondern der Dichter das Publikum heranbilden soll. Ucbrigens ist in den bis jetzt erschienenen Heften viel Schönes von dem Herausgeber selbst, wie auch von Herrn Jos. Ioa. Pollak. Cxeerpte aus erneut Vorträge des Herrn Rabbiner Horwitz zu Wien. (Beschluß.) Wir sollen uns erinnern und sollen vergessen, so wir in das Gotteshaus kommen. Erinnern sollen wir uns, vor wem wir stehen zur Anbetung und zur Verehrung "Ivlp NOtt 'O Pi und vergessen sollen wir an Alles, waS sich außerhalb des Gotteshauses bewegt und zuträgt, an alle weltlichen Angelegenheiten und Interessen und sollen dagegen nur von göttlichen und gottgeweihten Gedanken durchdrungen und erfüllet sein, tt'O Ott M j'tt, wie unser Stammvater Jacob sagte, „nichts weiter, nichts anderes ist dies, als ein Gotteshaus!" Wie stehr es aber jetzt um das Gotteshaus und um die Andacht? Ganz umgekehrt. Da bringt der Eine diese, der Andere jene Nebenabsicht mir in's Gotteshaus; da will der Eine den Maßstab seiner ästhetischen Ansichten an Gebet und Liturgie ansetzen, der Andere das VolkSbewußtsein als Comwunialpunkr des Gotteshauses betrachtet wissen, und wie muß es da um die Andacht stehen. Daher ist bei so Vielen auch nicht an eine Spur, auch nicht an ein Fünkchen von Andacht und Gotterfülltheit zu denken. Wir sollen uns erinnern und sollen vergessen, wenn der Sabbat, der heilige, einqeht. Erinnern sollen wir uns zunächst an die hohe Bedeutung deS Ruhetages: Ol' Ott "l'Olz erinne.n sollen wir uns durch die Sabbarfeier daß Gott der Herr, Schöpfer, Erhalter und Regierer der Welt sei", erinnern sollen wir unk, dass, so wie der Herr geruhet am siebenten Tage, auch wir von aller Thätigkeir uns enthalten müssen um so gleichsam das Bekennmrß abzulegen, daß all unser Streben und Wuken ein Nichts sein würde, ein Vergängliches und Vergebliches, so nicht Gorr in unserer Hülfe und sein Wille nur uns wäre. Vergessen sollen wir daher an alle We»ktdärigkeir und alles Tagewerk, es soll alles und jedes Geschäft mir dem Eingänge des Sabbat abzethan sein und abgeschlossen, wie schon unsere Weise,, die Worte erklären: "POOtt^O O'Q' OL72' „sechs Tage kannst du arbeiten, dann jedoch mußt du vollendet haben all dein Werk." Aber. me»>'e Freunde, wie ganz umgekehrt wird jetzt die Feier dieses gortgeweihetcn Tages begangen? Wie klein und wie gering ist die Zähl Derer, die jetzt ln grossen Städten den Sabbat nach Gesetz und Vorschrift feiern? Wir wollen nicht reden von den O'2> von den vornehmen, wie von den niedern Hvlzkiaubcrn, die in ihren Gasscnläden und Gewölben m ihren Schreibstuben und Marktbuden öffentlich ihr Wesen oder vielmehr ihr Unwesen treiben, uno ihr a?cil und ihre Seligkeit den zeitlichen Interessen nach- und hinransetzen; wir wollen auch nicht reden von jenen, die, ohne irgend einen äußern Antrieb, an effenr: tichen Gassen und Straßen den Sabbat entheiligen und schänden, ja es sich sogar zur Zielscheibe ihrer Belustigung setzen, wenn sie an diesem Tage einherdampfeii mit ihren verkohlten Rauchbrandern, m«r ihrem L'tt O.-N. dem fren'iden und gemeinen Feuer, das sie an Werk-, wie an Feiertagen st rs im Munde und nu Herzen tragen; aber von den besser Gesinnten unter uns wollen wir sprechen, wie auch diese durch so m >ncheS Unerlaubte diesen Ruhetag entweihen, und anstatt daß sie sich zu Gott erheben, zu allerlei Geschäftegesprachen und weltlichem Verkehre sich erniedrigen. Wir sotten endlich uns erinnern und sollen vergessen, erinnern sollen wir uns bei all unserem Thun und Lassen an Gott und ftine göttlichen Verheißungen sollen immer das festeste, unerschütterlichste Vertrauen ge»,en ihn hegen, und sollen den wahrhaften und reinen Glauben an ihn uns stets bewahren; verwahren dagegen sollen wir uns vor jedem Unglauben, vergessen sollen wir jeden Aberglauben , für den jedes kindische, ungebildete Gemüth so gern empfänglich ist, vergessen und vertilgen jeden Aberglauben und Nebenqlauden. O'-is-in OL" heißt cs im Gesetze „es soll und darf unS neben dem göttlichen Glauben nichts heilig und nichts glaubwürdig sein." Aber auch in dicier Beziehung stoßen wir jetzt gar zu oft auf Verkehrtheiten aller Art, wir gewahren leider nur allzusehr, wie man vor der einen Seite alles Göttliche und Gottgeweihte Verächter und entweihet, und «n den Schlamm und Pfuh