Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 3 (20.1.1846)
- Date
- 1846-01-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2625941-2626092-2626096--0281-2627792- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
19 die mit einem Worte zu beantworten ist: auf Eide und Gelübde, die man zu halten vermag, passen die Wort -w rr- und gehören, einerlei, zu welchem Zweck sie geleistet, ob freiwillig oder zur Beglaubigung und Garantie (Gittin 35 tr, Eruchin 23 u) in die Klasse der Eide -MQ IZ'X «io 1020 -rn «7;'7oi2 O' oox ^2« (Fortsetzung folgt.) Mährische Zustände. (Beschluß.) Und nun ein Wort über österreichisch-jüdische Literatur. Glauben Sie ja nicht, daß es in Oesterreich nicht Männer giebt, die für die Wissenschaft im Iudenthume leben, wenn auch zugegeben, daß es nicht so viele Heroen giebt, wie sie Deutschland aufzählen kann; aber die Ursache, daß dies Feld nicht so fleißig bearbeitet wird, ist darin zu finden, weil der religiöse Glaube mit all seiner Beseligung noch tief im Herzen wurzelt, und daher Werke, die nicht auf diesem Boden keimen, und bloß im Gebiete der Wissenschaft manövriren, keinen solchen Anklang finden. Hier werden alle zum Drucke beförderten Schriften für's Volk berechnet, und so muß vor Allem das Gemülh in Anspruch genommen werden. Und es ist in der That zu bewundern, wenn man sieht, daß die größten Männer der Zeit, denen die Mittel zu Gebote stehen, auf die praktischreligiöse Seite der r üden zu wirken, sich bloß auf ihre Literatur beschränken. Es scheint gleichsam, als wenn alle Säulen des Judenthums gebrochen und alle Mauern gestürzt wären, und man b!oß noch nachgräbt, wo hin und wieder ein Stein zu finden ist, und da bemühet man sich denn, aus seinen Erhöhungen und Vertiefungen alles herausznlesen. Wohl sprechen die Steine aus der Wand, aber noch mehr das lebendige Wort Es ist nicht genug, wenn wir rufen: Hojaui luimus, es soll der alte Geist auf die Neuen übergehen, und in unserem Geschlechte Männer aufsteben, die das für uns sind, was sie für ihre Zeit waren, Männer des Muthes, Männer der Thatkraft, Männer des Wissens, Männer des Ruhmes, wie wir sie vor Zeiten aufzuwcisen gehabt, und das sollte und könnte der Endzweck dieser Schriften sein, sie würden dadurch an Popularität gewinnen und mehr Eingang finden, und würden das leisten, was sie leisten sollten. — Was diese Schriften zu viel an Materie haben, leiden viele unserer Flug- und Zeitschriften nur zu sehr daran. Da gehen denn Wochen weg, bevor in einem Wust von Blättern Ein lebendiger Gedanke ist, und findet sich endlich einer, wird er so breit getreten, daß man vor Worten nicht dazu kommt. Da wird der Gedanke getheilt und gespaltet, um nur etwas recht Breites daraus zu machen, und die leidige Folge ist, daß das Publikum an solche magere Kost gewöhnt wird und an höhere Arbeiten, die den Geist mehr beanspruchen, keinen Geschmack findet; für der Art Flug- und Zeitschriften aber nur so lange Interesse findet, als sie neu sind, und wie die Blätter herausgegeben, sind sie auch abgefallen von ihrem Lebensbaume und welken und dorren, sind unbeachtet von dem Wanderer, das auf sie tritt, daß sie den Schmuck und die Zierde ihres Trägers waren od.r — Härten sein sollen, und könnten ihnen sodann dienen 012-7 wenn sie zu dem Verständnisse gekommen, daß sie nackt und leer sind. Mögen denn einmal die Herren die Augen öffnen und einsehen, daß, so leicht ein Publikum zu befriedigen ist, wenn cs verbildet und verzogen wird, in seiner Ungezogenheit es sich gegen seinen Meister und Lehrer wendet und ihn insultirt, und Jeder sodann Lehrer ist. weil denn Kinder auch hin und wieder Einfälle haben, und alles daher docirt, und Aller und Jeder ohne tieferes Wissen oder Befähigung über Gott und Glauben und Kunst und Wissenschaft urtheilt. Diesem Treiben sollte einmal Damm und Schranke gesetzt werden. Es müßte Jeder, der auf die öffentliche Meinung Einfluß haben will, wenigstens eine Berechtigung von Seiten seines Charakters dazu haben. Ich will davon schweigen, daß allenfalls in wissenschaftlicher Beziehung es auch wünschenswerth wäre, wenn der Correspondent, Berichterstatter, Recensent rc. von Seiten einer kompetenten Behörde dazu die Befähigung erhielte. Ein solches Kastensystem würde dazu beitragen, daß wir bei Weitem weniger scheinbare Größen an unserm Literaturhimmel hätten, dafür aber desto mehr wirkliche Größen; viel weniger Gelehrte, Künstler und Redner, dafür aber könnten die wenigen, ungestört von dem sie übertobenden Geschrei, ihre Stimme erheben, — dafür aber auch