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Der treue Zionswächter · 1845-12-30 · 27 (30.12.1845) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
27 (30.12.1845)
Date
1845-12-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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219 Göttliche verhöhnt; wo der böse Geist der Selbstsucht sich erhebt und auflehnt gegen das Bessere und Himmlische; wo Gemeinheit und Gesinnungslosigkeit sich breit machen, die ersten . Sätze des Glaubens leugnen, die Grundsteine der Religion durch frechen Spott zu erschüttern, und alle Fäden zu zerreißen suchen, die Israel an seinen Gott knüpfen und binden; -vwo die Tugend verlacht, die Unschuld herabgewürdigt wird, wo Laster und Lerführungssucht die ruchlose Stimme erbeben, Zorn und Zerwürfniß in die Gemeinde GotteS bringen, und sie in ihren heiligsten Lehren und Bestrebungen verdächtigen — da, meine Freunde, da ist es Amalek, der ruchlose, den wir zu bekämpfen und zu bekriegen haben mit aller Macht und allen Waffen, die uns Gott der Herr verliehen. Könnt ihr nun noch wähnen, der Kampf sei längst schon ausgekämpfet und zu Ende, und der Amalek und jedes Angedenken an ihn längst schon aus- und abgestorben unter uns? — Und zeigt sich nicht.gerade in unsern Tagen mehr als je der Feind, der euch zu dem Kampfe auf- und herausfyrdert? Ja ist nicht gerade unsere Zeit so überreich an solchen Erscheinungen, wo man Stein nach Stein aus dem alten, heiligen Gebäude unserö Glaubens zu reißen sich bemühet, wo man die Grundsäulen, die Stützen und Pfeiler der Religion angreift, und zu erschüttern und über einander zu werfen sucht? — ^12'2 2 2)1 51 PY.2 '2^2 NNN O22) N'.-! vx L" 2 „Unter den Flügeln des Anan", unter der Hülle und Maske eines heiligen ßifers, unter dem Schleier dunkler, zweideutiger Redensarten erschien und trat Amalek auf, um die Seelen zu rauben und abtrünnig zu machen. nvpQ '2^2 vL» kip^, die Beschncidung, das ewige Bundeszeichen zwischen Gott und Israel, das heilige Merkmal und Erinnerungszeichen der Israeliten an den Glaubens- und Bruderbund, das heilige Siegel und Gepräge der Söhne Abrahams, ^'22 nix pxL»X22 vnn nwx — suchte er lächerlich und verächtlich zu machen. Könntet ihr noch sagen, daß der Amalek schon aus- und abgestorben i st unter uns?!" (S. 60.). Die vierte Predigt „Der Mond" behandelt höchst geistreich die oft bekrittelte und verdächtigte Zeremonie des ninp, und läßt diese in voller Glorie nnd Verklärtheit hervorgehen. —. Worin der Verfasser besonders glücklich ist, das ist in der geistreichen Abwickelung und Entfaltung des Tertes, so wie in den Erordien, die voll Wärme und Gemüthlichkeit, Hörer ein waches Interesse für die Behandlung des eingeleiteten Themas wecken. Gern wagt er sich an die Bearbeitung schwieriger Stellen; eS ist ihm eine Lust, manch mysteriösen Midrasch zu erläutern manchen dunkeln Bibelvers auf frappante Weise zu erörtern. So ist z. B. seine Deutung des Dalmuä Leraelintlr S. 3. und das. 10. eine höchst meisterhafte, gelungene und edle. Indessen ist er hierin mitunter auch zu weit gegangen, und hat ihn der Schar,sinn manchmal zu sehr gesuchten Deutungen und Erklärungen verleitet. Wir können nicht schließen, ohne Herrn Neuda unsern Dank auszusprechen, daß er überall, wo von Talmud die Rede ist, mit der innigen Liebe, Ehrerbietigkeit und Begeisterung spricht, die dem Juden und vorzugsweise dem Rabbinen ziemt, für die alten Lehrer Israels an den Tag zu legen, und daß es ihm Ernst ist, diese Hochachtung und Liebe auch in seinen Zuhörern zu wecken und lebendig zu erhalten. Geographische Skchen. Vom Donaustrande. Von .z. (Beschluß.) Sie mögen wohl Zusehen. die 25 gelehrten Herren. wie sie mit den ungelehrten Rabbinen fertig werden« Sie haben da in theologischer Beziehung (d. h. in Bibel und Talmud; denn das ist die ganze Wische Theologie und sonst nichts) lauter geharnischte Ritter vor sich, deren Einer, und wäre er auch nur ein Rabbiner zu Werbofzy. alle 25 zn gleicher Zeit aus dem Sattel zu heben im Stande wäre. Sie mögen Zusehen, diese gelehrten Herren von den hohen Schulen, wenn sie ja einmal mit diesen Rabbinen handgemein werden, um auf heimischem Boden, den Kampf auszufechten, wie sie diesen Phalanx werden durchbrechen können. Denn da nützen keine Hirngespimiste, kelne willkürliche und eigenmächtige Philosopheme und Sentenzen, keine sophistische Spiegelfechtereien und Alm» zereien; da hilft kein Französisch. Italienisch. Koptisch, Chinesisch, Sanftrit, und was weiß ich, was diese gelehrten Herren alles für Sprachen sprechen; da frommt keine theatralische Beredsamkeit mit ihren mimischen Gaukeleien und Seiltänzerlustsprüngen; da ist hochdeutsch parlirt und im alten Jargon

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