Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 27 (30.12.1845)
- Date
- 1845-12-30
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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und auf der schwindelnden Höhe, zu der er sich erhoben , jede MäßHung vergessen. Der Kopf hat s^Eä^WltHLschMsterü, Hsrz üüd Gemüth, verdrängt und verstoßen. Der Gedanke, der kahle, kalte, nüchtern^ Gedanke, will allein herrschen, und hat alle MaliöigkD äpö her Seelö, alle Innigkeit und Gemüthlichkeit, alle Wärme und Begeisietung aus dem Herzen gebannt." (S. 14.) — „DaS Wort, das große, herrliche, göttliche Wort, das edelste Besitzthum des Menschen, die Waffe des Weisen, der Hebel alles Großartigen und Erhabenen, ist ein gemeines, falsches, trügerisches geworden, herabgewürdigt zum feilen Söldling, zum Werkzeuge leerer, täuschender Sophismen, zur Heuchelei und Glcißnerei. Statt der Wahrheit zu dienen, statt der Tugend und dem Rechte ein kräftiger Herold und Bote zu sein, hat es dem Wahne, der Falschheit und Nichtswürdigkeit sich verdungen und vermiethet, hat der Selbstsucht, dem Selbstlobe, der Mißgunst, dem blassen Neide und der Verleumdung seine Flügel geborgt. — Da giebt es nichts Heiliges mehr, woran das Wort sich nicht gewagt; da ist keine Bestrebung, die es nicht verdächtigt, kein Name im Volke noch so hoch geehrt, den es nicht angetastet, begeifert hatte. — Alles spricht und von Allem und über Alles. Knaben aus der Schule reden ohne Rückhalt und Scheu, ohne Ehrfurcht und Weihe. ssU2 ipi 12N-? „der Jüngling thut stolz gegen den Alten, und spottet und lacht über das Alte und Heilige." 12252 .idj)5.ii „der Gemeine und Laie spricht und faselt gegen das Erhabenste und Ehrwürdigste." Vw O.i'52 ivi O'llQ «2.11^2 2'2V2. 1'IIPN pl'ttV 8518 können wir mit unfern alten Weisen sagen. Warum geht das junge Geschlecht frühzeitig seinem Verderben entgegen? Weil das Heiligste vor seinen Augen herabgewürdigt wird durch unheilige Redeweise, durch frivolen Spott und Witz. —" (S. 18.) Und was die That betrifft, da ist „Vieles und Großes wohl gefchehen, aber nicht nach unfern Kräften, nicht nach unseru Bedürfnissen, i2p'Od 'V2i2-, "12p. Es hat der Gemeinsinn und der Gemeingeist noch nicht alle Herzen erwärmt; es hat die Thatkraft und der Thateneifer noch nickt alle Glieder des Volkes durchdrungen; darum ist Alles, was geleistet und geschaffen, wurde, nur Stückwerk, kein Vollkommenes, inrr 221. Wo die Gesammtheit arbeitet, wo alle Kräfte sich vereinen und zusakirnenwirken, da gedeihet und gelinget das Werk, bringet Heil und Segen. hat Bestand ünd Dauer, und blühet und wächst immerdar. — Und noch Eines, meine Freunde, .ipi il 251 'ti'nl .i^in, Noch'ektt Nebel giebt es) daran so viele ÄZerke des Jahrhunderts kränkeln, und darum keinen rechten Segen bringen: weil sie nicht aus dem Innern des Judenthumes und den jndenthümlichen Gesinnungen und Anforderungen hervorgegangen sind. Die Hast und die unruhige Beweglichkeit der Zeit, die da glaubt, den Zeiger gewaltsam vorwärts rücken zu können, hat so vielen ihrer Schöpfungen das Siegel aufgedrückt. Darum ging so manche Kraft so manch schöner, edler Eifer für uns verloren. 'i) 12X2 82l '.1 wp^2 x2. ,,Nicht im Sturme ist der Herr, und nicht im Feuer! " Und weil sic im Sturme und im Feuer des Zerstörens und Einreißens uns das Heil bringen wollten, und der Zeit die Zeit nicht gönnten, ihre Früchte zu reifen, darum haben sie sich selber und uns um den Segen betrogen, und anstatt das Heil zu bringen und den Frieden, statt sich die Herzen zu gewinnen, statt die Ansichten zu vermitteln und anszngleichen, die zerfallenen und widerstrebenden Geister zn versöhnen und das erschütterte Heiligthum zu stützen und zu halten, haben sie den Bruch und Riß nur vergrößert, und die klaffende Wunde, an der das heutige Israel blutet, nur noch weiter und schmerzlicher gemacht." — (S. 20.) .... Daß der Verfasser eine entschiedene, unzweideutige Sprache führt, dafüt gilt die dritte Predigt „Haß und Liebe" (gehalten 1121 tM) als Beleg, und sei es uns erlaubt, folgende Stelle hier anzuführen: „Und so ihr nun noch fraget: Welche Bcwandtniß hat es mit dem Kämpfe, und wo ist der Feind, gegen den wir in das Feld zn ziehen haben? dann halte ich euch nur vor die Worte der Schrift: .innei .INQ p2vp 21 nee, vertilgen sollst du das Angedenken Amaleks- Ueberall wo das Andenken und die Erinnerung an Amalek, den Gottes- und Glaubensfeind, sich erneuet und verjünget unter uns, da ist Kampf und Krieg ein Gebotenes, Unerläßliches. Wo der Unglaube, die Gottesscheu *) um sich greift, frech und übermüthig das Heilige und *) Theophobie.